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Montag, 10. Oktober 2016

Ada. Im Anfang war die Finsternis


Titel: Ada. Im Anfang war die Finsternis                                                      
Autor: Angela Mohr   
Verlag: Arena Verlag
Seiten: 360
ISBN: 978-3401601120

Cover-, Klappentext-, Zitatrecht: Angela Mohr, Arena Verlag
Ohne das Dorf gibt es kein Überleben. Draußen lauert das Verderben, und nur im Dorf bist du sicher. Das ist es, woran Ada glaubt - bis Lucaauftaucht und alles in Frage stellt. Von ihm erfährt Ada: Ihr totgeglaubter Bruder Kassian lebt! Zusammen mit Luca bricht sie jede Regel, die das Dorf jemals aufgestellt hat. Schließlich geht Ada bis zum Äußersten:Sie flieht aus der Gemeinschaft. Sie will ihren Bruder finden. Doch erträgt sie die Wahrheit, die sie jenseits des Dorfes erwartet?
"Ada. Im Anfang war die Finsternis" ist ein Jugendroman von Angela Mohr. Er ist im Präsens und aus der "Ich"-Perspektive geschrieben.

Das Buch ist in zwei Teile aufgeteilt. Im ersten Teil wird zwischen den Hauptprotagonisten Ada und Luca gewechselt.

Ada ist ein 16-jähriges Mädchen, welches in einem Dorf fernab von der restlichen Bevölkerung aufwächst. In diesem Dorf kennt man keine Technik wie Strom, fließendes Wasser oder ähnliches. Das Leben im Dorf besteht aus Arbeiten, beispielsweise auf dem Feld oder bei den Ziegen, und Beten. Ada ist ein fleißiges Mädchen. Neben der Arbeit kümmert sie sich um ihre beiden jüngeren Geschwister Rahel und Nikodemus. Obwohl Ada versucht, selbstbewusst, aber nicht hochmütig, zu wirken, erscheint sie mir manchmal doch als sehr schüchtern. Dies kann aber auch an den Werten liegen wie Ada aufgewachsen ist.

Luca ist in einer Großstadt aufgewachsen. Sein Vater ist Anwalt und gewalttätig. Dadurch, dass er das Gefühl hat, für seine Mutter Cleide sorgen zu müssen, ist er schon relativ erwachsen. Luca liebt das Malen. Das merkt man auch sofort bei der ersten Szene. Ansonsten ist er ein typischer Teenager. Er hört Musik und geht zur Schule. Die Autorin hat ihn sehr gut dargestellt und es macht ihn sympathisch.

Im zweiten Teil kommt eine weitere Sichtweise ins Spiel. Und zwar die von Liz.

Liz ist 15/16 Jahre alt und man merkt, dass sie mitten in der Pubertät steckt. Ihre Eltern haben sich scheiden lassen und Liz ist bei ihrer Mutter Marga aufgewachsen. Liz ist ein rebellischer Teenager. Das merkt man an ihrer Sprache und ihrem Verhalten. Es wirkt sehr authentisch und man hat das Gefühl, Marga hat es nicht leicht mit ihrer Tochter.

In wieweit Liz eine Rolle spielt, kann ich nicht verraten, ohne zu spoilern.

Bei der Handlung des Buches war ich anfangs eher skeptisch, da es sehr religiös ist. Nicht auf eine "Ich möchte dich bekennen"-Art, aber trotzdem sehr dominant. Im Nachhinein betrachtet, ist die Dominanz auch notwendig, sonst würde die ganze Geschichte keinen Sinn machen.

Das Zweite, was mich irritiert hat, ist, dass die Eltern statt mit Mutter/Mom bzw. Vater/Dad mit dem Vornamen angesprochen werden. Aber je weiter man liest, desto weniger fällt es auf. Vielleicht ist es auch nur mein Empfinden, da ich anders aufgewachsen bin.

Die Handlung an sich ist spannend aufgebaut mit so manchen spannenden überraschenden Szenen. Besonders gut haben mir auch die Aufteilung in zwei Teile sowie die wechselnden Sichtweisen von Ada, Luca und Liz gefallen. Der Schreibstil ist modern und jugendlich.

Leider sind bei dem Finale für mich noch viele Fragen offen geblieben wie "Was wurde aus dem Dorf und aus Ada?" Hier würde ich mich noch auf Antworten in einem zweiten Band oder einer Kurzgeschichte freuen.
"Ada. Im Anfang war die Finsternis" ist ein realistischer Jugendroman von Angela Mohr. Mir haben der Schreibstil, die Protagonisten und der Spannungsaufbau gut gefallen. Das Ende war mir etwas zu kurz geraten. Das Buch regt außerdem zum Nachdenken an. Ich empfehle das Buch gerne weiter.

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