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Montag, 4. August 2014

Verloren in der grünen Hölle


   


Titel: Verloren in der grünen Hölle                                                               
                                                              
Autor: Ute Jäckle                                                              
Verlag: bookshouse Verlag
Seiten: 509
ASIN: B00KU6TUE6

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Cover-, Klappentext- und Zitatrecht: bookshouse Verlag

 "Das Leben der siebzehnjährigen Kolumbianerin Elena verläuft glücklich und sorgenfrei. Bis sie eines Tages gemeinsam mit zwei Freundinnen auf dem Weg zu einem Einkaufsbummel entführt und in das Camp einer professionellen Kidnapperbande mitten im Regenwald verschleppt wird. Eine Zeit voller Todesangst und Schrecken bricht für die Mädchen an, denn der cholerische Bandenführer Carlos kennt keine Gnade.
Elena will sich mit ihrem Schicksal nicht abfinden, sie rebelliert mit dem Mut der Verzweiflung gegen die Männer und fordert damit den Zorn von Carlos heraus. In letzter Minute beschützt der attraktive Entführer Rico sie vor dem gefährlichen Anführer und stürzt Elena in einen Gewissenskonflikt. Ehe Elena bewusst wird, auf was sie sich einlässt, zieht es sie in einen reißenden Strudel aus Leidenschaft und tödlicher Gefahr."

"Verloren in der grünen Hölle" erzählt die Geschichte um Elena und deren zwei Freundinnen, welche sich auf einen gemeinsamen Tag im Einkaufszentrum freuen. Doch dort werden sie nie ankommen, denn auf dem Weg dorthin werden sie entführt und in den Regenwald verschleppt.

Die Handlung wird aus der auktorialen Erzählperspektive erzählt, sodass man als Leser die Möglichkeit bekommt, mehrere Erzählstränge zu verfolgen. Elena und Rico sind hier die Hauptprotagonisten. Mit Elena warm zu werden, ist mir etwas schwer gefallen. Sie möchte tough wirken und handelt deshalb oftmals dickköpfig und in Anbetracht der Situation in welcher sie und ihre Freundinnen sich befinden ziemlich naiv um ihr Verhalten im nächsten Moment zu bereuen. Da ich dies nicht wirklich nachvollziehen konnte, ist es mir zu Beginn schwergefallen, Mitleid mit ihr und den sich daraus ergebenen Konsequenzen zu empfinden. Die Umsetzung der unterschiedlichen Charaktere und deren individueller Umgang mit der Entführung ist der Autorin authentisch gelungen. Es kristallisiert sich sehr schnell heraus, wie unterschiedlich doch alle mit der Entführung umgehen. Die verbundenen Konsequenzen mit deren Taten könnten unterschiedlicher nicht sein und so ist es mir merklich schwergefallen, in gewissen Situationen parteilos zu bleiben.

Rico´s Beweggrund sich seinem Cousin Carlos anzuschließen wird im Verlauf der Handlung verdeutlicht. Er verhält sich nicht unbedingt typisch für einen Entführer, weshalb er im direkten Vergleich mit Carlos merklich sympathischer ist und mehr als einmal als Retter der Geiseln eingreift. Leider kann auch er nicht alle Übergriffe durch Carlos unterbinden. Obwohl auch Rico stellenweise die Geduld mit Elena verliert, handelt er oftmals zurückhaltend. Dennoch gab es auch bei ihm Momente, in welchen er sich seiner Rolle als Entführer entsprechend hart und zurechtweisend verhalten hat. Hier war es schwer ihn zu durchschauen, doch durch den auktorialen Erzählstil durfte man als Leser bereits vor Elena hinter seine Fassade sowie dessen Beweggründe blicken. Die Nebenprotagonisten wirken im Gegensatz zu den beiden etwas blass.

Der leichte Schreibstil lässt sich flüssig lesen. Die Beschreibungen sind bildlich, weshalb es nicht schwerfällt, sich den Regenwald sowie die Protagonisten bildlich vorzustellen. Der Spannungsbogen ist zunächst etwas seicht, weshalb sich die Handlung bis zum Ankommen von Elena und deren Freundinnen in das Gefangenenlager etwas zieht. Rico war für mich der interessantere Charakter der beiden Hauptprotagonisten. Dies liegt wohl auch daran, da man mehr Informationen über ihn erhält und sein Charakter deshalb etwas besser ausgebaut ist als Elena´s. Im letzten Drittel nimmt der Spannungsbogen enorm zu und hier ist es der Autorin gelungen, mich ein ums andere Mal mit dem Verlauf der Handlung zu überraschen.
 
 
Bereits auf den ersten Seiten von "Verloren in der grünen Hölle" befindet man sich mitten im Geschehen. Nachdem die Protagonistinnen den ersten Schock über deren Entführung überwunden haben, nimmt der Spannungsbogen leicht ab. Die Verstrickungen und zunächst rätselhaften Entwicklungen um die Entführer und Beweggründe für das Kidnapping werden gen Ende aufgelöst und man bekommt alle Fragen, welche während des Lesens aufkommen beantwortet. Dennoch lässt das Ende durchaus Spielraum für eine Fortsetzung.

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