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Freitag, 20. Juni 2014

Lines of Yesterday


   


Titel: Lines of Yesterday                                                                                                         
                  
                                         
Autor: Bianca Iosivoni
Seiten: 155
ASIN: B00KPD0QVK
 

Cover-, Klappentext- und Zitatrecht: Bianca Iosivoni


 "Violet Moore hatte einen Plan: Aufs College gehen, ihren Abschluss in Jura machen, eine gute Anwältin werden und nach ein paar Jahren ihren Langzeitfreund Jared heiraten. Der Plan wurde vor langer Zeit aufgestellt – von ihren Eltern, ihren Freunden und von Jared selbst.
Doch dann taucht jemand in ihrem Leben auf, mit dem sie nicht gerechnet hat: Devin Jackson. Früherer bester Freund, erste Liebe und zukünftiger Rettungssanitäter. Mit einem Mal steht Violets Welt Kopf, denn Devin fordert sie heraus, stellt all ihre Pläne infrage und erinnert sie an ein lang vergessenes Versprechen. Schon bald muss Violet sich fragen, was sie eigentlich selber will – und ob sie bereit ist, die Sicherheit ihres geordneten Lebens dafür zu riskieren."

"Hach! Was für ein tolles Buch.", waren die ersten Gedanken, als ich meinen Ereader beiseitegelegt habe. "Lines of Yesterday" entspricht genau meinem derzeitigen Genregeschmack und hätte durchaus ein paar Seiten mehr haben können, so sehr habe ich es genossen, die Geschichte um Violet zu verfolgen. Vom ersten Satz war ich im Bann der Handlung, welche aus Violet´s Ich-Perspektive erzählt wird. Hierbei fällt es nicht schwer, sich mit der Protagonistin, welche ebenfalls eine liebe Freundin sein könnte, zu identifizieren. Sie liebt Disneyfilme, eine Leidenschaft von ihr, welche perfekt in den Handlungsverlauf mit einfließt und welche ich von ganzem Herzen mit ihr teilen konnte.

"Würde es in der Realität Happy Ends geben, bräuchten wir keine Disneyfilme und kitschigen Liebesromane, die uns vorgaukelten, wie es in einer fiktiven Welt sein könnte."
Zitat aus Lines of Yesterday

Als Leser lernt man Violet an deren erstem Tag auf dem College kennen. Dummerweise hat sie verschlafen, sodass sie sich fast davon abbringen lässt, im Café einen heiß geliebten Caramel Macchiato zu bestellen. Dass genau dieser Macchiato ihr Leben dermaßen auf Kopf stellen würde, hätte sie sich niemals träumen lassen.

Besonders schön fand ich, dass die Autorin nicht lange um den heißen Brei herum schreibt. Man ist ziemlich schnell im Handlungsverlauf und erfährt von Kapitel zu Kapitel immer wieder Neuigkeiten um Violet und warum sie so handelt, wie sie es tut. Sie hat nicht viele Freunde, was den Ausbau der auftauchenden Charaktere authentisch gestaltet, da die Autorin sich auf das Wesentliche konzentriert hat. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Bree, welche für einige Lacher sorgt, teilt sie sich nicht nur ein Zimmer, sondern besucht auch einen gemeinsamen Kurs. Sie kennen sich seit der Highschool und man merkt, dass beide harmonisieren. Dies trifft auch auf Violets Freund Jared zu. Er ist ein lieber Kerl, dessen Charakter ich -das muss ich wirklich gestehen - zunächst vollkommen falsch eingeschätzt hatte. Hier hatte ich mich fälschlicherweise von Klischees leiten lassen, welche die Autorin außen vor lässt.

Dennoch gibt es ein (unfreiwilliges) Manko in deren Beziehung: Devin.

Die Autorin beschreibt die Verbundenheit zwischen Devin und Vi dermaßen greifbar und authentisch, dass es nicht schwerfällt, sich auch als Leserin in das Gefühlschaos beider Protagonisten zu stürzen. Ich fieberte mit ihnen mit, ohne dass es großartig ausgeschmückter Handlungsstränge oder einem überspitzt dargestellten Hauptprotagonisten bedurfte. Devin ist einfach der nette Kerl von nebenan, was gar nichts anderes zulässt als, dass man ihn einfach mögen muss. Seine Charakterzüge sind authentisch beschrieben, weshalb Vi´s Zwiespalt ihrer Gefühle zu ihm voll und ganz nachvollziehbar ist.

„2720 Tage.“
Mein Herz blieb stehen. Ich traute mich kaum, zu Devin hochzuschauen, aber ich musste es tun, ich musste sichergehen, dass er sich darüber im Klaren war, was er da sagte.
„Was?“, fragte ich leise.
„2720 Tage“, wiederholte er. „So lange ist es her, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben. Wir wollten uns nach genau 2708 Tagen wiedersehen. An deinem 18. Geburtstag. Das war vor zwölf Tagen.“
Zitat aus "Lines of Yesterday"

Sehr gelungen sind auch die Zwischenkapitel, welche in Kursivschrift gehalten sind und dem Buchtitel eine besondere Bedeutung verleihen. Der Schreibstil der Autorin liest sich leicht und flüssig. Die Handlung folgt einem roten Faden und ist weder übertrieben noch unglaubwürdig. Hiermit konnte sie definitiv bei mir Punkten.
 
Es muss nicht immer ein besonders ausgeschmückter Hauptprotagonist sein, welcher das Herz der Leser höher schlagen lässt. "Lines of Yesterday" besticht durch eine tiefe Verbundenheit zwischen den Protagonisten, Authentizität und führt vor Augen, dass es nicht immer zwingend ein Happy End geben muss, man dies aber niemals ausschließen sollte. Eine leicht zu lesende Story, welche durch durch Nachvollziehbarkeit besticht und in welcher ich noch Stunden hätte weiterlesen können. Leider konnte ich bislang nichts dazu entdecken, aber sollte es das Buch jemals als Printbuch geben, gehört dieses zu der Sorte, welche ich als Schatz unbedingt hineinstellen muss. 

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