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Montag, 28. Januar 2013

Back to Paradise - Band 2



 

Titel: Back to Paradise                                                                                         
Autor:
Simone Elkeles
Originaltitel: Back to Paradise
Übersetzer:Katrin Weingran
Erscheinungsdatum: 14. Januar 2013
ISBN:
978-3570307939
Verlag:
cbt

Bestellen beim Bücherwurm Nürnberg -> hier
                                                             
 

Cover-, Zitat- und Klappentextrecht: cbt

Vorsicht! Diese Rezension spoilert das Ende sowie die Handlung in Band 1 "Leaving Paradise"! Deshalb solltet ihr sie NICHT lesen, wenn ihr "Leaving Paradise" noch lesen möchtet


"Es gibt sie noch... die große Liebe

Zweimal schon hat Caleb Becker seinen Heimatort Paradise wegen Maggie Armstrong verlassen. Zweimal schon wollte er nichts mehr, als Maggie vergessen – Maggie, die er liebt und der er doch so viel Leid zugefügt hat. Und auch Maggie will vor allem eins: endgültig über ihre große Liebe Caleb hinwegkommen. Dann aber treffen sich Maggie und Caleb zufällig in den Sommerferien wieder, und auch wenn beide versuchen, sich aus dem Weg zu gehen, machen all die unterdrückten Gefühle ihnen alsbald einen Strich durch die Rechnung. Doch gerade, als die beiden ihrer Liebe eine Chance geben wollen, kommen die Schatten der Vergangenheit wieder hoch …"


Nachdem ich von "Leaving Paradise" sehr begeistert war, musste ich gleich den 2. und somit abschließenden Band der Dilogie zur Hand nehmen.

Die Handlung beginnt circa 8 Monate nachdem Caleb Paradise und somit auch Maggie verlassen hat und man findet ihn in einer nicht wirklich schönen Situation wieder.
Wie der Klappentext bereits verrät, begegnen sich Maggie und Caleb zufällig in den Sommerferien wieder. Caleb wirkt charakterlich ziemlich verändert und auch leicht abgestumpft. Das Wiedersehen der beiden hatte ich mir wesentlich erfreulicher vorgestellt. Maggie´s Reaktion fand ich in Anbetracht der merkwürdigen Situation sehr passend umgesetzt. Ich konnte sie mir in der beschriebenen Szene geradezu bildlich vorstellen und habe Tränen gelacht!

Die Autorin hat die abwechselnde Ich-Erzählperspektive der Hauptprotagonisten beibehalten. Die Charaktere von Maggie und Caleb jedoch haben einen neuen Touch verpasst bekommen. Die mir im ersten Band zu Beginn noch zu zurückhaltende und sich selbst bemitleidende Maggie hat einiges an Selbstbewusstsein zugelegt. Sie wirkt hierdurch reifer und durch die authentische Umsetzung wesentlich sympathischer.
Caleb hingegen hat etwas Abweisendes bekommen. Er ist über das Wiedersehen mit Maggie nicht wirklich erfreut und arrangiert sich mehr oder weniger unfreiwillig mit der entstandenen Situation. Zunächst wirkt er wie ein bockiger Teenager. Und ja, er hat sich auch ab und an wie ein ziemlicher Arsch aufgeführt. Doch im Laufe der Handlung konnte die Autorin dies glücklicherweise noch einmal herumreisen und den wahren Caleb zum Vorschein bringen.

Von den bereits bekannten Charakteren aus Band 1 taucht zunächst nur Damon auf. Dessen Charakter wurde hier weiter ausgebaut und man darf ihn ein Stück besser kennenlernen. Neben Caleb und Maggie werden bisher unbekannte Nebenprotagonisten in die Geschichte eingeführt. Hier hat die Autorin Einfallsreichtum bewiesen und mit dem Protagonisten Lenny die doch eher angespannte Stimmung sehr aufgelockert. Dieser Charakter hat mich so sehr mit seinen oftmals absolut unpassenden Aussagen amüsiert, dass ich mich vor Lachen fast nicht eingekriegt habe. Seine Art ist zwar ab und an gewöhnungsbedürftig, aber gerade das macht ihn so sympathisch und auch liebenswert.

Erfreulicherweise zoffen sich die beiden Hauptcharaktere nicht nur. Das Knistern zwischen ihnen ist weiterhin vorhanden und auch auf eine erneute Achterbahnfahrt der Gefühle darf man sich als Leser freuen. Während die Seiten voranschritten, hat sich mir immer wieder die Frage gestellt, ob man die entstandene Situation überhaupt jemals wieder kitten kann. Wie bereits in "Leaving Paradies" stehen immernoch unausgesprochene Geheimnisse zwischen Maggie und Caleb. Erneut müssen sie sich mit der Vergangenheit auseinandersetzen und sich fragen, ob sie erneut lieber getrennte Wege gehen sollten ...

"Back to Paradise" kann auf jeden Fall mit seinem Vorgängerband mithalten. Wer mit einer ähnlichen Situation wie in "Leaving Paradise" rechnet, wird schon alleine durch charakteristisch veränderte Protagonisten stolpern, welche anders handeln als zunächst vermutet. Hierdurch hebt sich der Abschluss der Geschichte um Caleb und Maggie noch einmal deutlich von seinem Vorgänger ab.
Ein gelungener zweiter Band, welcher mir sowohl eine emotionale Achterbahnfahrt beschert hat, aber auch für ziemlich laute Lacher sorgen konnte!

Mittwoch, 23. Januar 2013

Leaving Paradise



 

Titel: Leaving Paradise                                                                                         
Autor:
Simone Elkeles
Originaltitel: Leaving Paradise
Übersetzer:Katrin Weingran
Erscheinungsdatum: 14. Januar 2013
ISBN:
978-3570307939
Verlag:
cbt

Bestellen beim Bücherwurm Nürnberg -> hier
                                                             
 

Cover-, Zitat- und Klappentextrecht: cbt


"Es gibt sie noch... die große Liebe

Das Letzte, was Caleb Becker vorhat, als er in seinen Heimatort Paradise zurückkehrt, ist, sich in Maggie Armstrong zu verlieben. Denn wegen Maggie, die er in jener fatalen Nacht mit dem Auto angefahren haben soll, war er verurteilt worden. Maggie wiederum will alles, nur nicht Caleb wiederbegegnen – dem Jungen, den sie für ihr Unglück verantwortlich macht. Und doch verbindet diese eine Nacht sie für immer, und so fühlen sich Caleb und Maggie, als sie sich wiederbegegnen, gegen ihren Willen zueinander hingezogen. Aber gerade, als die beiden sich näherkommen, kommen Dinge ans Tageslicht, die alles zu zerstören drohen…"

Mit Caleb und Maggie hat die Autorin zwei Charaktere geschaffen, welche unterschiedlicher nicht sein könnten. Als Leser begleitet man die beiden Protagonisten abwechselnd durch deren Ich-Perspektive durch ihre Geschichte. Hierdurch lernt man sowohl Caleb als auch Maggie Stück für Stück besser kennen.

Während Caleb mir sofort sympathisch war, musste ich mich mit Maggie erst noch anfreunden. Ihre zu Beginn ausgeprägte Zurückgezogenheit war für mich manchmal nicht wirklich nachvollziehbar. Natürlich ist sehr schlimm, was ihr zugestoßen ist, das möchte ich keinesfalls abstreiten. Jedoch kam es mir manchmal so vor, als versteckt sie sich hinter dem Unfall und reduziert sich selbst auf ein Minimum. Umso erleichterter war ich, als die gute Mrs. Reynolds in deren Leben tritt. Mrs. Reynolds ist eine ältere Dame, welche Maggie nicht als "das Mädchen mit der Behinderung" sieht, sondern ihr nach und nach zu immer mehr Selbstbewusstsein verhilft.

Caleb, welcher mit seinen 17 Jahren bereits ein Jahr im Gefängnis sitzen musste, ist ein unnahbarer Kerl mit einer harten Schale und einem weichen Kern. Mir hat vor allem seine Art sehr gut gefallen. Denn unter der harten Schale steckt ein verdammt guter Kerl, welcher sich selbst sehr oft im Weg steht. 

Die Annäherung von Caleb und Maggie ist nachvollziehbar und authentisch dargestellt. Die Anziehungskraft der beiden ist dermaßen greifbar, dass ich mit den Protagonisten mitgefiebert und gelitten habe. Als wäre die Tatsache, dass Caleb Maggie angefahren hat, nicht schon schlimm genug, hat es der arme Kerl bei seiner Wiedereingliederung alles andere als einfach.
Seine Eltern versuchen ihn in eine Rolle zu stecken, ihm eine Fassade aufzuerlegen und meiden ihn mehr, als dass sie für ihn da sind, um die Situation so gut wie möglich zu verdrängen. Zunächst spielt Caleb mit. Denn auch für ihn ist die Situation ungewohnt, nachdem er über ein Jahr im Gefängnis verbracht hat.
Alles scheint sich um ihn herum verändert zu haben und auch ihn hat die Zeit nicht spurlos zurückgelassen. Eine Person scheint jedoch nach wie vor die alte zu sein. Calebs Ex-Freundin Kendra. Diese geizt nicht mit ihren Reizen und dass Caleb im Gefängnis war, scheint ihr egal zu sein... Auch Caleb kann sich zunächst ihrer nicht erwähren, wären da nicht seine Gefühle für Maggie, welche eigentlich nicht sein dürften. Doch scheint Kendra mehr über die Unfallnacht zu wissen, als ihm lieb ist, wodurch er sich unter Zugzwang fühlt. Denn eines darf niemals ans Tageslicht kommen.... !

Die Jugendlichen müssen mit Vorurteilen, ihrer Vergangenheit, der Gegenwart und ihren Gefühlen kämpfen. Als Leser wird man auf eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle mitgenommen, welche mich die Seiten gebannt haben lesen lassen. Frau Elkeles hat es auch mit diesem Buch geschafft, meine Gefühlslage vollkommen durcheinanderzubringen und mich mit den verwirrenden Gefühlen der Protagonisten mitfühlen zu lassen. Und ich gestehe, mit dem Ende des Buches sowie den Enthüllungen während des Handlungsverlaufes hatte ich nicht gerechnet. Gerne wäre ich mehr als einmal zu ihnen ins Buch gesprungen und hätte ihnen einen Schubs in die richtige Richtung gegeben.

Durch die Ich-Perspektive weiß man als Leser, wie beide Protagonisten mit ihren Gefühlen hadern. Man durchlebt gemeinsam mit ihnen die Wandlung der Gefühle von Hass, Misstrauen bis hin zum großen Kribbeln im Bauch. Und doch hat man das Gefühl, es kann nicht gut gehen. Alle sind gegen Caleb. Allen voran dessen Eltern und Maggies Mutter, welche den Unfallverursacher ihrer Tochter gewiss nicht in deren Nähe haben möchte. Können die beiden diesen dennoch trotzen?

Die Nebenprotagonisten sind schön in die Handlung eingeflochten, wobei bei manchen nicht allzu sehr ins Detail gegangen wird. Dies stört den Handlungsverlauf jedoch nicht, sondern bereitet einige Charaktere gekonnt auf den Folgeband -Back to Paradise- vor (ich gestehe, ich musste diesen direkt im Anschluss lesen).

"Leaving Paradise" ist wieder einmal ein wunderschönes Buch welches aus der Feder von Simone Elkeles entsprungen ist. Gefühlvoll, aufwühlend und unerwartet beschreibt dieses tolle Buch wohl am Besten! Als Leser durfte ich mich auf eine wahre Achterbahnfart der Gefühle begeben. Haltet den Folgeband auf jeden Fall bereit!

Samstag, 19. Januar 2013

80 Days - Die Farbe der Erfüllung Band 3



Titel: 80 Days - Die Farbe der Erfüllung                                                       
Autor:
Vina Jackson
Originaltitel: Eighty Days Red
Übersetzer: Gerlinde Schermer-Rauwolf,
Barbara Steckhan, Thomas Wollermann
Erscheinungsdatum: 14. Januar 2013
ISBN:
978-3570585238
Verlag:
carl's books

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Cover-, Zitat- und Klappentextrecht: carl´s books

VORSICHT REZENSION SPOILERT DIE ERSTEN BEIDEN TEILE!!


"Junge, urbane, moderne Erotikliteratur!
Zwei Jahre nach ihrer Trennung von Dominik lebt Summer in New York. Doch trotz des musikalischen Erfolgs ist sie unerfüllt. Sie kann Dominik nicht vergessen. Deshalb entschließt sie sich, den Dirigenten Simon zu verlassen und nach London zurückzukehren. Dominik lebt immer noch in Hampstead, wo er seinen neuen Roman schreibt. Er möchte darin die Geschichte der Geige erzählen, die er Summer geschenkt hat. Dabei wird die zärtliche Erinnerung an Summer immer stärker. Nach einem Konzert in der Royal Albert Hall, bei dem Summer als Gaststar auftritt, ist die erotische Spannung zwischen ihnen schier unerträglich. Doch sie enthalten sich, denn beide glauben, der andere sei in einer festen Beziehung. Als Dominik erzählt, was er über die Geschichte und den wahren Wert ihrer Geige herausgefunden hat, gesteht Summer ihm, dass sie ihr gestohlen wurde. Sie bittet ihn, ihr bei der Suche nach dem Instrument zu helfen. Diese führt sie nach Paris, Berlin und Barcelona, wo ihre Liebe und ihre Leidenschaft endlich zur Erfüllung kommen …"

"80 Days - Die Farbe der Erfüllung" ist der letzten Band der 80 Days-Reihe, welcher von den beiden Hauptprotagonisten Summer und Dominik handelt. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und leicht zu lesen. Die Autoren bleiben ihrem bisher gewohnten Erzählstil treu und lassen Summer aus deren Ich-Perspektive und Dominik aus der auktorialen Erzählperspektive ihre Geschichte erzählen. 
Ich möchte gleich vorwegnehmen, dass mir dieser Band bisher am Besten gefallen hat. Ob es daran liegt, dass die Protagonisten nicht unbedingt von einer Liaison in die nächste stolpern, kann ich gar nicht so genau sagen, doch hier hat einfach das Gesamtpaket gestimmt.

Durch die, seit dem letzten Band, verstrichene Zeit von 2 Jahren, erfährt man stellenweise, wie es den Protagonisten in dieser Zeit ergangen ist und was sie erlebt haben. Man erfährt nicht nur Neues über Summer und Dominik. Auch Summer´s geliebte Geige, die Bailly, erhält trotz deren "Abwesenheit" ihren eigenen Platz in der Geschichte. Die Vergangenheit dieser fand ich sehr interessant und schön in den Handlungsverlauf integriert und wirkt auf keinen Fall gewollt oder unpassend eingefügt.

Summers 2-jährige Beziehung mit Simon empfand ich hingegen ein bisschen merkwürdig. Es gelingt ihr mit Simon 2 Jahre zusammenzuleben, ohne sich ihren Vorlieben hinzugeben, was sie sich mit Dominik eigentlich sehnlichst gewünscht hat, welchen sie jedoch zuvor in den Wind schießt? Dies war für mich absolut nicht nachvollziehbar.
Bald ist jedoch auch Simon klar, dass die Beziehung keinen Sinn hat. Schweren Herzens trennt er sich von Summer, was mir sehr leidgetan hat. Obwohl er bislang keine allzu große Rolle in der Handlung eingenommen hat, so hat er sich durch sein geradezu selbstloses Handeln direkt in mein Herz gestohlen.

Summer´s Schwester Fran bekommt im dritten Band eine größere Bedeutung und auch Summer´s bester Freund Chris ist stets präsent, zieht es doch Summer mit ihm und dessen Band auf große Tour. Während Summer versucht ihrem Leben einen neuen Sinn zu geben und sich von den klassischen Konzerten erst einmal eine Auszeit nimmt, geschieht das, was ihr nach einem Auftritt mit Chris große Sorgen bereitet hat! Ihre Geige wird gestohlen! Hatte ich zunächst angenommen, dass sie vollkommen durchdrehen wird, so reagiert sie für mein Empfinden fast schon ein bisschen zu gelassen.

Wer wohl hinter dem Diebstahl stecken mag, war mir ziemlich schnell klar. Ebenso ist sich auch Summer relativ sicher, wer die Bailly gestohlen hat. Dies erklärt auch deren doch ziemlich entspanntes Verhalten. Dies hält den Spannungsbogen zwar nicht kontinuierlich aufrecht, aber da beide Protagonisten langsam beginnen mit ihren Gefühlen zu ringen und sich mit diesen auseinanderzusetzen, habe ich mehr als gespannt den Handlungsverlauf verfolgt.

Zwar geschehen die Eingeständnisse ihrer Gefühle nicht wirklich oft freiwillig, sondern beide benötigen immer wieder Anstöße von Lauralynn doch genau dies lässt die Handlung wirklich authentisch wirken. Es wäre schon sehr unglaubwürdig gewesen, wenn beide sich in diesem Teil beim ersten Wiedersehen um den Hals fallen und sich gegenseitig ihr Herz ausschütten würden. Es lässt sich jedoch nicht leugnen, dass die Anziehungskraft der beiden zueinander stets greifbar ist.

Was in diesem Band ebenfalls hervorsticht, sind so einige Begegnungen mit bereits bekannten Protagonisten aus den Vorgängerbänden. Die Szene scheint sich immer weiter auszubreiten und an jeder Ecke findet sich jemand, der bei einer Liaison mit den Protagonisten anwesend war. Durch einen Gedankengang von Dominik, welcher an einer Stelle ebendiesen Gedanken mit mir geteilt hat, hatte ich das Gefühl, dass die Autoren dies bewusst so ausgelegt haben.
 
Wer bereits die ersten beiden Bände gelesen hat, wird sicherlich mit erotischen Szenen rechnen. Diese bleiben natürlich auch in diesem Band nicht aus, aber sie sind nicht mehr allzu dominant in die Handlung integriert. Die Geige, deren Diebstahl sowie Summer und Dominik´s Gefühlschaos haben einen deutlich höheren Stellenwert.

Das Ende hat mir mit am Besten gefallen! Es bietet einen absolut passenden Abschluss, welcher anders nicht zum bisherigen Verlauf der Handlung und den Charakteren gepasst hätte und deshalb einfach wunderbar authentisch von den Autoren umgesetzt wurde.


 "80 Days - Die Farbe der Erfüllung" hat mich sehr von sich begeistern können. Die Charaktere haben mehr Tiefe erhalten und sich wohl oder übel mit deren Gefühlschaos auseinandersetzen müssen. Die Geschichte von Summer´s Geige ist sehr schön in die Handlung eingeflossen und die erotischen Szenen haben den Handlungsverlauf nicht dominiert. Ein gelungener Abschluss, welcher mit dem gewählten Ende wahre Begeisterung bei mir hervorgerufen hat.


In der Danksagung wird noch einmal explizit erwähnt, dass zwar die Geschichte von Summer und Dominik erzählt ist, man sich jedoch auf ein Wiedersehen mit ihnen in "80 Days - Die Farbe des Verlangens" freuen kann. Ich bin gespannt.. :D

Dienstag, 15. Januar 2013

Sushi oder Labskaus



Titel:
Sushi oder Labskaus                                                                                                              
 

Autor: Kerstin Michelsen
Erscheinungsdatum: 17. Dezember 2012
ASIN:
B00AQ5KY8M
              
                                                                                                



Cover-, Klappentext- und Zitatrecht: Kerstin Michelsen




"Für Florence, genannt Flo, geht ein Traum in Erfüllung. Sie reißt sich einen tollen Job unter den Nagel und kann endlich aus der Provinz in die Großstadt ziehen. Doch in der neuen Firma warten nicht nur berufliche Herausforderungen. Flos Standhaftigkeit wird durch die Avancen des gut aussehenden Juniorchefs auf eine harte Probe gestellt. Wenn dieser verflixt charmante Kerl nur nicht an jedem Finger noch drei andere Frauen hätte! Und dann ist da auch noch Jan, der Flo ebenfalls nicht mehr aus dem Kopf gehen will ..."




"Sushi oder Labskaus" ist die zweite Veröffentlichung der Autorin Kerstin Michelsen. Befasst sich ihre Erstveröffentlichung "Einfach so" mit einem doch sehr traurigen Thema, zieht es die Autorin mit "Sushi oder Labskaus" in das Genre "Chick Lit".

Flo ist eine sympathische Protagonistin, welche mehr oder weniger in ihren neuen Job "stolpert". Aufgrund einer Annonce in der Zeitung nutzt sie ihre Chance und bewirbt sich auf gut Glück bei einer Firma, bei welcher sie ziemlich unvorbereitet zum Vorstellungsgespräch auftaucht.  Dennoch gelingt es ihr den Job an Land zu ziehen und so muss sie bald feststellen, dass der Juniorchef Justus, welcher bei ihrem Vorstellungsgespräch nicht anwesend war, durchaus sehr attraktiv ist.
 
Dass Justus nicht nur Flo gefällt muss diese schnell feststellen, denn nicht nur dessen Schubladeninhalt sagt mehr über ihn aus, als ihr lieb ist, sondern auch die Arbeitskleidung ihrer Kolleginnen besteht überwiegend aus seeehr kurzen Röcken, ziemlich hohen Schuhen und die Mittagspause wird durch ein Thema dominiert.

Doch Flo hat Glück, und kommt ihrem Chef näher als sie jemals gedacht hätte. Und auch wenn sie weiß, dass sie bei diesem nie die erste Geige spielen wird, lässt sie sich auf ihn ein. Wäre das nicht schon schlimm genug, gibt es da auch noch Jan!  Der nette Lagerarbeiter, von welchem Flo ebenfalls sehr angetan ist... 

Zu Beginn des Buches wird man mitten in die Handlung geworfen. Von Anfang an weiß man daher als Leser, dass Flo sich in einer ziemlich fragwürdigen Situation wiederfinden wird. Die Antworten auf die Fragen wieso, weshalb, warum jedoch, die muss, man sich schon selbst erlesen ;). Die Umsetzung gelingt der Autorin sehr gekonnt. Langeweile kam während des Lesens nicht auf, sodass die Seiten nur so dahinflogen. Der rote Faden, welcher sich konsequent durch das Buch zieht, ist gut ausgearbeitet und lässt nach und nach die Situation entstehen, in welche man zu Beginn bereits hineinschnuppern durfte.

Die Geschichte besticht durch Witz in den Dialogen und eine authentisch dargestellte Frauenfreundschaft zwischen Flo und deren besten Freundinnen. Was ich als etwas widersprüchlich empfunden habe, war die leichte Doppelmoral, welcher sich Flo hingibt. Sie bemängelt in gewisser Weise, dass sich ihr Chef mit anderen Frauen einlässt, handelt aber selbst nicht wirklich anders. Ich empfand dieses Szenario nicht als abwegig, aber hier habe ich im Nachhinein doch etwas mit der Logik hinter Flo´s Gedanken gehadert. Ebenso kam auch das Ende ziemlich abrupt und mit einem (für meinen Geschmack) etwas unglaubwürdigem Ende.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und lässt sich schön lesen, weshalb ich dieses Buch ziemlich schnell verschlungen hatte. Die Charaktere sind durchweg facettenreich ausgearbeitet. Sei es Flo, aus deren "Ich"-Perspektive erzählt wird, was deren Gefühlswirrwar für mich als Leserin sehr greifbar gemacht hat oder die Möglichkeit, welche sich ihr während der Handlung eröffnet und ihr die Gelegenheit gibt, zu zeigen, was wirklich in ihr steckt.

Die männlichen Nebencharaktere könnten unterschiedlicher nicht ausgearbeitet sein. Auf der einen Seite ist da der gut aussehende "Hugh Grant - Klon", welcher keine Möglichkeit auslässt, kurzen Röcken nachzugaffen und sich stets rarmacht.  Manchmal kam in mir das Gefühl auf, dass die Firma gar nicht durch den Junior- oder Seniorchef, sondern durch deren Sekretärin Stützi geführt wird. Beide glänzen nämlich ziemlich oft durch Abwesenheit in der Firma.
Und auf der anderen Seite ist da der ebenfalls nicht zu verachtende Jan. Lagerarbeiter, fleißig und eine Seele, auf die man (Frau) sich verlassen kann. Dass hier die Gefühle der Protagonistin nicht so recht wissen, in welche Richtung es sie zieht, ist deshalb nur verständlich.

Doch für wen wird Flo sich entscheiden?



"Sushi oder Labskaus" besticht durch einen leicht und flüssig zu lesenden Schreibstil. Sehr schön fand ich, dass der Anfang neugierig auf den Handlungsverlauf macht und dieser nie ins Stocken geraten ist. Im Großen und Ganzen ist das Buch unterhaltend und durchaus empfehlenswert. Manche Ungereimtheiten, wie beispielsweise die Doppelmoral von Flo oder das für mich sehr überraschende Ende haben die Lesefreude zwar nicht unbedingt getrübt, mich jedoch mit einem Stirnrunzeln zurückgelassen. Wer eine leichte Lektüre für zwischendurch sucht, wird mit diesem Buch gewiss nichts falsch machen.

Donnerstag, 10. Januar 2013

Crossfire - Versuchung


Titel: Crossfire - Versuchung                                                       
Autor:
Sylvia Day
Originaltitel: Bared to You
Übersetzer: Eva Malsch, Nicole Hölsken
Erscheinungsdatum:
14. Januar 2013
ISBN:
978-3453545588
Verlag:
Heyne Verlag

Bestellen beim Bücherwurm Nürnberg -> hier                                                                       
 

Eva steht einen Tag vor ihrem ersten Arbeitstag als ihr ein Mann vor die Füße tritt, dessen Aufmerksamkeit sie sofort aufsich zieht. Die Spannung zwischen beiden Protagonisten ist sofort greifbar und doch merkt Eva, dass sie sich von diesem Mann lieber fernhalten sollte. Gideon jedoch, ist ein Mann, welcher sich nicht so schnell abwimmeln lässt. Er versucht Eva mit allen Mitteln für sich zu gewinnen... Doch können beide über die Schatten der Vergangenheit hinwegblicken?



"Crossfire- Versuchung" ist der erste Band der erotischen Liebesroman-Trilogie, welcher wohl jedes Frauenherz höher schlagen lässt. Mit einer Protagonistin, die weiß, was sie will und kein Blatt vor den Mund nimmt und einem Protagonisten, welcher sowohl anziehend als auch geheimnisvoll dargestellt ist, entwickelt die Autorin eine Handlung voller Liebe, sexueller Anziehung und Hindernisse. Obwohl die Geschichte aus Eva´s Ich-Perspektive erzählt wird, bleiben weder deren bester Freund Cary Taylor noch Gideon blass.

Zu Beginn lässt sich vieles nur erahnen. Angedeutete schwere Zeiten in der Vergangenheit von Eva geben dem Leser Rätsel auf, ohne dass man genervt die Augen verdreht, wann denn wohl die Erlösung kommen mag und man einen Blick hinter die Fassade der Protagonistin blicken darf. Dies hält den Spannungsbogen kontinuierlich hoch.

Zwischen den Protagonisten knistert es durchgehend und dieses Gefühl kam auch bei mir als Leserin sehr authentisch an. Mit Eva und Gideon hat die Autorin zwei starke, aber doch auch Charaktere geschaffen, welche den Schatten der Vergangenheit stets bei sich tragen. Was mir an Eva besonders gefallen hat, ist die Tatsache, dass sie nicht auf den Mund gefallen und keine prüde Protagonistin ist. Denkt man in einem Dialog, wie sie sich wohl daraus "retten" kann, liegt ihr ein flotter Spruch auf der Zunge, welcher nicht nur den Leser schmunzeln lässt.

Was (zumindest bei jenen, welche die Shades of Grey Reihe gelesen haben) gewiss auffällt, sind einige Parallelen. Beispielsweise der reiche, gut aussehende Hauptprotagonist. Was ich hierzu sagen möchte, ist lediglich: Ich war kein großer Fan der "SoG" - Reihe und ich liebe "Crossfire" schon jetzt heiß und innig! Meine Freude auf den 2. Band "Crossfire - Offenbarung" ist riesig und das liegt nicht alleine am viel zu schnell erreichten Ende des Buches. Ich hätte ewig in dieser Geschichte versinken können.
Und doch gleichen sich beide Handlungen nicht wirklich. Wer einen machtbesessenen und besitzergreifenden Hauptprotagonisten sucht, wird in "Crossfire" sehr lange danach suchen ebenso wie nach Wiederholungen im Kontext. Auch die erotischen Szenen sind prickelnd und emotional geschrieben und in keinster Weise miteinander zu vergleichen.
 Wer einen männlichen Charakter sucht, der zwar ab und an bestimmend sein, aber dennoch alles für die Frau seiner Begierde tun würde, der sollte unbedingt dieses Buch lesen!

Authentische Protagonisten und ein Schreibstil, welcher mich voll und ganz fesseln und für sich vereinnahmen konnte sind nur ein kleiner Teil dessen, wie begeistert ich von dem Auftakt dieser Trilogie bin. Was mir besonders aufgefallen ist, sind die authentisch dargelegten und umgesetzten Emotionen, sodass ich stets mit den Protagonisten gelitten und gefiebert habe.

Sylvia Day packt den Leser emotional, führt ihn langsam in die Geschichte ein und lässt einen dann vollkommen in dieser versinken. Neben den toll ausgebauten Hauptprotagonisten sind auch die Nebencharaktere schlüssig in die Handlung integriert. Taylor, Eva´s bester Freund und WG-Partner, welcher seinen eigenen Handlungsstrang erhält, ist durchgehend präsent und wird nicht einfach in die Handlung eingeführt und dann vergessen, wie es bei manch anderen Büchern mit Nebencharakteren oftmals der Fall ist.

Mit "Crossfire - Versuchung" hat die Autorin einen emotional packenden Auftakt der Trilogie hingelegt. Sowohl die Protagonistin Eva als auch Gideon sind keine unbeschriebenen Blätter und kommen durch deren Charaktereigenschaften authentisch beim Leser an. Ein Band voller Höhen und Tiefen lassen diesen an den Seiten kleben und mit den beiden Protagonisten fiebern, fühlen und leiden. Sehnsüchtig fiebere ich dem 2. Band entgegen, welcher für März 2013 geplant ist.

Sonntag, 6. Januar 2013

Dublin Street - Gefährliche Sehnsucht



Titel:
Dublin Street - Gefährliche Sehnsucht                                                       
Autor:
Samantha Young
Originaltitel: On Dublin Street
Übersetzer: Nina Bader 
Erscheinungsdatum: 15. September 2012
ASIN:
B00AFCOP2C
Verlag:
Ullstein Buchverlage GmbH
              

                                                                  



Cover-, Klappentext- und Zitatrecht: Ullstein Buchverlage GmbH

Jocelyn hat mit 14 Jahren ihre Familie bei einem Autounfall verloren. Seitdem schlägt sie sich mehr oder minder alleine durch´s Leben. Sie hat eine beste Freundin, welche mit ihrer verschlossenen Art durchaus leben kann, da diese ebenfalls vom Schicksal gebeutelt wurde.
Durch einen Umzug dieser, macht sich Jocelyn auf die Suche nach einer neuen WG. Als sie die leider teuerste aber auch letzte Möglichkeit ansehen möchte, trifft sie auf einen jungen Mann, welcher ihr eindeutige Avancen macht. Jocelyn ist sichtlich erleichtert, als sie die Wohnung erreicht und eine nette Mitbewohnerin sowie eine schöne,allerdings auch leicht chaotische Wohnung vorfindet. Allerdings hat die Sache auch einen (heißen) Haken.. und dieser nennt sich Branden.

Wahnsinn! Ein wirklich tolles Buch, welches ich innerhalb kürzester Zeit verschlungen habe, ist "Dublin Street"!
Jocelyn, die junge bereits vom Leben gebeutelte Protagonistin hat sich einen ziemlich dicken Schutzpanzer angelegt. Sie gibt stets nur so viel von sich Preis, wie sie es möchte - über ihre Familie zu sprechen: Ein absolutes "No go!". Durch den Umzug in eine gemeinsame WG mit Ellie muss sie jedoch feststellen, dass deren freundliche und offene Art ihre Schotten ab und zu zum Bröckeln bringt - was Joss so gar nicht recht ist.

Hinzu kommt noch Ellies Bruder Braden. Dieser bietet zwar alle zurzeit gängigen Klischees eines "Vorzeigehelden" (reich, Clubbesitzer, Geschäftsmann, gut aussehend, heiß) aber dennoch kann man ihn in keine wirkliche Schublade stecken und man (Frau) muss ihn einfach lieben. Joss Charakter ist ihm absolut ebenbürtig, denn auch sie ist nicht gerade arm und eine toughe Protagonistin, welche sich bisher hart durchs Leben kämpfen musste. Da man als Leser (zumindest denkt man das zunächst) von Beginn an über ihre Lebensumstände im Bilde ist und lediglich ihre neuen Freunde nichts davon wissen, liegt die Spannung zunächst mehr auf der Tatsache, wann sich diese dazu entschließt, diesen die Wahrheit zu sagen und ob Braden wirklich immer bekommt, was er will. Denn er will Jocelyn! Für sich alleine und am Besten sofort! Das Knistern beider Protagonisten ist ununterbrochen greifbar, doch Joss wäre nicht Joss, wenn sie sich nicht selbst im Weg stehen würde.

Erzählt wird die Handlung aus der Ich-Perspektive von Joss, was den Leser an deren Gefühlsleben teilhaben lässt.  Besonders gelungen fand ich die Szenen, welche ab und an unverhofft aus einem Gespräch mit Joss Psychologin in den Handlungsstrang integriert wurden. Hierbei erfährt man noch mehr über Joss Gedanken und Gefühlsleben und dass deren Psychologin eine sympathische Frau ist.

Braden ist der Typ Mann, wie er zur Zeit häufig auftaucht. Und doch unterscheidet er sich von anderen durch seine fürsorgliche und liebevolle Art, ohne dass er dabei wie ein Weichei dargestellt wird. Bisher hat er noch alles bekommen, was er wollte. Doch Joss stellt die wohl noch größte Herausforderung in seinem bisherigen Leben dar. Man könnte meine, dass beide Protagonisten seelenverwandt sind, was die erotische Anziehungskraft der beiden geradezu greifbar erscheinen lässt. Eine unerwartete Wandlung im Leben der beiden stellt diese vor eine ziemlich große Herausforderung und den Leser vor die große Frage: Haben die beiden eine Chance?

Die Charaktere sind trotz der einseitigen Erzählperspektive nicht blass. Und auch wenn der Erzählstrang sich mehr um Joss und Braden dreht, haben auch die Nebenprotagonisten wie Ellie oder Adam ihren eigenen Handlungsstrang, welcher sich gekonnt in die Handlung eingliedert. Der Schreibstil lässt sich angenehm und flüssig lesen und die gefühlten Emotionen der Hauptprotagonistin stets greifbar. Die erotischen Szenen sind gekonnt in die Handlung eingefügt und wirken keinesfalls plump oder fehl am Platz. 


"Dublin Street - Gefährliche Sehnsucht" war mein Knallerabschluss des letzten Jahres. Noch an Silvester habe ich dieses Buch anfangen und auch beenden müssen. Die Probleme der Protagonisten waren ebenso wie die Gefühle füreinander durchwegs greifbar und sehr authentisch von der Autorin umgesetzt. Eine tolle Liebesgeschichte, welche mich von und ganz von sich begeistern konnte.

Samstag, 5. Januar 2013

Verloren - House of Night 10

Titel: Verloren - House of Night 10                                                       
Autor: Kristin & P.C. Cast

Originaltitel: Hidden - House of Night
Übersetzer: Christine Blum
Erscheinungsdatum:
28. November 2012
ISBN:
978-3841422170
Verlag:
FISCHER FJB

Cover-, Klappentext- und Zitatrecht: FISCHER FJB

VORSICHT REZENSION SPOILERT DIE VORGÄNGERBÄNDE


Nachdem Neferet mit ihrem Gefäß Aurox das Ritual nicht verhindern konnte und Thanatos deshalb ihrer Tat auf die Schliche gekommen ist, muss diese sowohl das House of Night sowie ihre Stelle als Hohepriesterin aufgeben. Doch Neferet wäre nicht Neferet, wenn sie dies einfach so hinnehmen würde. Sie hat sich ihren eigenen Plan zurechtgelegt und ist bei dessen Umsetzung alles andere als zurückhaltend. Bald muss sie jedoch feststellen, dass nicht alles so läuft, wie von ihr geplant.
Zoey hingegen muss erkennen, dass sie als angehende Hohepriesterin endlich eingreifen und auch entsprechend handeln muss.

Erneut begleitet man als Leser Zoey und deren Freunde ins House of Night und die Tunnel der Jungvampire. Der Perspektivwechsel der einzelnen Erzählungen wurde auch in diesem Band beibehalten, was ich als sehr erleichternd empfunden habe. Zoey, welche zwar eine Hauptprotagonistin darstellt, ist für meinen Geschmack mit ihrer Position vollkommen überfordert. Die aus ihrer Sicht erzählten Handlungsstränge sowie deren Handeln wurden in diesem Band zur Sprache gebracht und haben für meinen Geschmack den Nagel so ziemlich vollkommen auf den Kopf getroffen. Interessant ist nun, zu beobachten ob Zoey sich diesen Rat zu Herzen nimmt, oder weiterhin in die Rolle der stetig weinenden und unentschlossenen Protagonistin fällt, deren Liebeschaos wohl nie ein Ende nehmen wird.

Konnten die Autorinnen mit dem 9. Band bei mir das Ruder noch einmal herumreisen (da hier die Erzählung nicht wie in den Vorgängern nur schleppend oder gar nicht vorangekommen ist, sondern wesentlich mehr zum Handlungsfortgang beigetragen wurde) nahmen sie dies in "Verloren" wieder ein bisschen auf. Hier zieht sich die Handlung zwar nicht ständig, aber ein kontinuierlicher roter Faden ist nicht wirklich zu verzeichnen. Ein großer Pluspunkt ist die flüssige Schreibweise, wodurch sich das Buch nicht schleppend, sondern leicht und flüssig lesen lässt. Dass die Dialoge weiterhin ziemlich jugendlich gehalten sind, dürfte einem nun bereits bekannt sein. Für meinen Geschmack und der Wichtigkeit der Charaktere sollte dies langsam allerdings etwas eingedämmt werden. Wer würde im Beisein oder mit einer Vampirin des Hohen Rates in diesem Alter in solch einem jugendlichen Slang sprechen?

Da der Hohe Rat nun erkannt hat, was es mit Neferet auf sich hat, versucht dieser erst einmal Schadensbegrenzung zu betreiben. Denn Neferet hat sich nicht sang- und klanglos aus dem House of Night verabschiedet und sich schon so einige Pläne zurecht gelegt. Dass auch diese als selbst ernannte Göttin nicht immer ihren Willen bekommt, lässt sie noch mehr verbittern und sich eine neue Idee zurechtspinnen ....

Man könnte vermuten, die Autorinnen  haben im Vorgängerband eine Reihe von veränderten Charakteren in Umlauf gebracht, welche sie in "Verloren" nun weiter ausgebaut haben. Die vormals anbahnende "Trennung" der Zwillinge hat nicht nur deren Charakter (meiner Meinung nach) erheblich aufgewertet, sondern lässt diesen ebenso eine neue Bedeutungen zukommen. Auch Kalona und Aurox bekommen eine neue Bedeutung in der Geschichte. Ich finde die Entwicklungen nicht unbedingt schlecht, wenn sich auch manchmal nur wage vermuten lässt, welche Richtung die Autorinnen hierdurch einschlagen wollen. Was mich etwas geärgert hat, war die Tatsache, dass es hierdurch fast nur um die veränderten Charaktere, nicht aber um die Handlung sowie deren Fortgang ging.

So sehr anderen Charakteren weiter ausgearbeitet oder umstrukturiert wurden, so vernachlässigt wurde Zoey. Die vormals als besondere Jungvampirin dargestellte Hauptprotagonistin sowie Aphrodite und Stevie Rae gelangen ziemlich in den Hintergrund. Dies lässt natürlich die Frage aufkommen, in wiefern diese so herausragend  in die Handlung eingeführt wurden, wenn deren Rolle immer weniger Wichtigkeit zugutekommt. Damit möchte ich gewiss nicht sagen, dass sie in den Hintergrund rücken, aber der Umfang des Handelns beschränkt sich in "Verloren" nur noch auf spezielle Handlungen.

Zum Ende hin nimmt die  Handlung an Spannung zu und läuft ziemlich rasant ab. Für meinen Geschmack fast schon ein bisschen zu rasant, wenn man den vorhergehenden doch eher schleppenden Handlungsverlauf in Betracht zieht. Denn das Ende, welches den Leser darauf vorbereitet, dass die Geschichte um Zoey, deren Freunden und auch Neferet noch nicht beendet ist, lässt einen ebenso ratlos wie auch ungewiss zurück, was einen wohl als nächstes erwarten mag.


"House of Night 10 - Verloren" ist ein Band der House of Night Reihe, welcher mich ziemlich zwiegespalten zurücklässt. Da dieses Buch keine allzu großen Überraschungen bietet, hat es sich für mich so gelesen, als versuchten die Autorinnen durch veränderte oder neu eingefügte Charaktere Schadensbegrenzung zu betreiben. Fraglich finde ich allerdings, was sie an der Handlung ausbauen und einfügen möchten, um diese spannend fortzuführen oder gar abzuschließen.

Freitag, 4. Januar 2013

Der lange Weg nach Amouliani



Titel:
Der lange Weg nach Amouliani                                                       
Autor:
Jürgen Schmidt
Erscheinungsdatum:
15. September 2012
ASIN:
B009AW0C5M
Verlag:
Satzweiss
              

                                                                  



Cover-, Klappentext- und Zitatrecht: Satzweiss

"Dieser Sommer wird heiß. Der Himmel ist voller Geigen und dazwischen leuchtet Hale-Bopp, der Jahrhundert-Komet. Die Frau am Fenster des Hauses gegenüber hat magische Kräfte. Frank fühlt sich unwiderstehlich von ihr angezogen und überlegt fieberhaft, wie er seinen blonden Traum erobern könnte, dessen Namen er auf „Barbara“ taxiert. Während sich vor seinem eher theoretisch ausgerichteten Auge schöne und skurrile Szenen abwechseln, wird er langsam auch im richtigen Leben aktiv. Leider zunächst stümperhaft, ein moderner „Hans-guck-in-die-Luft“ eben. Wird es ihm trotzdem gelingen, Barbara näher zu kommen?Ein herrlich hanebüchener Monolog; eine tragikomische Alltagsgroteske voller unerwarteter Wendungen und kafkaesker Elemente."

Der lange Weg nach Amouliani erzählt die Geschichte um den 23-jährigen Studenten Frank. Dieser lebt in Düsseldorf, und seit seine neue Nachbarin B. gegenüber eingezogen ist, scheint die Welt für ihn nichtmehr dieselbe zu sein. Immer weiter steigert er sich schon fast in seine Gefühle für die ihm eigentlich gänzlich unbekannte Frau und überlegt, wie er dieser wohl näher kommen könnte.

Hierdurch erlebt er Situationen, mit welchen er sich in lustigen Eigendialogen auseinandersetzt. Was mir während des Lesens aufgefallen ist, ist das ziemlich zu Beginn die D-Mark genannt wird. Dies hat mich etwas verwundert und im Laufe der Handlung lässt der Autor durchblicken, dass es sich um das Jahr 1997 handelt, in welchem diese spielt. Zu dieser Zeit war die gute alte DM durchaus noch vertreten, aber dennoch war es ungewöhnlich für mich, dies in einer aktuellen Lektüre zu lesen.

Durch diverse Gedankengänge nimmt einen der Autor mit in das Leben von Frank. Dieser denkt einen Gedankengang nach dem nächsten und lässt den Leser hierdurch an dessen Lebensumstände teilhaben. Rückblickende Gedanken führen Nebenprotagonisten in die Geschichte ein und erzählen, wie der Protagonist diese kennengelernt hat.

Wer glaubt, eine dem Genre Chick-Lit zugeordnete Liebesgeschichte zu lesen, der ist hiermit falsch bedient. Denn Frank macht seiner Angebeteten keine gewöhnlichen Liebeserklärungen. Er durchdenkt alle möglichen Schritte, setzt diese in die Tat um und scheint jedes Mal von Neuem auf die Nase zu fallen.

Ich muss gestehen, ich bin kein Fan von Monologen und bevorzuge doch eher die "leichte" Kost zu welchen ich "Der lange Weg nach Amouliani" definitiv nicht zählen würde. Kafka habe ich zuletzt als Pflichtlektüre in der Schule gelesen. Der lange Weg nach Amouliani bietet tiefgründiges Lesevergnügen und lässt einen das Gefühl erneut erleben, als man selbst verliebt, dem Menschen der Begierde allerdings noch ziemlich unbekannt war. Dies lässt einen als Außenstehenden oftmals lachend und kopfschüttelnd vor dem Ereader sitzen und sich denken: Junge, nun mach doch endlich! Doch selbst in einer solchen Situation steckend, würde man wohl nicht anders handeln.

Soviel man über Frank erfährt, so wenig weiß man über dessen "Barbara", welche er gedanklich auch liebevoll "Babsi" nennt. Sie bleibt durch die Handlung ziemlich blass. Denn alles, was man als Leser über Barbara erfährt, ist ein Ausdruck dessen was Frank aus deren Handeln als schlüssig erachtet.  Es dauerte ein bisschen, bis ich mit der Handlung sowie den vielen Informationen über Frank warm wurde. Doch schnell war da die große Sympathie für Frank auch die eigene Neugierde spürbar. Wird es ihm gelingen "Barbara" für sich zu gewinnen? Oder läuft Frank weiterhin einem Trugbild nach, welches er sich selbst zurechtgelegt hat?


"Der lange Weg nach Amouliani" bietet eine (Liebes)Geschichte, welche ich in dieser Form noch nicht gelesen habe. Aus der Sicht des Protagonisten Frank folgt man dessen (vergeblichen?) Versuchen die neue Nachbarin kennenzulernen und für sich zu gewinnen. Seine ausführliche Darstellung war für mich ab und an ein bisschen Zuviel des Guten, doch mit wachsender Sympathie und Mitgefühl für diesen musste ich unbedingt wissen, ob es ihm gelingt, seine heimliche Liebe für sich zu gewinnen.