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Mittwoch, 23. Januar 2013

Leaving Paradise



 

Titel: Leaving Paradise                                                                                         
Autor:
Simone Elkeles
Originaltitel: Leaving Paradise
Übersetzer:Katrin Weingran
Erscheinungsdatum: 14. Januar 2013
ISBN:
978-3570307939
Verlag:
cbt

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Cover-, Zitat- und Klappentextrecht: cbt


"Es gibt sie noch... die große Liebe

Das Letzte, was Caleb Becker vorhat, als er in seinen Heimatort Paradise zurückkehrt, ist, sich in Maggie Armstrong zu verlieben. Denn wegen Maggie, die er in jener fatalen Nacht mit dem Auto angefahren haben soll, war er verurteilt worden. Maggie wiederum will alles, nur nicht Caleb wiederbegegnen – dem Jungen, den sie für ihr Unglück verantwortlich macht. Und doch verbindet diese eine Nacht sie für immer, und so fühlen sich Caleb und Maggie, als sie sich wiederbegegnen, gegen ihren Willen zueinander hingezogen. Aber gerade, als die beiden sich näherkommen, kommen Dinge ans Tageslicht, die alles zu zerstören drohen…"

Mit Caleb und Maggie hat die Autorin zwei Charaktere geschaffen, welche unterschiedlicher nicht sein könnten. Als Leser begleitet man die beiden Protagonisten abwechselnd durch deren Ich-Perspektive durch ihre Geschichte. Hierdurch lernt man sowohl Caleb als auch Maggie Stück für Stück besser kennen.

Während Caleb mir sofort sympathisch war, musste ich mich mit Maggie erst noch anfreunden. Ihre zu Beginn ausgeprägte Zurückgezogenheit war für mich manchmal nicht wirklich nachvollziehbar. Natürlich ist sehr schlimm, was ihr zugestoßen ist, das möchte ich keinesfalls abstreiten. Jedoch kam es mir manchmal so vor, als versteckt sie sich hinter dem Unfall und reduziert sich selbst auf ein Minimum. Umso erleichterter war ich, als die gute Mrs. Reynolds in deren Leben tritt. Mrs. Reynolds ist eine ältere Dame, welche Maggie nicht als "das Mädchen mit der Behinderung" sieht, sondern ihr nach und nach zu immer mehr Selbstbewusstsein verhilft.

Caleb, welcher mit seinen 17 Jahren bereits ein Jahr im Gefängnis sitzen musste, ist ein unnahbarer Kerl mit einer harten Schale und einem weichen Kern. Mir hat vor allem seine Art sehr gut gefallen. Denn unter der harten Schale steckt ein verdammt guter Kerl, welcher sich selbst sehr oft im Weg steht. 

Die Annäherung von Caleb und Maggie ist nachvollziehbar und authentisch dargestellt. Die Anziehungskraft der beiden ist dermaßen greifbar, dass ich mit den Protagonisten mitgefiebert und gelitten habe. Als wäre die Tatsache, dass Caleb Maggie angefahren hat, nicht schon schlimm genug, hat es der arme Kerl bei seiner Wiedereingliederung alles andere als einfach.
Seine Eltern versuchen ihn in eine Rolle zu stecken, ihm eine Fassade aufzuerlegen und meiden ihn mehr, als dass sie für ihn da sind, um die Situation so gut wie möglich zu verdrängen. Zunächst spielt Caleb mit. Denn auch für ihn ist die Situation ungewohnt, nachdem er über ein Jahr im Gefängnis verbracht hat.
Alles scheint sich um ihn herum verändert zu haben und auch ihn hat die Zeit nicht spurlos zurückgelassen. Eine Person scheint jedoch nach wie vor die alte zu sein. Calebs Ex-Freundin Kendra. Diese geizt nicht mit ihren Reizen und dass Caleb im Gefängnis war, scheint ihr egal zu sein... Auch Caleb kann sich zunächst ihrer nicht erwähren, wären da nicht seine Gefühle für Maggie, welche eigentlich nicht sein dürften. Doch scheint Kendra mehr über die Unfallnacht zu wissen, als ihm lieb ist, wodurch er sich unter Zugzwang fühlt. Denn eines darf niemals ans Tageslicht kommen.... !

Die Jugendlichen müssen mit Vorurteilen, ihrer Vergangenheit, der Gegenwart und ihren Gefühlen kämpfen. Als Leser wird man auf eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle mitgenommen, welche mich die Seiten gebannt haben lesen lassen. Frau Elkeles hat es auch mit diesem Buch geschafft, meine Gefühlslage vollkommen durcheinanderzubringen und mich mit den verwirrenden Gefühlen der Protagonisten mitfühlen zu lassen. Und ich gestehe, mit dem Ende des Buches sowie den Enthüllungen während des Handlungsverlaufes hatte ich nicht gerechnet. Gerne wäre ich mehr als einmal zu ihnen ins Buch gesprungen und hätte ihnen einen Schubs in die richtige Richtung gegeben.

Durch die Ich-Perspektive weiß man als Leser, wie beide Protagonisten mit ihren Gefühlen hadern. Man durchlebt gemeinsam mit ihnen die Wandlung der Gefühle von Hass, Misstrauen bis hin zum großen Kribbeln im Bauch. Und doch hat man das Gefühl, es kann nicht gut gehen. Alle sind gegen Caleb. Allen voran dessen Eltern und Maggies Mutter, welche den Unfallverursacher ihrer Tochter gewiss nicht in deren Nähe haben möchte. Können die beiden diesen dennoch trotzen?

Die Nebenprotagonisten sind schön in die Handlung eingeflochten, wobei bei manchen nicht allzu sehr ins Detail gegangen wird. Dies stört den Handlungsverlauf jedoch nicht, sondern bereitet einige Charaktere gekonnt auf den Folgeband -Back to Paradise- vor (ich gestehe, ich musste diesen direkt im Anschluss lesen).

"Leaving Paradise" ist wieder einmal ein wunderschönes Buch welches aus der Feder von Simone Elkeles entsprungen ist. Gefühlvoll, aufwühlend und unerwartet beschreibt dieses tolle Buch wohl am Besten! Als Leser durfte ich mich auf eine wahre Achterbahnfart der Gefühle begeben. Haltet den Folgeband auf jeden Fall bereit!

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