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Freitag, 4. Januar 2013

Der lange Weg nach Amouliani



Titel:
Der lange Weg nach Amouliani                                                       
Autor:
Jürgen Schmidt
Erscheinungsdatum:
15. September 2012
ASIN:
B009AW0C5M
Verlag:
Satzweiss
              

                                                                  



Cover-, Klappentext- und Zitatrecht: Satzweiss

"Dieser Sommer wird heiß. Der Himmel ist voller Geigen und dazwischen leuchtet Hale-Bopp, der Jahrhundert-Komet. Die Frau am Fenster des Hauses gegenüber hat magische Kräfte. Frank fühlt sich unwiderstehlich von ihr angezogen und überlegt fieberhaft, wie er seinen blonden Traum erobern könnte, dessen Namen er auf „Barbara“ taxiert. Während sich vor seinem eher theoretisch ausgerichteten Auge schöne und skurrile Szenen abwechseln, wird er langsam auch im richtigen Leben aktiv. Leider zunächst stümperhaft, ein moderner „Hans-guck-in-die-Luft“ eben. Wird es ihm trotzdem gelingen, Barbara näher zu kommen?Ein herrlich hanebüchener Monolog; eine tragikomische Alltagsgroteske voller unerwarteter Wendungen und kafkaesker Elemente."

Der lange Weg nach Amouliani erzählt die Geschichte um den 23-jährigen Studenten Frank. Dieser lebt in Düsseldorf, und seit seine neue Nachbarin B. gegenüber eingezogen ist, scheint die Welt für ihn nichtmehr dieselbe zu sein. Immer weiter steigert er sich schon fast in seine Gefühle für die ihm eigentlich gänzlich unbekannte Frau und überlegt, wie er dieser wohl näher kommen könnte.

Hierdurch erlebt er Situationen, mit welchen er sich in lustigen Eigendialogen auseinandersetzt. Was mir während des Lesens aufgefallen ist, ist das ziemlich zu Beginn die D-Mark genannt wird. Dies hat mich etwas verwundert und im Laufe der Handlung lässt der Autor durchblicken, dass es sich um das Jahr 1997 handelt, in welchem diese spielt. Zu dieser Zeit war die gute alte DM durchaus noch vertreten, aber dennoch war es ungewöhnlich für mich, dies in einer aktuellen Lektüre zu lesen.

Durch diverse Gedankengänge nimmt einen der Autor mit in das Leben von Frank. Dieser denkt einen Gedankengang nach dem nächsten und lässt den Leser hierdurch an dessen Lebensumstände teilhaben. Rückblickende Gedanken führen Nebenprotagonisten in die Geschichte ein und erzählen, wie der Protagonist diese kennengelernt hat.

Wer glaubt, eine dem Genre Chick-Lit zugeordnete Liebesgeschichte zu lesen, der ist hiermit falsch bedient. Denn Frank macht seiner Angebeteten keine gewöhnlichen Liebeserklärungen. Er durchdenkt alle möglichen Schritte, setzt diese in die Tat um und scheint jedes Mal von Neuem auf die Nase zu fallen.

Ich muss gestehen, ich bin kein Fan von Monologen und bevorzuge doch eher die "leichte" Kost zu welchen ich "Der lange Weg nach Amouliani" definitiv nicht zählen würde. Kafka habe ich zuletzt als Pflichtlektüre in der Schule gelesen. Der lange Weg nach Amouliani bietet tiefgründiges Lesevergnügen und lässt einen das Gefühl erneut erleben, als man selbst verliebt, dem Menschen der Begierde allerdings noch ziemlich unbekannt war. Dies lässt einen als Außenstehenden oftmals lachend und kopfschüttelnd vor dem Ereader sitzen und sich denken: Junge, nun mach doch endlich! Doch selbst in einer solchen Situation steckend, würde man wohl nicht anders handeln.

Soviel man über Frank erfährt, so wenig weiß man über dessen "Barbara", welche er gedanklich auch liebevoll "Babsi" nennt. Sie bleibt durch die Handlung ziemlich blass. Denn alles, was man als Leser über Barbara erfährt, ist ein Ausdruck dessen was Frank aus deren Handeln als schlüssig erachtet.  Es dauerte ein bisschen, bis ich mit der Handlung sowie den vielen Informationen über Frank warm wurde. Doch schnell war da die große Sympathie für Frank auch die eigene Neugierde spürbar. Wird es ihm gelingen "Barbara" für sich zu gewinnen? Oder läuft Frank weiterhin einem Trugbild nach, welches er sich selbst zurechtgelegt hat?


"Der lange Weg nach Amouliani" bietet eine (Liebes)Geschichte, welche ich in dieser Form noch nicht gelesen habe. Aus der Sicht des Protagonisten Frank folgt man dessen (vergeblichen?) Versuchen die neue Nachbarin kennenzulernen und für sich zu gewinnen. Seine ausführliche Darstellung war für mich ab und an ein bisschen Zuviel des Guten, doch mit wachsender Sympathie und Mitgefühl für diesen musste ich unbedingt wissen, ob es ihm gelingt, seine heimliche Liebe für sich zu gewinnen.

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