Dieses Blog durchsuchen

Montag, 24. Dezember 2012

Frohe Weihnachten

Meine lieben Blogleser und liebe Autoren :)

Ich wünsche euch und euren Familien frohe Weihnachten und besinnliche Feiertage!
Genießt die Zeit mit euren Liebsten, genießt die strahlenden Kinderaugen beim Geschenke öffnen und nehmt euch auch ein bisschen Zeit für euch selbst!

Ich hoffe, für euch findet sich das ein oder andere Wunschbuch unter dem Baum. Wenn auch das Wetter leider nicht mitspielen wird, hoffe ich, dass ihr eine schöne Weihnachtszeit verlebt!

Ich wünsche euch einen guten Rutsch ins Jahr 2013. Kommt gesund und munter in ein erfolgreiches neue Jahr! 2012 war für mich ein besonderes Jahr. Ich durfte viele tolle und liebenswerte Menschen persönlich kennen lernen und auch einige Perlen an deutschen Indie Autoren entdecken!

Diesen wünsche ich auch im Jahr 2013 viel Erfolg und etwas mehr Beachtung! Sie haben es mehr als verdient, vor allem auf dem deutschen Buchmarkt, etwas mehr in den Mittelpunkt gerückt zu werden. ♥ 

Viele liebe Grüße,
eure Sonja ♥ 


Donnerstag, 20. Dezember 2012

80 Days - Die Farbe der Begierde (Band 2)







Titel: 80 Days - Die Farbe der Begierde                                                       
Autor:
Vina Jackson
Originaltitel: Eighty Days Blue
Übersetzer: Gerlinde Schermer-Rauwolf, Barbara Steckhan,  Thomas Wollermann
Erscheinungsdatum:
26. November 2012
ISBN:
978-3570585245
Verlag:
carl's books




Cover-, Klappentext- und Zitatrecht: carl's books

 REZENSION SPOILERT DAS ENDE VON BAND 1

"Junge, urbane, moderne Erotikliteratur!
Summer und Dominik haben sich nun in New York niedergelassen, wo sie versuchen, als Paar zu leben. Beide sind nicht daran gewöhnt, mit jemandem zusammen zu wohnen, und beide sind mit ihren Rollen der Unterwerfung und Dominanz beschäftigt. Summers musikalisches Talent wird erkannt und gefördert, und ein Dirigent empfielt ihr, eine Solokarriere zu starten. Da taucht ein früherer Liebhaber von Summer auf und erpresst sie mit kompromittierenden Fotos. Also akzeptiert sie, hinter Dominiks Rücken an einer Gruppensexparty teilzunehmen. Auch Dominik ist zufällig eingeladen. Zuerst sind beide schockiert. Doch dann genießen sie es umso mehr, was sie tun und beim anderen beobachten. Kurz darauf trennen sich ihre Wege. Doch Summer, die nun dem Sex völlig abschwört, kann Dominik und ihre gemeinsamen erotischen Abenteuer nicht vergessen …"

Im ersten Band um Summer und Dominik haben mir die "großen Gefühle" gefehlt. Nachdem ich nun Band 2 beendet habe, kann ich durchaus sagen, dass sich Gefühle von Dominiks Seite aus für Summer entwickeln, während ich mir bei ihr noch ziemlich unschlüssig bin. Summer ist auch in diesem Band ein wahrer Freigeist. Sie braucht ihre Freiräume und lebt durch die (un)glückliche Fügung einer Solokarriere mehr abseits von als mit Dominik.

Dies gibt beiden Protagonisten jedoch die Möglichkeit sich weiter zu entwickeln. Ich gestehe, ich war ziemlich überrascht von Dominik. Es scheint fast so, als hätten er und Summer in diesem Band die Rollen getauscht. War sie zunächst die sexuell Experimentierfreudige, so ist nun er am Zug. Ich möchte damit nicht sagen, dass Summer nun die Unschuld in Person darstellt, doch im Gegensatz zu ihm, verhält sie sich doch vergleichsweise recht züchtig. Hatte er zunächst auf mich den Eindruck des eher zurückhaltenderen Parts gemacht, so zeigt er sich in diesem doch recht aufgeschlossen, experimentierfreudig und auch sexuell offen. Er ist auf der Suche nach sich selbst und was für ihn infrage kommt und was eher nicht. Hierbei schreckt er vor so gut wie nichts zurück, wobei die Autoren einen als Leser niemals ausschließen.

Gemeinsam begibt man sich mit Dominik in die jeweiligen Situationen. Wie bereits im ersten Band nehmen auch hier die Autoren kein Blatt vor den Mund. Wer eher gefühlsbetonte erotische Romane mag, wird hier wahrscheinlich keine große Freude an den dargstellten Szenen haben. Wer jedoch neugierig ist und durchaus auch einmal über das "alltägliche Szenario" hinausblicken möchte, für den bietet 80 Days so einiges. Die Autoren lassen die Protagonisten ungezwungen und getrieben durch deren Lust durch die Handlung wandeln.

Dass Summers Abwesenheit dem Versuch eine Beziehung zu führen nicht gut tut und Dominik darüber nicht wirklich glücklich ist, lässt sich nicht übersehen. Durch seine Erzählung in der auktorialen Erzählperspektive blitzt immer wieder durch, dass er ganz und gar unglücklich darüber ist. Das Faszinierende an alldem war für mich, dass mir Summer, trotz deren Ich-Perspektive, immernoch unnahbar erscheint.

Mag es nun daran liegen, dass ich mich mit ihrer Einstellung und Neigung nicht identifizieren kann oder daran, dass sie selbst nicht genau weiß, wo sie hin möchte? Ich kann es ehrlich gesagt gar nicht so genau sagen. Einerseits lassen ihre Gedanken erahnen, dass sie Dominik vermisst, andererseits ist sie aber auch nicht wirklich abgeneigt, an der Erpressung ihres Exliebhabers teilzunehmen und genießt die Situation. Ebenso bietet auch er widersprüchliches Verhalten - als würden beide nicht zu ihren Gefühlen stehen wollen?

Wie ihr sicherlich merkt, ich bin hin und hergerissen und ich hoffe ja wirklich inständig, dass beide Protagonisten es irgendwann schaffen werden, ein klärendes Gespräch miteinander zu führen. Denn das fehlt meiner Meinung nach definitiv zwischen beiden und ist längst überfällig. Hat man das Gefühl es wird so langsam, gehen beide, anstatt aufeinander zu, wieder einen Schritt zurück.

Zum Ende hin, war ich etwas verwirrt und geradezu verwundert über Summer und deren Verhalten. Aber vielleicht musste dies sein um ihr die Augen zu öffnen?! Ich warte auf jeden Fall gespannt auf die Fortsetzung.

Was ich ebenfalls merkwürdig empfunden habe: Die komplette Handlung wird bereits im Klappentext erzählt. Wenn ich auch einiges etwas anders, als dort dargelegt, empfunden habe, hat es mich doch ein bisschen geärgert, mir jedoch nun bei der Rezension etwas mehr Erzählmöglichkeiten gegeben, ohne allzuviel zu Spoilern.

"80 Days - Die Farbe der Begierde" lässt vor allem Dominik weiterentwickeln und vermittelt eine Seite an Summer, welche man von ihr so noch nicht kennt. Man erfährt wesentlich mehr über beide Protagonisten als noch im Vorgängerband. Bereits bekannte Nebenprotagonisten wie beispielsweise Lauralynn tauchen ebenfalls auf und verleihen diesen mehr Farbe und Hintergrundinformationen
 
Ich hoffe sehr, dass sich im 3. Band "80 Days - Die Farbe der Erfüllung" die Protagonisten dazu aufraffen, ein klärendes Gespräch miteinander zu führen. Denn, obwohl sie meinen, die Grenzen klar gesteckt so haben, ist dem nicht so und ein ausführliches Gespräch zwischen ihnen ist meiner Meinung nach dringend nötig.

Dienstag, 18. Dezember 2012

Meltworld Shanghai








Titel: Meltworld Shanghai                                                                         
Autor:
Matthias Matting
Erscheinungsdatum:
24. November 2012
ISBN:
978-1481072113
Seiten: 322
Verlag: CreateSpace


Cover-, Klappentext- und Zitatrecht: Matthias Matting

"Shanghai. Eine brodelnde, undurchschaubare Metropole, deren Anziehungskraft sich niemand entziehen kann. Ein Moloch, der sich schleichend verändert: Wer hat alle Schatten verkürzt? Warum weht der Wind ständig auf die Stadt zu? Welche unsichtbaren Fäden ziehen verirrte Seelen in das Straßengewirr? Woher kommt die Welle unmenschlicher Gewalt, deren auf Zeitungspapier getrocknete blutige Gischt die 16-jährige Hannah Harlof seit einiger Zeit in ihrer Facebook-Chronik postet? Die Berlinerin, die erst seit kurzem mit ihren Eltern in Shanghai lebt, muss sich hier nicht nur einer neuen, komplizierten Sprache stellen. Sie erlebt uralte chinesische Traditionen und seltsame Rituale einer neuen Oberschicht. Sie erforscht düstere Schauplätze wie aus einer Alptraumversion ihrer Heimatstadt. Hannah stürzt in eine unmögliche Liebe, sie verschmilzt mit der "Meltworld Shanghai" – doch mehr als das: Ahnungslos treibt sie die ewige Vorherrschaft des absolut Bösen in der Welt der Menschen voran. Mit Original-Illustrationen."

Bevor ich mit der Rezension selbst beginne, möchte ich vorab noch etwas zu dem Buch sagen. Mit einer sehr gelungenen Idee hat der Autor seine Protagonistin Hannah Harlof bereits vor Erscheinen des Buches mit dem Leser bekannt gemacht. Vielleicht können sich einige von euch noch an die Postkarte aus Shanghai erinnern? Hierbei handelte es sich um die Protagonistin aus ebendiesem Buch, welche bereits auf Facebook verraten hat, dass sie das Gefühl hat, dass die Schatten kürzer werden und sich merkwürdige Dinge abspielen.

"Meltworld Shanghai" einen passenderen Buchtitel hätte Matthias Matting nicht wählen können. Denn der Autor lässt einen als Leser sowohl mit der Geschichte als auch Shanghai geradezu verschmelzen und auch im Verlauf der Handlung bekommt der Buchtitel immer mehr Wichtigkeit. Der bildliche Schreibstil schafft es, einem als Leser das Gefühl zu vermitteln, an den Handlungen und Schauplätzen der Protagonisten stets teilzuhaben.

Das Buch gliedert sich überwiegend in drei Erzählstränge. Hierbei ist über dem jeweiligen Kapitel zu entnehmen, ob es sich um die Erzählperspektive von "Hannah", "Hiro"  (ein Junge, welchen diese kennenlernt) oder "Es" handelt.  Zunächst war ich etwas verwirrt. Wer ist "Es"? Welchen Zweck hat dieses "Es" in der Geschichte? Doch gekonnt gelingt es dem Autor, die drei Erzählstränge nach und nach miteinander zu verknüpfen, und hierdurch immer mehr der geheimnisvollen Umstände preiszugeben. Obwohl die jeweiligen Perspektiven auktorial erzählt werden, erhält man nicht zu viele Hintergrundinformationen, was die Spannung bei mir stets gesteigert hat.

Besonders gut gefallen hat mir, dass Hannah nicht nur im Roman agiert, sondern manche ihrer Erlebnisse ebenso "belegt" sind. Sei es nun ein Facebook-Posting oder ein Link zu einer Schlagzeile, welche sich (wie in dem Buch erzählt) wirklich so ergeben hat. Dies verleiht der Handlung ein wahres Gänsehautfeeling. Denn die Vermischung von realen Begebenheiten mit fiktiven Handlungen ist hierdurch sehr authentisch dargestellt, sodass ich voll und ganz in der Geschichte um Hannah gefangen war.

Der Schreibstil lässt sich angenehm und flüssig lesen. Die Handlung baut nicht auf viele Dialoge, was mich bei manchen Büchern schon sehr gestört hat. Doch hier passt es einfach. Es bedarf nicht vieler Dialoge, um einem die Protagonisten näher zu bringen. Die auktoriale Erzählperspektive ist hierfür sehr gelungen gewählt, da diese einen durchweg an den Gefühlen der Protagonisten sowie deren Gedanken teilhaben lässt.

Was mir nicht so ganz in den Kopf wollte, war die Tatsache, dass Hannah sowie deren Familie auf manche Dinge ziemlich gefasst reagiert hat. Hier hatte ich stellenweise mit etwas mehr Skepsis oder auch Unglauben gerechnet. Zur Handlung selbst, möchte ich gar nicht allzu viel sagen. Ich möchte euch nur mitgeben, dass ihr euch von der Handlung voll und ganz in den Bann ziehen lassen solltet. Begebt euch gemeinsam mit Hannah nach Shanghai und lasst euch von den Beschreibungen Shanghai´s sowie den merkwürdigen Umständen verzaubern.   

"Meltworld Shanghai" nimmt den Leser mit auf eine Reise der Protagonistin Hannah Harlof. Gekonnt lässt der Autor die Realität mit dem Fiktiven verschmelzen. Gänsehautfeeling ausgezeichnet durch mysteriöse Umstände lassen die Handlung durchweg glaubwürdig erscheinen. Lediglich das Ende hätte ich mir ein bisschen ausführlicher gewünscht, obwohl dieses doch Spielraum für einen Folgeband bieten würde. Abgesehen davon, ist "Meltworld Shanghai" ein gelungener Debütroman von Matthias Matting, welcher mich, hoffend auf eine Fortsetzung, begeistert zurück lässt.

Übrigens, bei der lieben Biggi von "Bibliothek der vergessenen Bücher" findet ihr ein tolles Interview mit Hannah.

Freitag, 14. Dezember 2012

Wenn auch nur für einen Tag






Titel: Wenn auch nur für einen Tag                                                       
Autor:
Annette Moser
Erscheinungsdatum:
9. Oktober 2012
ISBN:
978-3785575611
Verlag:
Loewe Verlag




Cover-, Klappentext- und Zitatrecht: Loewe Verlag

"Lukas steht vor dem Nichts. Unter Zeugenschutz muss er alles verleugnen: seine Herkunft, seine Familie, sogar seinen richtigen Namen. Erst als er Jana kennen lernt, kann er sein neues Leben langsam akzeptieren.
Jana trauert um ihren Bruder Florian. Um den Schmerz zu lindern, verdrängt sie seinen Tod und verstrickt sich dadurch immer mehr in ein Gewirr aus Lügen.
Keiner von beiden ahnt, dass ihre Schicksale ausgerechnet durch Florians Tod verknüpft sind. Die Lügen drohen ihre Liebe zu zerstören. Dennoch wünschen sich Lukas und Jana nichts sehnlicher, als einmal ungetrübt glücklich sein zu dürfen – wenn auch nur für einen Tag."

Nach der "Du oder.... " Reihe von Simone Elkeles habe ich mich auf die Suche nach ähnlichen Büchern begeben. Der Klappentext von "Wenn auch nur für einen Tag" hat sich für mich ähnlich gelesen und deshalb ist dieses Buch sofort im Warenkorb gelandet.

Ich wurde mit dem Kauf keinesfalls enttäuscht! Annette Moser hat in diesem Buch eine gelungene Mischung erzeugt und mich auf eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle mitgenommen. Es gab Situationen, da habe ich mich fast nicht einkriegen können vor Lachen, was die Situationen sehr aufgelockert hat. Denn wie schon der Klappentext erahnen lässt, geht es sowohl in Lukas als auch in Jana´s Leben nicht immer rosig zu. Doch es gibt neben melancholisch und traurigen Situationen und so einige Herzklopfmomente.

Die Handlung wird abwechselnd aus Janas und Lukas Ich-Perspektive erzählt. Doch nicht nur von diesen beiden erfährt man etwas, sondern auch Matteo bekommt Platz in der Geschichte, was zwar gelungene und aufschlussreiche Rückblenden gibt, jedoch ebenso neugierig auf mehr Informationen macht.
Denn seine Rückblenden sind recht kurz und geben nur nach und nach preis, weshalb Lukas sich in dem Zeugenschutzprogramm befindet.

Jana und Lukas sind sehr sympathisch dargestellt, wodurch ich diese schnell in mein Herz geschlossen hatte. Obwohl einem als Leser schnell klar ist, was der springende Punkt in der Geschichte sein wird, wurde mir keinesfalls langweilig. Hier war eher das Gegenteil der Fall, ich habe das Buch innerhalb eines Tages gelesen.

Die Darstellung der Charaktere ist sehr authentisch und so sind auch die Dialoge und Gedanken der Protagonisten, ihrem Alter entsprechend, eher jugendlich gehalten. Sehr gut gefallen hat mir die Einbindung vereinzelter italienischer Wörter. Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm sowie flüssig zu lesen.
Nicht nur die Haupt,- sondern auch die Nebenprotagonisten sind liebevoll dargestellt. Dies lässt sie nicht blass erscheinen und gibt so gut wie jedem eine passende Rolle in der Handlung.

Obwohl mir schnell bewusst war, was bei beiden zum Problem werden wird, hat die Autorin es dennoch geschafft mich zu überraschen. Personen, mit welchen ich nie gerechnet hätte tauchen plötzlich auf und zum Ende lässt sie einen erneuten Kracher los, welcher mich wirklich sprachlos zurückgelassen hat. Dies hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Denn die Handlungsstränge sind zunächst leicht verwirrend. Warum ist Lukas im Zeugenschutzprogramm? Was ist mit Jana´s Bruder passiert? Erst nach und nach geht die Autorin dazu über, die Handlungsstränge gekonnt miteinander zu verknüpfen.

Aber das müsst ihr unbedingt selbst lesen.

"Wenn auch nur für einen Tag" hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte war zwar leicht vorhersehbar, aber dennoch konnte die Autorin einige Überraschungen mit einbauen. Die Protagonisten sind sowohl sympathisch als auch authentisch dargestellt. Der flüssige und leicht zu lesende Schreibstil hat mich das Buch innerhalb kürzester Zeit verschlingen lassen. Bitte mehr davon!

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, Grün vor Neid




Titel: Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, Grün vor Neid: Ein mörderischer Schneewittchenroman                                                       
Autor:
Gabriella Engelmann
Erscheinungsdatum:
August 2011
ASIN:
978-3401067704
Verlag:
Arena Verlag




Cover-, Klappentext und Zitatrecht: Arena Verlag

"Es war einmal ein wunderschönes Mädchen mit milchweißem Teint, rabenschwarzem Haar und blutroten Lippen.
Und es war einmal eine böse Stiefmutter, die selbstverliebt und von Neid zerfressen war.

Sarah versteht die Welt nicht mehr. Weshalb nur hasst ihre Stiftmutter Bella sie so sehr? Bella würde alles dafür tun, die schönste zu sein - und scheinbar ist ihr Sarah dabei ein Dorn im Auge. Sogar vor einem Mordanschlag schreckt Bella nicht zurück und Sarah flüchtet in eine WG. Die sieben Jungs kümmern sich rührend um ihre neue Mitbewohnerin. Doch während Sarah sich in Sicherheit wähnt und einen Modelvertrag unterschreibt, setzt Bella alles daran, ihre Konkurrentin ein für alle Mal zu beseitigen."

"Hach wie schööööön!", war mein erster Gedanke, als ich dieses Buch beendet hatte.
Gabriella Engelmann erzählt in "Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, Grün vor Neid" die Geschichte von Schneewittchen. Allerdings nicht so, wie ich es aus meiner Kindheit kenne, sondern als modernes Märchen.

Die Idee fand ich persönlich zwar klasse, allerdings habe ich mich schon gefragt, wie eine Umsetzung des Märchens in der heutigen Zeit funktionieren soll.
Letztendlich bleibt mir nur zu sagen, ich bin hin und weg. Obwohl der Verlauf der Handlung mir eigentlich bekannt ist, war es spannend und auch lustig, dieser Umsetzung der Autorin zu folgen.

Der Schauplatz Hamburg, der Neid der missgünstigen Stiefmutter, die schöne Sarah, welche sich der Gefahr dieser zunächst nicht wirklich bewusst ist und die "7 Zwerge" sind der Autorin wunderbar in der Umsetzung gelungen. Jeder Charakter (abgesehen natürlich von der Stiefmutter) ist liebevoll dargestellt. Die WG, in welcher die 7 Jungs leben, könnte nicht besser gestaltet worden sein und ja, wer würde bei diesen nicht gerne einmal vorbeispitzen oder eine Party mit diesen feiern wollen?
Die Jungs bestechen durch Charme und Hilfsbereitschaft. Und natürlich darf auch die Liebe nicht fehlen - welche sich durch eine Verkettung unglücklicher Umstände als gar nicht so einfach gestaltet.

Der Handlungsstrang wird aus der Sicht von Sarah erzählt. Hierbei folgt man deren Ich-Perspektive, was einem an ihren Gefühlen aber auch Gedankengängen teilhaben lässt. Dies machte mir Sarah schnell zu einer sehr sympathischen Protagonistin. Denn diese nimmt ihre Schönheit gar nicht als solche wahr und nach dem Mordversuch ihrer Stiefmutter, lässt sie sich nicht wirklich unterkriegen und versucht ihr Leben so normal es unter diesen Umständen möglich ist, weiterzuführen.  Ihr Charakter wurde ihrem Handeln und Alter entsprechend glaubwürdig umgesetzt. Dies zeichnet sich vor allem in dem Liebeschaos und der Situation mit Bella sehr gut ab.
Abwechslung zu Sarah´s Erzählstrang geben die Abschnitte aus Bella´s Perspektive. Hier erhält man als Leser einen Einblick auf deren verbittertes und auch eifersüchtiges Wesen.

Auf den Handlungsstrang selbst, möchte ich gar nicht genauer eingehen. Ich denke das Märchen dürfte jedem bekannt sein. Was hier jedoch besonders heraussticht, ist die Umsetzung. Denn Gabriella Engelmann lässt die Märchen modern aufleben. Dies dürfte vor allem der jüngeren Generation gefallen, da die Umstände doch wesentlich greifbarer sind, als noch bei den Gebrüdern Grimm. Was damals modern war, ist für manche heute eben doch recht altbacken.
Doch wie heißt es so schön? Die Mischung macht´s. Weshalb auch Bekanntes von der Autorin in der Handlung aufgenommen wurde. So findet man unter anderem das so typische Sprüchlein "Spieglein, Spieglein an der Wand.." auch in "Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, Grün vor Neid". Dies verleiht dem Buch das gewisse Etwas und bietet eine "Neuauflage" bekannter Märchen, zeitgemäß umgesetzt.

Die jugendliche Sprache lässt die Handlung, gemäß dem Alter der Protagonisten, authentisch erscheinen und durch den lockeren Schreibstil lässt sich das Buch sehr leicht und flüssig lesen. Innerhalb eines Tages hatte ich dieses geradezu verschlungen.

Gabriella Engelmann konnte mich mit ihrem modernen Märchen sofort verzaubern. Der leicht zu lesende Schreibstil ist perfekt auf die junge Zielgruppe zugeschnitten. Doch auch ich hatte große Freude an dem Buch. Liebevolle und sympathische Protagonisten, lustige Dialoge und pfiffige Ideen erzählen Schneewittchen in einer jugendlichen Sprache zur heutigen Zeit, was sowohl fesselt als auch Lust auf mehr macht.

Sonntag, 2. Dezember 2012

Lesemonat November

Ich wünsche euch einen schönen 1. Advent ^.^


Wahnsinn oder? Schon ist Dezember und Weihnachten steht vollkommen ungeplant vor der Tür ;-) Nein, Spaß beiseite, aber bei manchen Menschen könnte man das fast annehmen.

Der November war, was meine Lesestatistik angeht, nicht ganz so erfolgreich.
5 rezensierte Bücher und eine Programmvorschau. Gelesen habe ich zwar wesentlich mehr, aber vielleicht kennt ihr das auch, da sammeln sich dann 4 ausstehende Rezensionen, welche darauf brennen nachgeschrieben zu werden. Ich hoffe, im Dezember komme ich etwas besser voran.

Sooo nun aber zu den Rezensionen:

"Unerwartet" von Melanie Hinz:


Eigentlich wollte ich die Geschichte um Kati, Jakob und Paul so langsam wie möglich lesen, um länger etwas von dem Buch zu haben. Doch wie es mir bisher jedes Mal bei den Büchern der Autorin passiert ist, so war es auch diesmal der Fall: Ich konnte es nicht beiseitelegen. Eine spannende, gefühlvolle Handlung, welche voll und ganz in ihren Bann zieht sowie überraschende Wandlungen lassen es gar nicht anders zu. Gefühlvoll, erotisch, prickelnd: Unerwartet! Einen treffenderen Buchtitel hätte man hier nicht wählen können.

"Cyberstalker" von Jens Hildebrand:


Jens Hildebrand verknüpft hier gekonnt die Aufklärfunktion mit spannendem Lesestoff ohne böse den Zeigefinger zu erheben. Durch den leicht und flüssig zu lesenden Schreibstil ist man sofort mitten in der Geschichte gefangen.
Mit "Cyberstalker" konnte der Autor mich sehr von sich überzeugen und in seinen Bann ziehen. Ein Beiseitelegen, war mir unmöglich, wollte ich doch wissen, wie es für Lena weitergehen würde. Von mir erhält dieses Buch eine uneingeschränkte Leseempfehlung - welche ich vor allem Jungendlichen sehr ans Herz legen möchte.


"Reckless" von Cornelia Funke:
 
„Reckless – Lebendige Schatten“ hat mir durch die weiter ausgebauten Gefühlsregungen der Protagonisten zu Beginn gut gefallen. Leider scheiterte es ein bisschen an der Umsetzung und den doch blassen Charakteren. Ausschweifende Erzählungen, welche nicht wirklich zum Fortlauf der Handlung beitrugen, haben mir etwas der Lesefreude genommen. Die einfache Schreibweise gepaart mit ebensolchen Dialogen haben meinen Geschmack leider nicht so ganz getroffen.

"Anton Pfeiffer und der Zauberkongress" von Anna Carina Hashagen
 
Anton Pfeiffer und der Zauberkongress ist eine gelungene Geschichte um den jungen Anton, welcher entdeckt, was anderen Menschen verschlossen bleibt. Ein Buch voller liebevoller Details, welches nicht nur die Fantasie meiner Tochter, sondern auch meine ergreifen konnte.

 "Mein großes Vorlesebuch"

Ich kann abschließend nur sagen, dass ich die Auswahl der Geschichten der Stiftung Lesen einfach klasse finde. Sowohl die Vorlesetipp´s als auch die kurzen Geschichten laden zum Vorlesen vor dem Schlafen gehen ein, bieten aber auch an verregneten Tagen, wunderbaren Lesestoff – für mich eine absolute Empfehlung für alle Eltern, die ihren Kindern oft und gerne schöne Geschichten vorlesen.

Sooo das war es für den Monat November auch schon ^,^
Wie sieht es eigentlich bei euch aus? Habt ihr schon alle Weihnachtsgeschenke? Befinden sich darunter auch Bücher?

Und welche Bücher stehen bei euch denn auf dem Wunschzettel?! =)

Liebe Grüße,
eure Sonja

Samstag, 1. Dezember 2012

80 Days - Die Farbe der Lust




Titel: 80 Days- Die Farbe der Lust                           Autor: Vina Jackson
Originaltitel: Eighty Days Yellow
Übersetzer: Gerlinde Schermer-Rauwolf, Barbara Steckhan, Thomas Wollermann
Erscheinungsdatum:
22. Oktober 2012
ISBN:
978-3570585221
Verlag: carl's books
Cover-, Klappentext- und Zitatrecht: carl´s books

"Junge, urbane, moderne Erotikliteratur!
Frustriert von einer unbefriedigenden Beziehung findet die leidenschaftliche Violinistin Summer Erfüllung in der Musik. Sie spielt nachmittags in der Londoner U-Bahn auf ihrer ramponierten Violine Vivaldi. Als ihre Geige sich nicht mehr reparieren lässt, bekommt sie von Dominik, einem Uniprofessor mit ausschweifenden Fantasien, ein erstaunliches Angebot: Er möchte ihr eine wertvolle Violine schenken, wenn sie ihm ein privates Konzert gibt. Also spielt sie für ihn in der Krypta einer Kirche – doch muss sie dabei nackt sein, während Dominik den anderen Musikern die Augen verbunden hat. Summer spürt, wie sehr Dominik sie anzieht und in ihr bisher unbekannte Saiten zum Schwingen bringt: Sie beginnt eine intensive erotische Liaison mit ihm, in der sie ihre lange verleugnete dunkle Seite ausleben kann. Doch hat eine alles verschlingende Beziehung ohne Tabus Bestand? Berauschend, verführerisch, aufreizend kühn, ist »80 Days – Die Farbe der Lust«, eine Liebesgeschichte, die den Leser atemlos zurücklässt, mit dem Wunsch, so bald wie möglich mehr zu lesen."

Unvoreingenommen bin ich an "80 Days - Die Farbe der Lust" herangegangen.
Zunächst möchte ich erwähnen, dass ich sehr angenehm vom Schreibstil der Autoren überrascht wurde. Man merkt, dass diese bereits vor "80 Days" Bücher geschrieben und veröffentlich haben, auch wenn durch deren Pseudonym nicht ersichtlich ist, um wen es sich genau handelt. Das Buch hat sich sehr schön lesen lassen und ich empfand die Ausdrucksweise als angenehm, wenn es stellenweise auch etwas vulgär wurde. Anders formuliert hätte es in der Handlung jedoch ziemlich unglaubwürdig gewirkt.

Summer, aus deren Ich Perspektive man der Geschichte unter anderem folgt, ist eine sympathische junge Frau. Ihre große Liebe gilt der Musik und ihre Geige versetzt sie währende dem Spielen in eine Art Trancezustand, in welchem sie alles um sich herum vergisst. Wer jedoch erwartet in "80 Days - Die Farbe der Lust" einen Roman voller Liebe und großer Gefühle zu lesen, dem sei gleich gesagt, dem ist nicht so. Denn hiervon ist (bislang) nicht viel zu spüren. Es geht um Verlangen und Lust. Die Erfahrung, eigenen Grenzen kennenzulernen und sich auch unbekannten Dingen zu stellen. Hier agiert Summer sehr offen, was nicht von heute auf morgen geschieht, sonder hierzu hatte sie, wie durch einige Rückblenden und Erzählungen aus ihrem Leben zu entnehmen ist, wohl schon immer eine gewisse Neigung.

Da ihr der richtige Partner hierfür bislang fehlt und sie sich sowohl sexuell als auch generell in ihrer Beziehung leicht frustriert fühlt, trennt sie sich von ihrem Freund. Dieser ist ein geradezu biederer Geschäftsmann und scheint kurzzeitig über den Verlust von Summer zu trauern. Lange rennt dieser seiner Angebeteten nicht hinterher, worüber diese auch nicht allzu traurig ist.

Dominik hingegen sieht Summer zum ersten Mal in einer U-Bahn-Station und ist sofort fasziniert von der jungen Frau. Zu seiner Person selbst erhält man leider nicht allzu viele Informationen. Überwiegend erfährt man, dass er sich mehr oder minder von einer Affaire in die nächste begibt. Zunächst hatte ich, aufgrund des Klappentextes angenommen, dass er Summer in die Fetischszene einführt. Dem ist jedoch nicht so.

Was Dominiks Sicht ganz klar von Summer´s Erzählung unterscheidet, ist die auktoriale Erzählperspektive. Diese wird in seinen Kapiteln angewendet und knüpft nicht immer an den vorherigen Handlungsstrang an. Manche Handlungsstränge hingegen wurden erneut aufgegriffen und aus der Sicht von Dominik geschildert.

Durch seine Fantasien, welche er mit Summer auslebt, weckt Dominik bei dieser den Geschmack. Als ihre "Freundin" Charlotte, Summer mit auf eine Fetischparty nimmt, fühlt sich diese sehr wohl und lässt sich vollkommen gehen. Hier entdeckt sie Praktiken, welche sie ansprechen. Summer erlebt eine neue Seite an sich und zu Beginn war dies auch noch im soften SM-Bereich. Mit dem Fortlauf der Handlung gerät Summer, mehr oder minder ungewollt, immer weiter in die SM-Szene und lässt so einiges mit sich machen, was für mich nicht mehr wirklich nachvollziehbar war.
Durch deren Handeln kam es mir nach und nach so vor, als würde sie sich selbst und damit die zunächst starke Persönlichkeit, welche sie vermittelte, immer weiter ignorieren. Wird ihr es am Ende dennoch gelingen, sich der Situation, in welche sie geraten ist hinauszumanövrieren?

Den Werbespruch: "Wer Shades of Grey mochte, wird 80 Days lieben" würde ich so nicht unbedingt unterschreiben (zumal ich kein großer Fan des ersten und letzten Teils war).
In "80 Days" wird man als Leser zudem wesentlich tiefer und näher an die Fetisch- und SM- Szene herangeführt. Dort wo Shades of Grey "endet" fängt "80 Days" gerade erst an. Dass einer der Autoren in dieser Szene verkehrt, lässt darauf schließen, dass die beschriebenen Szenen durchaus so praktiziert werden.

Ob und wie es zu romantischen Gefühlen zwischen den beiden Protagonisten kommen wird, ist nicht der einzige Grund, weshalb ich die Reihe weiter verfolgen werde. Der Schreibstil lässt sich leicht und flüssig lesen, und sofern Summer sich treu bleibt, ist diese eine durchaus sympathische Protagonistin. Ich befürchte zudem, dass auf die Protagonisten aufgrund des Endes, noch so einiges zukommen wird. "80 Days - Die Farbe der Lust" bietet keine romantische Liebesgeschichte, sondern führt einen als Leser tief in die SM- sowie Fetischszene ein. Es befasst sich mit der sexuellen Findung der jungen Protagonistin und hat mich manchmal ziemlich sprachloszurück gelassen.