Dieses Blog durchsuchen

Dienstag, 31. Juli 2012

Pfad des Tigers

                                                                                                                                          
Titel: Pfad des Tigers


Autor: Colleen Houck
Originaltitel:
Tiger's Quest
Übersetzer:
Beate Brammertz
Erscheinungsdatum:
18. Juni 2012
ISBN:
978-3453267749
Seitenanzahl:
592
Verlag:
Heyne




VORSICHT SPOILERT DAS ENDE VON BAND 1


Kurzbeschreibung:
In dem indischen Tigerprinzen Ren hat Kelsey ihre große Liebe gefunden. Doch dann verlässt sie ihn und versucht in den USA, an ihr altes Leben anzuknüpfen. Dies gelingt ihr auch fast – bis Ren in Menschengestalt vor ihrer Tür steht. Die Sehnsucht hat ihn zu Kelsey getrieben. Außerdem hofft er auf ihre Hilfe, denn auch sein Bruder Kishan wurde dereinst von dem dunklen Magier Lokesh verflucht. Seither streift er als schwarze Raubkatze durch den undurchdringlichen Dschungel Indiens. Ob als Mann oder Tiger: Kishan ist in allem das Gegenteil von Ren, sein Charisma und seine Attraktivität sind so unwiderstehlich wie gefährlich. Vor langer Zeit brach er Rens Herz, als sie um die Gunst derselben Frau warben. Und nun ist es Kelsey, die, ohne es zu wollen, in seinen Bann gerät. Währenddessen schwebt Ren in höchster Gefahr. Nur Kelseys Liebe kann ihn retten – doch für wen wird sie sich entscheiden?

Meine Meinung:
Nach dem fesselnden ersten Teil "Kuss des Tigers" habe ich auch diesen Band geradezu verschlungen.

Die Geschichte um Ren und Kelsey beginnt dort, wo der erste Band geendet hat. Kelsey ist auf dem Weg nach Hause und wird gleich von mehreren Dingen überrascht, denn nun kann sie nicht nur ein neues Auto als ihr Eigen nennen, sondern auch eine Haushälfte, deren Inhalt sie sehr an Ren erinnert und von diesem gekauft wurde. Zunächst doch etwas überrumpelt von diesem Geschenk, versucht Kelsey sich mit der Situation anzufreunden. Ihre Tage laufen in einer Art Trance ab, da sie Ren ziemlich vermisst und ihre Entscheidung ihn zu verlassen bitter bereut. Bis sie eines Tages zu einem Date eingeladen wird. Schnell finden sich noch zwei weitere Jungs, welche um ihre Gunst werben und so versucht Kelsey sich etwas abzulenken. Doch "Pfad des Tigers" wäre nicht "Pfad des Tigers", wenn nicht auch Ren und Kishan auftauchen würden. Und so geschieht es, dass Ren vor Kelseys Tür steht, welche ihren Augen zunächst nicht trauen mag.

In meiner Rezension zu "Kuss des Tigers" hatte ich gehofft, dass Kishan im Folgeband etwas mehr auftaucht. Und es scheint, als hätte die Autorin meinen Wunsch gehört, denn der Handlungsstrang in der Mitte des Buches dreht sich überwiegend um Kishan und Kelseys Beziehung zueinander, während diese versuchen den zweiten Bann zu dem auferlegten Fluch zu brechen. Hierbei knistert es nicht nur gewaltig, sondern es wird auch viel gestritten, denn Kishan ist sehr direkt und nimmt kein Blatt vor den Mund wohingegen Kelsey schwer mit ihren Gefühlen zu kämpfen hat. Sie liebt Ren, welcher sich in Gefangenschaft befindet, und doch kann sie nicht bestreiten, auch für Kishan Gefühle zu hegen.

Diese Zerrissenheit von Kelseys Gefühlen hat die Autorin sehr gut zum Ausdruck gebracht. Doch nicht nur hier lässt Colleen Houck den Leser authentisch an der Handlung teilhaben, erneut nimmt sie einen mit, auf eine Reise nach Indien, welche es in sich hat. In der es vor merkwürdigen, interessanten aber auch makaberen Gestalten nur so wimmelt. Neue Sagen, ein erneutes Treffen mit der Göttin und spannende aber auch sehr nervenaufreibende Aufgaben, welche es für Kelsey und Kishan zu lösen gilt und nicht zu vergessen: der Versuch Ren zu retten. Dieses Buch hat einiges zu bieten und steht "Kuss des Tigers" in nichts nach.

Kelsey entwickelt sich im Vergleich zum ersten Band weiter. Ihren Entschluss zum Ende vom ersten Band konnte ich nicht so wirklich nachvollziehen, weshalb mich ihre Reaktion als Ren plötzlich vor ihr steht, doch positiv überrascht hat.Was ich an dieser Reihe besonders faszinierend finde, ist, dass die Autorin einen auf eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle mitnimmt.  Als Leser kann man lachen, weinen, mitfiebern, mitzittern oder bangen, ohne dass die Handlung an Spannung verliert oder allzu übertrieben dargestellt ist. Nicht nur Kelsey erhält mehr Tiefe, sonder auch Kishan. Er ist nach wie vor mein unangefochtener Lieblingsprotagonist, weshalb mir der Ausbau seines Charakters sowie dessen ständige Präsenz sehr gut gefallen hat. Denn nun lernt man als Leser auch mehr von dem zunächst unnahbaren Bruder kennen, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Ren gelangt hierdurch zwar ziemlich in den Hintergrund, was mir jedoch keinen Abbruch der Lesefreude beschert hat.

Mit dem Ende ist der Autorin wieder ein gemeiner Cliffhanger gelungen, welcher mich nahezu brennend auf den dritten Band "Fluch des Tigers" warten lässt. 

Mein Fazit:
"Pfad des Tigers" steht dem ersten Band "Kuss des Tigers" in nichts nach. Spannend geht die Reise von Kelsey weiter, welche den Fluch ihres Tigers um jeden Preis bannen möchte. Etwas schade finde ich, dass das Cover keinen schwarzen Tiger zeigt, was hier wesentlich besser zum Inhalt des Buches passen würde. Ich freue mich schon sehr auf die Forsetzung und vergebe begeisterte 5 von 5 Bücherjunkies.




Montag, 30. Juli 2012

Echo der Vergangenheit


Titel: Echo der Vergangenheit                                                                                    
Autor: Cynthia Eden
Originaltitel: Deadly Heat
Übersetzer: Katrin Mrugalla, Richard Betzenbichler
Erscheinungsdatum: 8. Juni 2012
ISBN:
978-3802586286
Seitenanzahl:
411
Verlag:
Egmont LYX





Kurzbeschreibung:
SPIEL MIT DEM FEUER …
Er nennt sich Phoenix und verbrennt seine Opfer bei lebendigem Leib – ein brutaler Serienmörder versetzt die Kleinstadt Charlottesville in Angst und Schrecken. Brandermittlerin Lora Spade setzt alles daran, dem Morden ein Ende zu bereiten und den Täter zu stellen. Unterstützung erhält sie von dem FBI-Agenten Kenton Lake, der allerdings schon bald einen furchtbaren Verdacht hegt: Phoenix scheint aus den Reihen der Feuerwehrleute selbst zu stammen …

Meine Meinung:
"Echo der Vergangenheit" ist der zweite Teil der "Deadly Heat Reihe" der Autorin Cynthia Eden. Dieser Band handelt von einem Serientäter, welcher seine Opfer bei lebendigem Leib verbrennen lässt und an dessen Fersen Kenton Lake sich heftet. Schnell stellt sich heraus, nicht nur er möchte den Täter fassen. Denn genauso gerne möchte Feuerwehrfrau Lora Spade die Fälle aufklären und den Täter so schnell wie möglich zur Rechenschaft ziehen. Zusammen wollen sie versuchen den Fall zu lösen, was sie (nicht nur beruflich) näher zueinander bringt, als ihnen zunächst lieb ist. 

Der Autorin gelingt es einen, durch ihren sehr flüssig zu lesenden Schreibstil, ab der ersten Seite in den Bann der Geschichte zu ziehen und das Buch dadurch quasi auf einmal verschlingen zu lassen. Die Hauptstory ist gut durchdacht und die Mischung aus Thriller und Romanze ist sehr gut gelungen. Den Hauptteil der Geschichte nimmt jedoch die Thrillerhandlung ein. Diese handelt (kurz zusammengefasst) von einem Täter, welcher Brände legt und zeitgleich die Feuerwehr anruft, um diesen mitzuteilen, dass jemand in einem Brand steckt und sie sich beeilen sollen. Als Leser erhält man sowohl eine auktoriale Sicht der Dinge was sich bei Kent und Lora, als auch kurze Passagen, was sich gerade im Kopf des Täters sowie um diesen herum abspielt. Hierdurch erhält auch Phoenix eine gut dosierte Präsenz während der Handlung, was einem jedoch keinen wirklichen Aufschluss darüber gibt, wer sich dahinter verbergen könnte.

Was ich etwas zu bemängeln finde, ist der Hauptprotagonist Kenton. Während Lora gut ausgearbeitet ist, wirkt er sehr undurchsichtig. Über sein Privatleben beziehungsweise ihn selbst erfährt man nicht wirklich viel, was im Gegensatz zu der gut ausgearbeiteten Lora sofort ins Auge sticht. Auch über seine Vergangenheit erfährt man zunächst recht wenig. Wie der Titel vom Buch schon verrät, gibt es etwas, was beide Protagonisten in der Vergangenheit mitgenommen hat und womit sich ein Teil der Handlung in "Echo der Vergangenheit" etwas näher beschäftigt.

Die Beziehung zwischen Kenton und Lora entwickelt sich recht stürmisch und besteht zunächst nur aus körperlicher Anziehungskraft zwischen den beiden Protagonisten.
Auf der einen Seite ist hier Kent, welcher sich von Lora angezogen fühlt und sich mit einer Affaire den Job etwas "versüßen" möchte und dann ist da Lora, die eigentlich einfach nur vergessen will. Vergessen, was passiert ist, vergessen, was noch auf sie zukommen könnte.

Wie die Autorin bereits im Vorwort erwähnt, mag sie keine schwachen Protagonistinen, was ihr bei Lora´s Charakter sehr gut in der Umsetzung gelungen ist. Sie fällt nämlich definitiv nicht in die Schiene schwaches Mädchen muss unbedingt gerettet werden, sondern sie weiß sich selbst zu helfen und ist, gerade als Feuerwehrfrau, eine toughe Persönlichkeit, deren Herz am rechten Fleck sitzt. Sie trägt das Herz auf der Zunge und dennoch strahlt sie eine gewisse, aber angemessene Portion Selbstbewusstsein aus. Besonders das Kennenlernen von Kent und Lora ist sehr amüsant zu lesen.

Die Thrillerhandlung ist spannend zu lesen und das makabere und auch kranke Spiel des Täters hat mir mehr als einmal den Atem stocken lassen. Wer verbirgt sich hinter dem Synonym Phoenix und was will er mit den Bränden bezwecken? Wieso hat er gerade diese Opfer ausgewählt und werden die beiden ihn stellen können, ohne selbst in die Schusslinie zu geraten? Bis zuletzt wusste ich nicht recht, wer für die gelegten Brände verantwortlich ist.

Anmerken möchte ich noch, dass mir zu Beginn nicht bewusst war, dass es sich bereits um den zweiten Band einer Reihe handelt. Dennoch konnte ich der Handlung sehr gut folgen und mir haben keine großen Vorkenntnisse gefehlt. Wie ich am Klappentext lesen konnte, ist es im ersten Band um Monica gegangen, welche auch in diesem Band eine Rolle spielt. Da mich die Andeutungen was im ersten Band geschehen ist neugierig gemacht haben, werde ich gewiss auch diesen Band lesen.

Mein Fazit:
Echo der Vergangenheit ist ein gelungener Genre Mix. Von Romantik zu Thriller ist alles vertreten. Auch erotische Passagen sind vorhanden. Diese glänzen zwar nicht durch besonderen Einfallsreichtum, sind jedoch stimmig in die Handlung integriert. Die Spannung zieht sich kontinuierlich durch das Buch, sodass ich (im wahrsten Sinne des Wortes) brennend daran interessiert war, wer für die Brände verantwortlich ist. Ziemlich schnell habe ich mich als ein Teil des Teams gefühlt, was den Spannungsfaktor ziemlich erhöht hat.

Von mir gibt es 4 von 5 Bücherjunkies.




Sonntag, 22. Juli 2012

House of Night 9: Bestimmt



Titel: House of Night 9: Bestimmt                                                  

Autor: P.C. Cast, Kristin Cast                               
Originaltitel:
Destined/House of Night 9
Übersetzer:
Christine Blum
Erscheinungsdatum:
15. Mai 2012
ISBN:
978-3841420091
Seitenanzahl:
544
Verlag:
Fischer FJB




Vorsicht! Rezension Spoilert die Vorgängerbände!


Kurzbeschreibung:
Zoey ist wieder zurück im House of Night in Tulsa, gemeinsam mit ihrem Krieger Stark, der sie beschützt. Doch nun wird ein Treffen mit der nach Rache dürstenden
Hohepriesterin Neferet unausweichlich. Neferet ist noch immer mit den Mächten der Finsternis im Bunde, ihre Macht größer denn je. Ist Zoey wirklich sicher in diesem
Haus? Und weiß sie, wer ihre wahren Freunde sind? Auch für Rephaim, der Stevie Rae nicht mehr aus den Augen lässt, entscheidet sich jetzt alles: Durch eine Gabe
der Göttin Nyx hat er menschliche Gestalt angenommen und kann auf diese Weise endlich mit ihr zusammen sein. Doch wird er den Weg des Guten auch weiterhin gehen?
Kann die Liebe siegen, wenn sie von den Mächten der Finsternis auf den Prüfstand gestellt wird?

Meine Meinung:
Der 9. Band der House of Night Reihe schließt nahezu nahtlos an das Ende des Vorgängerbandes an. Zoey hat hart damit zu kämpfen, dass Nyx ihr im Traum das Eintreten ihrer Mutter in Nyx Reich gezeigt hat. So ganz will sie dies nicht wahr haben, weshalb sie zunächst versucht sich von diesen Gedanken abzulenken, was ihr bei den ganzen Problemen drumherum nicht allzu schwer fällt.

Was mir an diesem Band wieder leichter negativ aufgefallen ist, sind die vielen Wiederholungen. Es dürfte jedem, der den mittlerweile 9. Band dieser Reihe liest, bekannt sein, dass zum Beispiel Stark Zoeys Krieger ist, welcher stets zu ihr steht und seit dem Geschehen auf der Insel Skye unter Albträumen leidet. Dennoch finden sich hier zu Beginn viele Wiederholungen sowie Dialoge, welche zu dem Fortschreiten der Handlung nicht im geringsten beitragen.

Bei der erste Begegnungen mit der Clique wirkt Neferet verhältnismäßig kühl und distanziert. Zoey hingegen verfällt ab und an in die Rolle der ungehaltenen Göre, weil sie sich Neferet gegenüber zwar behaupten und deren wahres Ich preisgeben - jedoch keiner der Außenstehenden dies sehen möchte. Neferets Verbundenheit mit der Dunkelheit bildet sich in diesem Band immer weiter aus, sodass diese von der Dunkelheit stets umgeben ist, was ebenfalls keiner wahrzunehmen scheint. Was das erste Drittel vom Buch ausmacht, ist leider eine Story, welche sich mehr oder minder im Kreis dreht und in welcher nicht wirklich viel passiert, was ich bereits bei den Vorgängerbänden bemängeln musste. Hierdurch lässt sich die Geschichte sehr zäh und fad lesen. Der Schreibstil ist unverändert jugendlich, was mit den Gedanken der Protagonisten oftmals keinen Einklang findet und gegenüber Respektpersonen ab und an ziemlich unverschämt wirkt.

Mit dem letzten Drittel vom Buch ist den Autorinnen jedoch endlich wieder der fesselnde und packende Schreibstil und der von mir lang ersehnte Fortschritt der Geschichte gelungen. Es wird spannend, packend und Stück für Stück kommt die Geschichte voran. Die Entwicklung zwischen den Zwillingen hat mir persönlich in diesem Band sehr gut gefallen. Die sehr häufig vorkommenden Zwillingssprüche fallen hierdurch nicht mehr, was meiner Meinung nach einen großen Fortschritt für die beiden Charaktere darstellt.

Die Erzählperspektiven wechseln auch im 9. Band zwischen den einzelnen Protagonisten. Der neu eingegliederte Protagonist Aurox wirkt hierdurch sehr gelungen ausgebaut. Da es sich bei ihm (wie den Lesern von Teil 8 bereits bekannt ist) teilweise um Heath handelt, kommen dessen Züge immer wieder zum Vorschein und lassen ihn dadurch noch interessanter wirken.

Weniger gelungen ist die von Erik neu erschaffene Jungvampirin, welche eine Gabe erhält, die es seit Ewigkeiten nicht mehr gegeben hat und über deren Ursprung oder Umgang damit so gut wie nichts in den Lehrbüchern zu finden ist. Zunächst bin ich ehrlich gesagt davon ausgegangen, dass diese eine entscheidende Rolle spielen wird, was dann entweder vergessen oder den Autorinnen doch nicht so passend im Handlungsverlauf erschienen ist. Ebendies trifft dies auch auf Erik zu. Dieser kommt nur sehr kurz vor und die von mir zunächst gedachte Entwicklung der Handlung blieb aus, oder wird wohl im nächsten Band folgen - ich werde es im 10. Band lesen.

Rephaim und Kalona - meine unangefochtenen Lieblingsprotagonisten der Reihe - sind ebenfalls mit von der Partie und dies glücklicherweise nicht zu kurz. Die Vater - Sohn Beziehung wird interessant durchleuchtet und lässt Beide auf ihre eigene Art sympathisch wirken. Die Beziehung zwischen Rephaim und Stevie Rae hingegen wirkt sehr merkwürdig und Stevie Rae´s Gedankengänge waren für mich teilweise wenig nachvollziehbar. Ihre Angst um Rephaim ist zwar verständlich, ihre Versuche ihn von seinem Vater fernzuhalten sind meiner Meinung nach jedoch nicht wirklich schlüssig. Immerhin ist Rephaim erst sehr kurz ein Mensch, der mit seinen Gefühlen erst einmal lernen muss umzugehen. Etwas mehr Unterstützung ihrerseits wäre hier wesentlich angebrachter gewesen.

Das Ende bringt den lang ersehnten Fortschritt der Handlung. Ich hoffe wirklich sehr, dass die Autorinnen im Folgeband an dem gelungenen letzten Drittel der Handlung anknüpfen und nicht ins alte Muster, der ausschweifenden und nichtssagenden Handlung, fallen werden.

Mein Fazit:
Das erste Drittel von "Bestimmt" konnte mich leider nicht wirklich überzeugen. Hier wiederholt sich so einiges und der Handlungsstrang ist gespickt von Streitereien und Dialogen, welche man getrost hätte weglassen können. Hierdurch liest sich das Buch sehr zäh. Das letzte Drittel hingegen konnte mich voll und ganz in seinen Bann ziehen. Die Spannung steigt, es wird interessant, die Handlung kommt voran und einige Charaktere entwickeln sich weiter. Der Showdown zum Ende ist gekonnt in Szene gesetzt und endet glücklicherweise nicht in einem dermaßen fiesen Cliffhanger, wie man es aus manchen Vorgängerbänden gewohnt ist.

Von mir gibt es 3 von 5 Bücherjunkies.




Samstag, 21. Juli 2012

Phantast Nummer 6 ist erschienen :-)

Mittlerweile ist die sechste Ausgabe des Magazines PHANTAST erschienen. Seit 2011 veröffentlichen die Rezensionsportale literatopia und fictionfantasy dieses eMagazin einmal im Quartal, auch ein gedrucktes Jahrbuch wurde schon herausgegeben.

Diesmal widmen literatopia und fictionfantasy sich ausführlich dem Themenbereich Apokalypse und versuchen dem Leser in zahlreichen Artikeln und Rezensionen überzeugende Vertreter dieses SubGenres näher zu bringen. Dies ist ihnen bei mir durchaus gelungen! Vor allem "Skinned" welches gleich 2x genannt und auch rezensiert wurde, hat es mir angetan und ist sogleich auf meinem Wunschzettel gewandert. :)

Als Interviewpartner konnten Susanne Gerdom, Bernd Perplies und Jennifer Benkau gewonnen werden. Jennifer Benkau hat mich zum Beispiel mit Dark Canopy begeistert und ich freue mich sehr, dass der zweite Teil für nächstes Jahr geplant ist. Abgerundet wird das aufwendig gestaltete Magazin mit einer Kurzgeschichte von Merlin Thomas.

Auch finden sich wieder hochwertige Illustrationen im PHANTAST, in dieser Ausgabe aus der Werkstatt von Oliver Wetter, der schon für zahlreiche Roman- und Magazincover verantwortlich zeichnet. Die Illustrationen untermalen die Beiträge einfach fantastisch und haben mir persönlich gut gefallen, da sie im Gesamtbild des Phantasts sehr stimmig wirken.

Wie immer kann das 100seitige Heft als PDF kostenlos heruntergeladen werden:
PHANTAST 6


Übrigens: Statements zum Phantast, sowohl positiv als auch negativ, sind durchaus erwünscht :D 

Donnerstag, 19. Juli 2012

Ein Tipp für alle Büchersüchtlinge: Das Fechenheimer Literaturfestival

Am Samstag, dem 28. Juli 2012, findet in Frankfurt/Fechenheim ab 14:00 Uhr das erste Literaturfestival für deutsche Nachwuchsautoren statt. An fünf verschiedenen Standorten werden 23 Autorinnen und Autoren Lesungen abhalten. Organisator des Festivals ist die Café Lounge Jasmin aus Frankfurt. Deutsche Autoren haben es heutzutage schwer, sich in der Buchbranche durchzusetzen. Die renommierten Verlage setzen lieber auf prominente Autoren oder Werke, die bereits im Ausland erfolgreich waren.

Die Café Lounge Jasmin hat sich daher zum Ziel gesetzt, deutsche Nachwuchsschriftsteller/-innen zu unterstützen. Eine von vielen Maßnahmen ist das Literaturfestival am 28. Juli in Frankfurt/Fechenheim, das die Café Lounge Jasmin erstmalig durchführt. Ab 14 Uhr finden Lesungen in der Café Lounge Jasmin, im Eiscafé Venezia, im Restaurant Kastanie, im Bier-Hannes und in der Gaststätte Bootshaus statt. 23 Autorinnen und Autoren stellen ihre Bücher vor – aus den Genres Krimi, Fantasy, Zeitreisen und Poesie. Aber auch Kinder- und Jugendromane kommen nicht zu kurz. Im Anschluss an die Lesungen stehen die Autoren, wie z. B. C.M. Singer, Maud Schwarz, Christina Fischer, Helmut Barz, Marco Jammermann oder Marc Rybicki dem Publikum in gemütlicher Runde Rede und Antwort. Signierte Bücher können selbstverständlich auch vor Ort erworben werden. Unterhaltsame, spannende Stunden sind also garantiert mit jeder Menge Nahrung für Geist und Magen.



Eine genaue Auflistung aller teilnehmender Autoren findet ihr, wenn ihr hier klickt :D

Das Programm könnt ihr euch ebenfalls genauer durchlesen, ebenso wie die teilnehmenden Locations wenn ihr diesem Link folgt -> Klick 

Ich finde das ist eine ganz tolle Sache und ich gestehe, ich beneide jeden der dort sein kann. Solltet ihr euch dazu entschließen das Literaturfestival zu besuchen, macht auf jeden Fall ganz viele Fotos und verlinkt in den Kommentaren euren Post zum Festival, damit ich mir diese neidvoll ansehen kann ;)
Ich würde mich auf jeden Fall sehr darüber freuen! Und drückt bitte auch C.M. Singer ganz fest von mir *^.^*

Mittwoch, 18. Juli 2012

Buchvorstellung und Interview mit Constanze R. Junkers

Heute möchte ich euch eine interessante (und für mich vollkommen neue) Idee der Buchveröffentlichung vorstellen.
Die Rede ist von dem Buch "Emily Anderson und das Vermächtnis der Gebrüder Ysenhoff“ von Constanze R. Junkers. Die Autorin hat sich für eine Stück für Stück Veröffentlichung durch finanzielle Unterstützung der Leser entschieden.

Die ersten 8 Kapitel und somit 123 Seiten sind bereits veröffentlicht und können direkt auf der Homepage gelesen werden. Hierbei ist mir gleich die liebevolle Gestaltung ins Auge gefallen.
Und natürlich habe auch ich habe die ersten acht Kapitel gelesen. "Emily Anderson und das Vermächtnis der Gebrüder Ysenhoff" lässt sich durch den einfachen Schreibstil der Autorin flüssig und leicht lesen. Durch die auktoriale Erzählperspektive folgt man als Leser gespannt dem Handlungsverlauf. Die Geschichte selbst ist eine Mischung aus Märchen und Fantasy und birgt viele Geheimnisse, welche es für Emily und ihre Freundin zu lösen gilt. Ein aufregendes Abenteuer wartet auf Emily und Kristin, welches nicht nur Freude für die Mädchen mit sich bringt...

Inhalt:
>>Erlebe Stück für Stück mit, wie Emily mit ihrer besten Freundin Kristin dem Geheimnis des leuchtenden Schmetterlings auf die Spur kommt und in das verwunschene Reich der Gebrüder Ysenhoff reist.

Was als großes Abenteuer beginnt, wird bald zu einem Kampf gegen die Zeit. Denn das Böse wartet schon seit vielen hundert Jahren auf seinen Triumph. Und nun ist der Augenblick gekommen, in dem es die Macht an sich reißen will. Ein widerwärtiger Plan, in den die beiden Mädchen mit Haut und Haar verwickelt werden…<<

Hallo liebe Constanze, vielen Dank, dass du dir die Zeit für meine Fragen nimmst! Bitte stelle dich doch einmal vor.
© Christoph K. Banski
Mit Mädchennamen „Laufer“ wurde ich – heute vollständig genannt Constanze Ramona Junkers – 1981 in Sachsen geboren, wo ich bis zum achten Lebensjahr meine Kindheit verbrachte. Seit 1989 lebe ich im Rheinland, absolvierte hier meine Schullaufbahn und das Studium der Medienwissenschaften, Politik und Soziologie. Nicht erst bei der Wahl der Berufsrichtung entschied ich mich für eine dem Schreiben sehr nahestehende Disziplin: für Public Relations & Marketing. Nach mehreren Jahren des Managens für diverse Unternehmen und Agenturen, einer Zeit, in der immer stärker der Wunsch entstand, einen eigenen Roman, ein eigenes Werk zu schaffen, war es 2010 dann soweit. Mit der Geburt meiner Tochter und der damit verbundenen Elternzeit hieß es für mich ganz klar: „Jetzt oder nie“. Mit meinem Debutroman „Emily Anderson und das Vermächtnis der Gebrüder Ysenhoff“, der in das Genre Jugendbuch/Fantasy fällt, hoffe ich, eine erste Lesergemeinde aufbauen und meinen Traum, dauerhaft als Autorin zu arbeiten, verwirklichen zu können.

Wann hast du mit dem Schreiben angefangen? 
Schreiben war schon immer „mein Ding“, ob in der Schule für die Schülerzeitung oder Literatur-AG, während des Studiums als freie Redakteurin bei einer Lokalzeitung und später dann im Berufsalltag. Ich weiß noch genau als ich – frisch von der Uni – stolz meinen ersten Broschürentext auf den Tisch des Chefs legte und er, begleitet von einem nicht unterdrückbaren Lachanfall, alle kreativen Ausschmückungen erbarmungslos rausstrich: „viel zu blumig“, „viel zu schnörkelig“. Es hat gedauert, bis ich begriffen habe, dass blumig und schnörkelig genau das ist, was ich will.

Wie sieht dein Arbeitsalltag als Autor aus? 
Alltag kann man das bei mir keineswegs nennen. Gut, in der akuten Schreib- und Korrekturphase von „Emily Anderson“ habe ich vier Monate lang strikt täglich drei bis vier Stunden am Stück geschrieben. Da kehrten dann schon Rituale ein wie bspw. der obligatorische Pfefferminztee oder nach jedem Kapitel die erste Vorlesung für den größten und kritischsten Geschichtenspanner, den ich kenne: meinen Mann. Aber aktuell ist kaum etwas planbar, nicht ein Tag gleicht dem anderen. Ich bin eine Art Chamäleon-Autor, der alle Entscheidungen, die sonst beim Verlag liegen, selbst trifft. Mal fungiere ich als Art Director, eine Stunde später als Drehbuch- und Regie-Koordinator und wenn ich Lust habe, wechsle ich im Minutentakt in die Rolle des Marketingchefs. Das macht Riesenspaß und funktioniert nur durch eine große Disziplin und ein exaktes Zeitmanagement.

Hattest du schon immer mit dem Gedanken gespielt, ein Buch zu schreiben und dieses dann zu veröffentlichen? 
Jein… Was ist definitiv schon immer wollte, war etwas Eigenes zu schaffen und auf die Beine zu stellen – etwas wirklich Sinnvolles und Fantasievolles zu tun, und das genauso umzusetzen, wie ich es für gut halte. Dass es ein Roman sein würde, stand nicht von Anfang an fest. Im Berufsalltag und gerade in Managerpositionen diskutiert man mit zig Mann stundenlang über ein Projekt, um es später wegen einem meistens ärgerlichen Grund zu kippen oder bis zur Unkenntlichkeit zu verändern. Das Ganze mit dem Ergebnis, dass es am Ende wesentlich schlechter läuft, als es hätte sein können. So etwas hat mich wirklich auf die Palme gebracht. Irgendwann bin ich auf die Idee gekommen, mich selbst genau zu fragen, was ich an meinem Job eigentlich wirklich liebe. Und es war das Schreiben, das ich ohne zu zögern auf Platz 1 setzte. Von da an war der Entschluss gefasst, den Weg in die Schriftstellerei zu wagen. Nun musste ich nur noch Zeit dazu finden…

Dein Buch „Emily Anderson und das Vermächtnis der Gebrüder Ysenhoff“ wird Stück für Stück durch finanzielle Unterstützung der Leser veröffentlicht. Wie kam es dazu, dass du dich zu dieser, doch ungewöhnlichen Art der Veröffentlichung, entschieden hast? 
Nach den Absagen der angeschriebenen Verlage und vielen Recherchen darüber, wie schwer es eigentlich für einen unbekannten Newcomer-Autor ist, Fuß in der Branche zu fassen, hatte ich tatsächlich überlegt, einen einzigen Unikatband für meine Tochter binden zu lassen und das Manuskript im Keller zu verstauen. Doch der Ehrgeiz nagte an mir und vor allem die Überzeugung, dass Schreiben von Romanen exakt das ist, was ich tun möchte, dass es genau die Art von Tätigkeit ist, die mir so viel Spaß macht, dass ich nicht mehr damit aufhören möchte. Ich hatte bei den Verlagseinreichungen des Manuskripts alle Vorgaben beachtet, bin penibel allen Standards gefolgt und habe es wie alle anderen Autoren auf ihrem Weg in die Schriftstellerei auch gemacht. Und genau aus diesem Grund stand für mich fest: Wenn Veröffentlichung in Eigenregie, dann ab jetzt auf jeden Fall eines: anders. Bei der Entscheidung für den Weg der „Schritt-für-Schritt“-Variante – auch wenn dieser nicht nur Vorteile, sondern auch hier und da Arbeit und Herausforderungen mit sich bringt, denen ich mit Books-on-Demand oder Amazon nicht begegnet wäre – stand ein Beweggrund an der Spitze aller Ziele, nämlich zu allererst eine möglichst große Fangemeinde an Lesern aufzubauen. Nur diejenigen, denen Genre, Schreibstil und Geschichte zusagt, werden weiterlesen und auch für die Erscheinung des nächsten Kapitels freiwillig etwas bezahlen. Wie oft kauft man ein Buch, durch dessen werblich ansprechend verpackten Klappeninhalt ein Grundinteresse geweckt ist, es aber dennoch nach den ersten Kapiteln nicht zum Weiterlesen reizt. Menschen, die „Emily Anderson“ unterstützen und weitersagen, sind von mehr als dem Klappentext überzeugt und somit als nachhaltige Lesefans zu sehen.

Wie bist du mit dem bisherigen Verlauf zufrieden? Welches Feedback hast du diesbezüglich bereits erhalten? 
Wir sind noch ganz am Anfang, die Buchhomepage ist erst fünf Wochen online und eine Bilanz natürlich damit sehr früh. Für mich persönlich ist der Start positiv angelaufen, es gab erste Pressereaktionen und Interviews, über 300 Downloads des ersten Kapitels und mehr als 12.000 Klicks auf der Seite. Dank ersten finanziellen Zuwendungen ist schon ein Viertel des Buches zum Lesen verfügbar. Dennoch wird es Geduld und Durchhaltevermögen brauchen, das Buch zu verbreiten. Nicht jeder hat sofort Zeit zum Lesen und nicht alle Homepage-Besucher sind auch automatisch bereit, die Veröffentlichung voranzutreiben. Mein schönstes Feedback bisher erhielt ich kürzlich von Schülern bei einer Lesung, die nicht nur um – meine erste – Autogrammstunde baten, sondern auch konkrete Pläne ausarbeiten wollten, „Emily Anderson“ doch noch in den Druck bringen zu können. Das war ein einzigartiger Moment für mich, der mich sofort für all die bisherige Arbeit und auch das Überwinden zwischenzeitlicher Hindernisse entlohnt hat. Ich denke nicht, dass einem Autor ein schöneres Feedback gegeben werden kann.

Mir ist die sehr liebevolle und wunderschöne Gestaltung sowohl der Internetseite als auch im Buch sofort ins Auge gesprungen. Hast du das selbst entworfen? 
Wenn ich auch das Schreiben für mich entdeckt habe – beim Talent zum Zeichnen und Illustrieren muss ich ehrlich passen. Dennoch war klar, dass „Emily Anderson“ auch als selbst veröffentlichtes eBook und samt Homepage professionell und optisch ansprechend aussehen soll. Ich habe im Internet nach Unterstützung gesucht – und, obwohl es für mein Projekt keinerlei Budget gab, gefunden. Florian Schalinski, ein absolut fantastischer Zeichner, hat sich bereit erklärt, das Risiko einzugehen und in mich und meine Story vertraut, und das, obwohl wir uns nicht kannten und mehr als 350km entfernt wohnen. Zuerst hatte er nur für die Website zugesagt, doch dann kam mir in den Sinn, dass ich auch noch über 40 Innenillustrationen, zwei Dutzend Dekoelemente wie Ranken und Blumen und ein Buchcover brauchte… Ich habe ihm unendlich viel zu verdanken und nicht nur ihm – auch Linda Lim und Charles Deichmann, die die Bereiche Buchsatz und Webprogrammierung übernommen haben. Und wenn „Emily Anderson“ mal ein Bestseller wird, werden wir wohl mal auf meine Rechnung essen gehen ;)

Bildet „Emily Anderson und das Vermächtnis der Gebrüder Ysenhoff“ den Auftakt zu einer Reihe? Wenn ja, wie viele Teile sind bislang geplant und hast du vor, auch diese durch Leserbeiträge nach und nach zu veröffentlichen? 
Ja, mittlerweile habe ich so viele neue Ideen gesammelt, dass mindestens noch ein Folgeband, ich denke sogar eine Trilogie daraus werden wird. Eine Veröffentlichung wie jetzt zu Anfang – Schritt für Schritt und per Leserzuwendungen – möchte ich eigentlich verhindern. Sie hat nicht nur Vorteile, sondern verlangt den Lesern beispielsweise eine ganze Menge Geduld ab, denn nicht immer kommt das nächste Kapitel innerhalb von einigen Tagen heraus. Die Art der Veröffentlichung finde ich nach wie vor wichtig für das Debut, doch ich hoffe von Herzen, für weitere Projekte eventuell doch noch einen Verlag auf meine Bücher und meine Arbeit aufmerksam machen und davon überzeugen zu können.

Wie kam es zu der Idee zu dieser Geschichte? 
Es war Winter, etwa 2008/2009 und ich betreute ein Kooperationsprojekt in Deutschland, bei dem ich ziemlich oft und ziemlich lange in Zügen, Mietwagen und Hotelzimmern saß. Ich sah aus dem Fenster und es schneite. Die Landschaft sah aus wie Puderzucker und ich hätte mir gewünscht, Laptop und Hosenanzug einfach sein zu lassen und mich in die Schneewatte zu werfen. Natürlich tat ich es nicht, aber der Gedanke, es in meiner Fantasie einfach andere tun lassen zu können, war schon reizvoll. Ich nahm einen Stift in die Hand, und meine Aufzeichnungen fingen an.

Und was hattest du beim Schreiben zuerst im Kopf: den Plot oder die Charaktere? 
Ich hatte ganz zu Anfang eine grobe Idee für den Kern und die Funktionsweise der Fantasiewelt, einem Ort, der von der Magie der Malerei lebt. Parallel entwickelte sich die Vorstellung des Charakters der „Emily“, einem Mädchen, das eben nicht genau weiß, woher sie ihre Talente und Eigenarten hat, da sie weder Vater noch Mutter je begegnet ist. Und dann fing ich an, beides zu kombinieren. Die restlichen Ideen für Handlungen und Charaktere fielen mir so schnell ein, dass ich kaum hinterherkam mit dem Mitschreiben. Je länger ich selbst in das Konstrukt aus Plot und Charakteren eintauchte, desto deutlicher wurde für mich, wer mit welchen Interessen die Geschichte zu beeinflussen versuchte. Im Grunde haben aber zum Schluss die Charaktere selbst die Story bestimmt – das Ende habe ich zweifach und auch erst relativ spät in der Schreibphase verändert…

Brauchst du zum Schreiben Stille oder hörst du leise Musik? 
Beides gleichermaßen. Während mir die ersten genauen Ideen für Szenen und Handlungsstränge für „Emily Anderson“ einfielen, hörte ich tatsächlich Musik. Das war exakt so, als ob ich das Geschehen schon als Film vor mir sehen könnte und es „nur“ noch aufzuschreiben brauchte. Musik bringt viele Gefühle zum Ausdruck, sie macht es einem einfach, das Ganze direkt in die Charaktere hinein zu transportieren und mit ihnen von jetzt auf gleich zu leiden und zu leben. Beim Schreiben selbst aber brauche ich Stille. Dann verfalle ich in eine Art „Schreibkoma“, bekomme nichts um mich herum mit. Selbst wenn mir jemand eine Frage stellen würde – man müsste mich schon rütteln, um eine Antwort zu entlocken, vor allem eine, an die ich mich später erinnern kann ;)

Hast du bereits neue Pläne, über die du uns ein bisschen berichten möchtest? 
Für konkrete Einweihungen und Pläne in Folgebände ist es noch zu früh. Derzeit fordert die Eigenvermarktung vom „Emily“ Nummer 1 meine komplette Zeit, die leider momentan auch jede Gelegenheit zum Weiterschreiben nimmt. Doch sobald es geht, werde ich wieder ins „Schreibkoma“ fallen. Etwas Neues kann ich dennoch verraten: Es wird zu „Emily Anderson und das Vermächtnis der Gebrüder Ysenhoff“ ein Hörspiel in inszenierter Lesung mit bekannten Stimmen aus Kino und TV geben. Die Produktion läuft derzeit und wird auch noch eine Weile dauern. Es ist toll, als Autor die selbst getexteten Lieder plötzlich von Musicalsängern zu hören oder im Tonstudio mit Regie zu führen. Neben dem Großprojekt „Eigenveröffentlichung des Romans“ gibt es also noch einen zweiten Meilenstein…

„Emily Anderson und das Vermächtnis der Gebrüder Ysenhoff“ ist eine märchenhafte Fantasy-Geschichte. Liest du selbst gerne Märchen bzw. im Fantasy Genre? Welches ist dein Lieblingsbuch? 
Ja, ich folge der Regel, dass Autoren zu Anfang meist in dem Genre schreiben, in dem sie sich selbst „zuhause“ fühlen. Märchen und Fantasy haben meine Kindheit begleitet und ich bin ihnen bis heute treu geblieben. Zum Lieblingsbuch: Ich liebe Harry Potter. Und dies nicht nur wegen dem Schreibstil von J.K.Rowling, sondern aufgrund der schriftstellerischen Genialität, die zentralen Themen Schule und Erwachsenwerden so einzigartig und bis ins kleinste Detail „magisch“ in eine Fantasiewelt zu übertragen, wie es aus meiner Sicht kaum ein anderes Buch vermag.

Hast du eine/n Lieblingsautor/in? 
Eine ganz miese Frage ;) Es wäre einfach nicht gerecht, hier einen oder zwei Namen aufzuführen, da ich selbst – sei es Literatur oder aber auch Musik – nicht wirklich „sesshaft“ bin. Ich lasse mich gern mitreißen und begeistern von einem Buch oder einem Song, doch mich auf eine Richtung oder gar einen Künstler festzulegen, käme meinem sehr heterogenen Bücherregal nicht im mindesten nah.

Gibt es etwas, dass du deinen Lesern zum Abschluss sagen möchtest? 
Der zuvor schon kurz angerissene Nachteil der gewählten Veröffentlichung „Schritt für Schritt“ und basierend auf freiwilligen Zahlungen ist, dass es zum Teil eine Weile dauert, bis das nächste Anschlusskapitel online geht. Das ist auch für mich als Autor ein schwieriger Faktor, den ich selbst nicht direkt beeinflussen kann. Ich danke deshalb all meinen Lesern für das bisherige positive Feedback und die Begeisterung für mein Debutwerk. Und noch mehr dafür, dass ihr Verständnis habt und die Geduld aufbringt, auf den nächsten Schritt der Geschichte zu warten. Irgendwann wird es, wenn alles gut läuft, weitere Bücher von „Emily“ und von mir dann direkt als Gesamtausgabe geben. Danke, liebe Sunnyle, für das Interview und die Vorstellung auf deinem Blog!

Gerne doch und auch ich danke dir, liebe Constanze, für die Beantwortung meiner Fragen und die Zeit, welche du dir hierfür genommen hast :)

Ich hoffe, ich konnte euch sowohl die Autorin als auch ihr Buch etwas näher bringen und euch ein Stück weit neugierig machen.
Schaut doch einmal auf der Homepage zum eBook sowie auf der Facebook Seite von "Emily Anderson" vorbei :D Ich werde die Geschichte um Emily ebenfalls weiterverfolgen. Denn nach dem 8. Kapitel bin ich ziemlich gespannt, wie es denn weitergehen mag.

Dienstag, 10. Juli 2012

Nie genug


Titel: Nie genug                                                                                                        
Autor:
Melanie Hinz
Erscheinungsdatum:
1. Juli 2012
ISBN:
978-1478153030
Seitenanzahl:
246





Klappentext: 
Schokolade zum Frühstück ist kein Dauerzustand gegen allgemeinen Frust. Und von attraktiven Männern beim Kauf selbiger über den Haufen gerannt zu werden, verdoppelt die Frustration nur. Vor allem, wenn man dabei so aussieht, als wäre man gerade aus dem Bett gestiegen, weil man das genau genommen sogar ist. Doch was passiert, wenn sich dieser Mann als guter Freund der ehemals besten Freundin rausstellt und man ihn ausgerechnet dann wieder trifft, wenn man gerade keine Hose trägt? Kann es noch schlimmer kommen? Offensichtlich, denn jetzt will mir dieser Kerl namens Sam erzählen, er fände mich sexy. Mich, Emma Lennartz. Die heimlich erotische Romane schreibt und in der Realität alles andere als eine Sexbombe ist. Der Typ muss den Verstand verloren haben.

Meine Meinung:
"Nie genug" lautet der Titel des Buches und passender hätte er nicht gewählt werden können. Denn als ich das Buch beendet hatte, war ich richtig traurig, dass die Geschichte um Emma und Sam schon vorbei ist. Stundenlang hätte ich die Geschichte der beiden weiterlesen können, sodass ich das Buch innerhalb kürzester Zeit verschlungen habe. Dies liegt an dem leicht und flüssig zu lesenden Schreibstil der Autorin, einer sympathischen Protagonistin, einer interessanten und realistisch umgesetzten Story und last, but not least an Sam.

Mit diesem Mix ist Melanie Hinz eine Mischung gelungen, die mich voll und ganz in ihren Bann gezogen und durch und durch überzeugt hat. Emma als Protagonistin ist eine Frau wie du und ich. Durch Emma´s Ich-Perspektive fällt es einem leicht, sich in ihre Lage zu versetzen.  Sie ist der Durchschnittstyp Frau, die hier und da ihre Problemzönchen hat, einem Schokoriegel jedoch nicht abgeneigt ist. Mit sich selbst nicht zufrieden, kann sie nicht glauben, dass Sam sie anziehend findet, weshalb sie davon ausgeht, dass dieser ihr bald lachend den Zeigefinger entgegenstreckt und sagt, dass alles nur ein schlechter Scherz gewesen ist.

Als Leser hat man schnell ein anderes Bild von Sam. Dieser ist ein Traum von einem Mann, was nie übertrieben oder ungläubig dargestellt wirkt. Seine harte (äußere) Schale verpackt einen weichen Kern, welcher im Gesamtbild einfach authentisch wirkt. Seine Art mit Emma umzugehen, sein Einfühlungsvermögen sowie Charme und der dennoch starke Charakter haben mir sehr gut gefallen und es mir sofort angetan. Deshalb aufgepasst liebe Leserinnen, der ein oder andere Seufzer lässt sich einfach nicht vermeiden.

Sam merkt sofort, dass Emma nicht nur ihre Figur belastet, sondern dass mehr hinter alldem steckt. So nimmt er Emma quasi bei der Hand, zeigt ihr, wie wichtig sie für ihn ist und versucht ihr bei der Bewältigung ihres Problems zu helfen, sowie ihr zu zeigen, dass sie für ihn nicht nur ein Zeitvertreib ist. Was mir daran besonders gefallen hat, ist, dass dieses Problem nicht einfach aus der Luft gegriffen, sondern realistisch umgesetzt wird.
Emma´s Zwiespalt zwischen ihrer Liebe zu Sam sowie der eigenen Unzufriedenheit treibt einen Keil zwischen die beiden. Hierdurch stellt man sich während dem Lesen immer wieder die Frage: Gibt es eine Chance für die Liebe der beiden?

Die Autorin nimmt einen mit, in einen wahren Strudel der Gefühle. Von traurig, lustig, romantisch bis zu erotischen Szenen ist alles vorhanden. Bei den erotischen Szenen bedient sich Melanie Hinz nicht der vulgären Schreibweise, sondern beschreibt sehr sinnlich und authentisch, was sich zwischen den beiden Protagonisten abspielt.

Die Nebencharaktere, wie zum Beispiel Nadine, Emma´s beste Freundin, haben ebenfalls facettenreiche Charakterzüge. Hier wirkt einfach alles stimmig, ohne überzogen oder übertrieben dargestellt zu sein. Zwischen den verschiedenen Charakteren fühlt man sich einfach heimisch, sodass ich wirklich traurig war, als ich dieses Buch beendet hatte.

Mein Fazit:
"Nie genug" ist eine wunderschöne, gut durchdachte romantische Geschichte mit Protagonisten, die mir sehr schnell ans Herz gewachsen sind. Melanie Hinz nutzt einen sehr angenehm zu lesenden Schreibstil, welcher mir sehr gut gefallen hat, weshalb ich ihr bereits veröffentlichtes Buch "Eine zweite Chance für den ersten Eindruck" gewiss auch bald lesen werde! Die erotischen Szenen sind passend in den Handlungsstrang eingefügt, wodurch diese der Geschichte das gewisse Etwas verleihen, ohne Überhand zu nehmen. Zum Schluss bleibt mir eigentlich nur zu sagen: Jede Frau sollte einen Sam haben ;)

Von mir gibt es 5 von 5 Bücherjunkies

Mittwoch, 4. Juli 2012

Mein Lesemonat Juni


Und schon ist auch die erste Hälfte vom Jahr herum O.o
Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht oder?

Im Juni bin ich wieder einmal gut gestartet, konnte den Leseschnitt jedoch leider nicht ganz halten :-(

Hier die gelesenen und rezensierten Bücher mit Fazit im Überblick:

Aliens in Armani von Gini Koch

Mein Fazit:
"Aliens in Armani" ist ein gelungener Auftakt der "Alien-Reihe" der Autorin Gini Koch. Die lustigen und stellenweise auch sarkastischen Dialogen peppen die Geschichte noch einmal besonders auf und versprechen sowohl spannende als auch lustige Lesestunden. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung und hoffe, dass diese "Aliens in Armani" in nichts nachstehen wird.







Urbat - Der verlorene Bruder von Bree Despain

Mein Fazit:
Mit "Urbat - Der verlorene Bruder" konnte Bree Despain zwar nicht ganz meine Erwartungen erfüllen, mir jedoch durch das Geheimnis, wer hinter Grace her ist und auch den Auswirkungen des Wolfes fesselnde Lesestunden beschaffen. Die Geschichten zu den Urbats selbst waren sehr gelungen und auch Action kam in diesem Band nicht zu kurz. Dennoch kann ich der stellenweise sehr naiven Protagonistin, dem spärlich vorkommenden Daniel und den damit verbundenen Ungereimtheiten zwischen den beiden Protagonisten keine große Freude abgewinnen.





Göttlich verloren  von Josephine Angelini

                                            Mein Fazit:
"Göttlich verloren" hat mich in die Unterwelt, umwoben von griechischen Sagen und Mythen, versinken lassen. Nach dem (für mich) nicht ganz überzeugenden ersten Band hat dieser mich vollkommen von sich überzeugen können. Ich brenne förmlich auf den Folgeband, welcher leider erst im März nächsten Jahres erscheinen wird, und hoffe, dass dieser diesem grandiosen Folgeband in nichts nachsteht! Für Liebhaber von Mythen und Sagen, die nicht unbedingt die große Gefühle benötigen sondern denen kleine Häppchen voller Gefühl genügen ein absolutes Must Read!


 

Engelsmorgen von Lauren Kate

Mein Fazit:
"Engelsmorgen" klärt leider nicht wirklich viele Fragen, sondern lässt einen mit ebenso vielen, um nicht zu sagen noch mehr, Fragezeichen zurück als "Engelsnacht". Es bleibt zu hoffen, dass der Folgeband "Engelsflammen" etwas mehr auf die bereits aufgegriffenen aber noch nicht geklärten Handlungsstränge eingeht. Da "Engelsmorgen" nicht überragend war, immernoch vieles im unklaren gelassen hat, mir jedoch durch seine durchaus interessanten Handlungsstränge schöne Lesestunden beschert hat, gibt es von mir 3 von 5 Bücherjunkies.





Gotcha! von Shelley Hrdlitschka 


Mein Fazit:
"gotcha!" ist ein spannendes Buch, welches einen noch während des Lesens zum Nachdenken anregt. Die Handlungsstränge werden nach und nach aneinander herangeführt, sodass am Ende der alles entscheidende, große Showdown folgt. Für die angesprochene Zielgruppe bietet "gotcha!" gewiss fesselnde Lesestunden und erhält daher für Jugendliche ab 14 Jahre eine uneingeschränkte Leseempfehlung von mir.
 

Mein Fazit: "Ugly" ist ein gelungener Einstieg in die "Ugly - Pretty - Special" - Reihe von Scott Westerfeld. Mit dem doch auch kritischen Thema sowie der von ihm erschaffenen Welt hat sich der Autor sehr auseinandergesetzt, was man an dem gut durchdachten Aufbau sofort merkt. Die Handlung ist spannend aufgebaut, liest sich ab und an jedoch durch die sehr ausführlichen Beschreibungen etwas zäh. Dies tut der Leserfreude jedoch keinen Abbruch, und ich freue mich schon sehr auf den Folgeband "Pretty".







Fazit:
Sex, Zeitreisen und Rock´n´Roll" ist ein spannendes Buch, welches zunächst zurückhaltend beginnt und nach und nach an Fahrt zunimmt. Hierdurch hat man als Leser das Gefühl, Luise auf ihren Reisen zu begleiten. Was mir persönlich nicht so gefallen hat, war die zu Beginn längere Erzählpassage mit kurz gehaltenen Dialogen, was sich von Seite zu Seite jedoch ändert und der Geschichte Leben einhaucht. Die Umsetzung und Gestaltung von Luises Roadtrip sind der Autorin sehr gut gelungen was mir das Gefühl gegeben hat, selbst beim Roadtrip dabei zu sein.
 
 

Mein Fazit:
Actiongeladen, fesselnd, erotisch und doch voller Liebe. Sympathische Protagonisten, Neckereien untereinander die einem als Leser ein Lächeln auf die Lippen zaubern und auch Vorurteile homoerotischen Paaren gegenüber werden kurz angeschnitten. "Feurige Offenbarung - Dämonenglut" ist ein Buch, welches für meinen Geschmack durchaus ein paar Seiten mehr hätte haben dürfen, für seinen Umfang jedoch spannende und erotische Stunden verspricht, in welchen die Liebe keinesfalls zu kurz kommt.





Neben meinen Rezensionen wurde ich einmal gettaged. :) Danke schön hier noch einmal an die liebe Jacky von Jackys Blog!

Und ich möchte noch einmal auf die tolle Aktion von Nicole von Cinema in my head hinweisen! Blog over Germany. Hierdurch habe ich eine nette Bloggerin ganz in meiner Nähe kennen gelernt. =)
Einfach hier klicken und schon gelangt ihr zur Aktion =) 


Liebe Grüße und auf in den Juli,
eure Sunnyle =)

Dienstag, 3. Juli 2012

Engelslust


Titel: Engelslust                                                                                     
Autor: Inka Loreen Minden
Erscheinungsdatum: 22. Januar 2011
ISBN: 978-3942322034
Seitenanzahl: 188
Verlag: Fallen Star






Kurzbeschreibung:
Was wäre, wenn nicht nur die Hölle, sondern auch die Menschen- und Mythenwelten von einer einzigen Frau regiert würden? Noch dazu einer, die ebenso teuflisch attraktiv wie gefährlich ist? Das ist Cains größte Sorge, als er in New York auf Raja, die Tochter eines Elfen und der machtgierigen Höllenfürstin, trifft. Der Engel setzt alles daran, dass ein gestohlener magischer Kelch nicht in ihre Hände fällt. Dieser verleiht seinem Besitzer die alleinige Herrschaft über alle Welten, wenn man ihn mit sieben besonderen Zutaten füllt. Daher muss der Kelchdieb, ein gefährlicher Magier, unbedingt aufgehalten werden. Ein globaler Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Doch als Engel in einem funktionstüchtigen, menschlichen Körper zu stecken, kann ganz schön fies sein, wenn Raja mit weiblicher Verführungskunst versucht, an den Kelch zu gelangen ...

Meine Meinung:
Inka Loreen Minden ist mittlerweile zu einer meiner Lieblingsautorinnen geworden. Mit dem erotischen Fantasy - Roman "Engelslust" ist ein weiteres gelungenes Werk aus ihrer Feder entsprungen. Eine Mischung aus Fantasy, Erotik und Liebe, dass nicht nur durch seine detaillierten Beschreibungen, sondern ebenso durch eine fesselnd und spannende Hauptstory überzeugt.

Ein Engel, welcher von einer Frau, halb Dämonin, halb Elfe verführt wird, sich jedoch eigentlich seiner Aufgabe widmen sollte. Dies verspricht sowohl Spannung als auch prickelnde Erotik, von welcher man als Leser nicht enttäuscht wird. Rasant beginnt die Geschichte mit Cain, welcher sich auf der Suche nach dem magischen Kelch, welcher gestohlen wurde, befindet. Lange sucht er nicht alleine danach, denn schon bald wird er von der verführerischen Raja verfolgt, welche sich ebenfalls auf der Suche nach eben diesem Kelch befindet.

Durch Wortwitz und Sticheleien knistert und funkt es stets zwischen den beiden, sodass man als Leser sofort in den Bann der beiden Protagonisten gezogen wird. Die Charaktere sind sehr schön ausgebaut, was beide facettenreich erscheinen lässt. Die Gedanken der jeweiligen Protagonisten sind nachvollziehbar dargestellt und mit deren Handlungen stets im Einklang. Sei es nun Rajas Suche nach sich selbst, dem Versuch von ihrer Mutter die gewünschte Anerkennung zu erhalten oder Cains Zweifel an Raja´s Ehrlichkeit. Seinem Zwist sich seiner Lust hinzugeben (welche als Engel eine Sünde darstellt) oder seine zwiespältigen Gefühle der quirligen, schlagfertigen aber auch sensiblen Raja gegenüber.

Das Buch lässt sich wunderbar leicht und flüssig lesen und zaubert einem stets ein Lächeln ins Gesicht. Sei es nun wegen der schlagfertigen Dialoge zwischen Cain und Raja oder Cains stetigem Versuch sich nicht allzu sehr von Raja ablenken und um die Finger wickeln zu lassen. Cain weiß selbst: ein Engel und eine Halbdämonin? Das darf nicht sein und würde niemals gut gehen denn eines ist ebenso sicher: Er darf Raja niemals trauen - ist doch ihre Mutter die Herrscherin der Hölle.

Nicht nur mit Raja und Cain ist der Autorin ein faszinierendes Pairing voller Facetten gelungen. Auch der Magier, welcher den Kelch in seinen Fängen hat, ist sowohl faszinierend als auch geheimnisvoll dargestellt und bekommt eine interessante Frau an seine Seite gestellt. Seine Absichten werden erst nach und nach gelüftet, was ihn umso interessanter macht. Mehr als einmal haben Cain und Raja die Möglichkeit das Artefakt in ihre Hände zu bringen. Doch wird es ihnen wirklich gelingen den Magier und dessen Vorhaben zu stoppen? Wer spielt hier mit wem ein böses Spielchen?

Der Mix zwischen Fantasy-Romance und erotischem Roman ist in diesem Buch besonders gelungen. Sicherlich hätte man die Geschichte hier und da etwas ausbauen können, dennoch habe ich beim Lesen nicht einmal das Gefühl gehabt, dass mir etwas an Hintergrundinformation fehlt oder bewusst weggelassen wurde. Die Handlungsstränge werden erst nach und nach miteinander verbunden und selbst beim Endspurt fiebert man mit Cain ob es ihm gelingen wird, den Kelch zu ergattern und weshalb der Magier so erpicht darauf ist, gerade diesen Zauber auszuführen.
Erwähnenswert finde ich ebenso das Vorwort der Autorin. Denn trotz der genannten 188 Seiten, hat das Buch durch das Hochformat eine eigentliche Seitenzahl von 350 Seiten, was eine menge Lesefreude verspricht.

Zu den erotischen Szenen selbst gibt es zu sagen, dass Inka Loreen Minden auch in diesem Buch kein Blatt vor den Mund nimmt. Dennoch verzichtet sie auf vulgäre Ausdrucksweisen und bleibt sinnlich, wenn auch einige Szenen leicht in den SM-Bereich fallen. Besonderen Wert legt sie auch in "Engelslust" auf die Gefühle zueinander.

Obwohl das Ende ansich abgeschlossen ist, gibt es doch Spielraum für einen weiteren Teil. Hoffnung hierauf macht mir vor allem das Zusatzkapitel, in welchem die Autorin ihren geschaffenen Charakteren einen Besuch abstattet. Und ich hoffe wirklich sehr, dass eine Fortsetzung nicht allzu lange auf sich warten lässt. Zusätzlich erhält man als Leser kleine aber feine Informationen aus dem Leben der Autorin, was mir sehr gut gefallen hat. Wer zum Beispiel wissen möchte, ob es ihr beim Schreiben der Sexszenen die Röte ins Gesicht treibt, sollte sich das Zusatzkapitel auf keinen Fall entgehen lassen. Denn auch dieses besticht durch Witz, Charme und Sympathie.

Mein Fazit:
Spannend, fesselnd - ich warte sehnsüchtig auf eine Fortsetzung! "Engelslust" hat mich durch und durch, vor allem aber wegen den gut ausgebauten Charakteren sowie der spannenden Handlung überzeugen können. Ich hoffe, dass ein Folgeband nicht allzu lange auf sich warten lässt und vergebe 





5 von 5 Bücherjunkies