Dieses Blog durchsuchen

Dienstag, 18. Dezember 2012

Meltworld Shanghai








Titel: Meltworld Shanghai                                                                         
Autor:
Matthias Matting
Erscheinungsdatum:
24. November 2012
ISBN:
978-1481072113
Seiten: 322
Verlag: CreateSpace


Cover-, Klappentext- und Zitatrecht: Matthias Matting

"Shanghai. Eine brodelnde, undurchschaubare Metropole, deren Anziehungskraft sich niemand entziehen kann. Ein Moloch, der sich schleichend verändert: Wer hat alle Schatten verkürzt? Warum weht der Wind ständig auf die Stadt zu? Welche unsichtbaren Fäden ziehen verirrte Seelen in das Straßengewirr? Woher kommt die Welle unmenschlicher Gewalt, deren auf Zeitungspapier getrocknete blutige Gischt die 16-jährige Hannah Harlof seit einiger Zeit in ihrer Facebook-Chronik postet? Die Berlinerin, die erst seit kurzem mit ihren Eltern in Shanghai lebt, muss sich hier nicht nur einer neuen, komplizierten Sprache stellen. Sie erlebt uralte chinesische Traditionen und seltsame Rituale einer neuen Oberschicht. Sie erforscht düstere Schauplätze wie aus einer Alptraumversion ihrer Heimatstadt. Hannah stürzt in eine unmögliche Liebe, sie verschmilzt mit der "Meltworld Shanghai" – doch mehr als das: Ahnungslos treibt sie die ewige Vorherrschaft des absolut Bösen in der Welt der Menschen voran. Mit Original-Illustrationen."

Bevor ich mit der Rezension selbst beginne, möchte ich vorab noch etwas zu dem Buch sagen. Mit einer sehr gelungenen Idee hat der Autor seine Protagonistin Hannah Harlof bereits vor Erscheinen des Buches mit dem Leser bekannt gemacht. Vielleicht können sich einige von euch noch an die Postkarte aus Shanghai erinnern? Hierbei handelte es sich um die Protagonistin aus ebendiesem Buch, welche bereits auf Facebook verraten hat, dass sie das Gefühl hat, dass die Schatten kürzer werden und sich merkwürdige Dinge abspielen.

"Meltworld Shanghai" einen passenderen Buchtitel hätte Matthias Matting nicht wählen können. Denn der Autor lässt einen als Leser sowohl mit der Geschichte als auch Shanghai geradezu verschmelzen und auch im Verlauf der Handlung bekommt der Buchtitel immer mehr Wichtigkeit. Der bildliche Schreibstil schafft es, einem als Leser das Gefühl zu vermitteln, an den Handlungen und Schauplätzen der Protagonisten stets teilzuhaben.

Das Buch gliedert sich überwiegend in drei Erzählstränge. Hierbei ist über dem jeweiligen Kapitel zu entnehmen, ob es sich um die Erzählperspektive von "Hannah", "Hiro"  (ein Junge, welchen diese kennenlernt) oder "Es" handelt.  Zunächst war ich etwas verwirrt. Wer ist "Es"? Welchen Zweck hat dieses "Es" in der Geschichte? Doch gekonnt gelingt es dem Autor, die drei Erzählstränge nach und nach miteinander zu verknüpfen, und hierdurch immer mehr der geheimnisvollen Umstände preiszugeben. Obwohl die jeweiligen Perspektiven auktorial erzählt werden, erhält man nicht zu viele Hintergrundinformationen, was die Spannung bei mir stets gesteigert hat.

Besonders gut gefallen hat mir, dass Hannah nicht nur im Roman agiert, sondern manche ihrer Erlebnisse ebenso "belegt" sind. Sei es nun ein Facebook-Posting oder ein Link zu einer Schlagzeile, welche sich (wie in dem Buch erzählt) wirklich so ergeben hat. Dies verleiht der Handlung ein wahres Gänsehautfeeling. Denn die Vermischung von realen Begebenheiten mit fiktiven Handlungen ist hierdurch sehr authentisch dargestellt, sodass ich voll und ganz in der Geschichte um Hannah gefangen war.

Der Schreibstil lässt sich angenehm und flüssig lesen. Die Handlung baut nicht auf viele Dialoge, was mich bei manchen Büchern schon sehr gestört hat. Doch hier passt es einfach. Es bedarf nicht vieler Dialoge, um einem die Protagonisten näher zu bringen. Die auktoriale Erzählperspektive ist hierfür sehr gelungen gewählt, da diese einen durchweg an den Gefühlen der Protagonisten sowie deren Gedanken teilhaben lässt.

Was mir nicht so ganz in den Kopf wollte, war die Tatsache, dass Hannah sowie deren Familie auf manche Dinge ziemlich gefasst reagiert hat. Hier hatte ich stellenweise mit etwas mehr Skepsis oder auch Unglauben gerechnet. Zur Handlung selbst, möchte ich gar nicht allzu viel sagen. Ich möchte euch nur mitgeben, dass ihr euch von der Handlung voll und ganz in den Bann ziehen lassen solltet. Begebt euch gemeinsam mit Hannah nach Shanghai und lasst euch von den Beschreibungen Shanghai´s sowie den merkwürdigen Umständen verzaubern.   

"Meltworld Shanghai" nimmt den Leser mit auf eine Reise der Protagonistin Hannah Harlof. Gekonnt lässt der Autor die Realität mit dem Fiktiven verschmelzen. Gänsehautfeeling ausgezeichnet durch mysteriöse Umstände lassen die Handlung durchweg glaubwürdig erscheinen. Lediglich das Ende hätte ich mir ein bisschen ausführlicher gewünscht, obwohl dieses doch Spielraum für einen Folgeband bieten würde. Abgesehen davon, ist "Meltworld Shanghai" ein gelungener Debütroman von Matthias Matting, welcher mich, hoffend auf eine Fortsetzung, begeistert zurück lässt.

Übrigens, bei der lieben Biggi von "Bibliothek der vergessenen Bücher" findet ihr ein tolles Interview mit Hannah.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen