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Samstag, 1. Dezember 2012

80 Days - Die Farbe der Lust




Titel: 80 Days- Die Farbe der Lust                           Autor: Vina Jackson
Originaltitel: Eighty Days Yellow
Übersetzer: Gerlinde Schermer-Rauwolf, Barbara Steckhan, Thomas Wollermann
Erscheinungsdatum:
22. Oktober 2012
ISBN:
978-3570585221
Verlag: carl's books
Cover-, Klappentext- und Zitatrecht: carl´s books

"Junge, urbane, moderne Erotikliteratur!
Frustriert von einer unbefriedigenden Beziehung findet die leidenschaftliche Violinistin Summer Erfüllung in der Musik. Sie spielt nachmittags in der Londoner U-Bahn auf ihrer ramponierten Violine Vivaldi. Als ihre Geige sich nicht mehr reparieren lässt, bekommt sie von Dominik, einem Uniprofessor mit ausschweifenden Fantasien, ein erstaunliches Angebot: Er möchte ihr eine wertvolle Violine schenken, wenn sie ihm ein privates Konzert gibt. Also spielt sie für ihn in der Krypta einer Kirche – doch muss sie dabei nackt sein, während Dominik den anderen Musikern die Augen verbunden hat. Summer spürt, wie sehr Dominik sie anzieht und in ihr bisher unbekannte Saiten zum Schwingen bringt: Sie beginnt eine intensive erotische Liaison mit ihm, in der sie ihre lange verleugnete dunkle Seite ausleben kann. Doch hat eine alles verschlingende Beziehung ohne Tabus Bestand? Berauschend, verführerisch, aufreizend kühn, ist »80 Days – Die Farbe der Lust«, eine Liebesgeschichte, die den Leser atemlos zurücklässt, mit dem Wunsch, so bald wie möglich mehr zu lesen."

Unvoreingenommen bin ich an "80 Days - Die Farbe der Lust" herangegangen.
Zunächst möchte ich erwähnen, dass ich sehr angenehm vom Schreibstil der Autoren überrascht wurde. Man merkt, dass diese bereits vor "80 Days" Bücher geschrieben und veröffentlich haben, auch wenn durch deren Pseudonym nicht ersichtlich ist, um wen es sich genau handelt. Das Buch hat sich sehr schön lesen lassen und ich empfand die Ausdrucksweise als angenehm, wenn es stellenweise auch etwas vulgär wurde. Anders formuliert hätte es in der Handlung jedoch ziemlich unglaubwürdig gewirkt.

Summer, aus deren Ich Perspektive man der Geschichte unter anderem folgt, ist eine sympathische junge Frau. Ihre große Liebe gilt der Musik und ihre Geige versetzt sie währende dem Spielen in eine Art Trancezustand, in welchem sie alles um sich herum vergisst. Wer jedoch erwartet in "80 Days - Die Farbe der Lust" einen Roman voller Liebe und großer Gefühle zu lesen, dem sei gleich gesagt, dem ist nicht so. Denn hiervon ist (bislang) nicht viel zu spüren. Es geht um Verlangen und Lust. Die Erfahrung, eigenen Grenzen kennenzulernen und sich auch unbekannten Dingen zu stellen. Hier agiert Summer sehr offen, was nicht von heute auf morgen geschieht, sonder hierzu hatte sie, wie durch einige Rückblenden und Erzählungen aus ihrem Leben zu entnehmen ist, wohl schon immer eine gewisse Neigung.

Da ihr der richtige Partner hierfür bislang fehlt und sie sich sowohl sexuell als auch generell in ihrer Beziehung leicht frustriert fühlt, trennt sie sich von ihrem Freund. Dieser ist ein geradezu biederer Geschäftsmann und scheint kurzzeitig über den Verlust von Summer zu trauern. Lange rennt dieser seiner Angebeteten nicht hinterher, worüber diese auch nicht allzu traurig ist.

Dominik hingegen sieht Summer zum ersten Mal in einer U-Bahn-Station und ist sofort fasziniert von der jungen Frau. Zu seiner Person selbst erhält man leider nicht allzu viele Informationen. Überwiegend erfährt man, dass er sich mehr oder minder von einer Affaire in die nächste begibt. Zunächst hatte ich, aufgrund des Klappentextes angenommen, dass er Summer in die Fetischszene einführt. Dem ist jedoch nicht so.

Was Dominiks Sicht ganz klar von Summer´s Erzählung unterscheidet, ist die auktoriale Erzählperspektive. Diese wird in seinen Kapiteln angewendet und knüpft nicht immer an den vorherigen Handlungsstrang an. Manche Handlungsstränge hingegen wurden erneut aufgegriffen und aus der Sicht von Dominik geschildert.

Durch seine Fantasien, welche er mit Summer auslebt, weckt Dominik bei dieser den Geschmack. Als ihre "Freundin" Charlotte, Summer mit auf eine Fetischparty nimmt, fühlt sich diese sehr wohl und lässt sich vollkommen gehen. Hier entdeckt sie Praktiken, welche sie ansprechen. Summer erlebt eine neue Seite an sich und zu Beginn war dies auch noch im soften SM-Bereich. Mit dem Fortlauf der Handlung gerät Summer, mehr oder minder ungewollt, immer weiter in die SM-Szene und lässt so einiges mit sich machen, was für mich nicht mehr wirklich nachvollziehbar war.
Durch deren Handeln kam es mir nach und nach so vor, als würde sie sich selbst und damit die zunächst starke Persönlichkeit, welche sie vermittelte, immer weiter ignorieren. Wird ihr es am Ende dennoch gelingen, sich der Situation, in welche sie geraten ist hinauszumanövrieren?

Den Werbespruch: "Wer Shades of Grey mochte, wird 80 Days lieben" würde ich so nicht unbedingt unterschreiben (zumal ich kein großer Fan des ersten und letzten Teils war).
In "80 Days" wird man als Leser zudem wesentlich tiefer und näher an die Fetisch- und SM- Szene herangeführt. Dort wo Shades of Grey "endet" fängt "80 Days" gerade erst an. Dass einer der Autoren in dieser Szene verkehrt, lässt darauf schließen, dass die beschriebenen Szenen durchaus so praktiziert werden.

Ob und wie es zu romantischen Gefühlen zwischen den beiden Protagonisten kommen wird, ist nicht der einzige Grund, weshalb ich die Reihe weiter verfolgen werde. Der Schreibstil lässt sich leicht und flüssig lesen, und sofern Summer sich treu bleibt, ist diese eine durchaus sympathische Protagonistin. Ich befürchte zudem, dass auf die Protagonisten aufgrund des Endes, noch so einiges zukommen wird. "80 Days - Die Farbe der Lust" bietet keine romantische Liebesgeschichte, sondern führt einen als Leser tief in die SM- sowie Fetischszene ein. Es befasst sich mit der sexuellen Findung der jungen Protagonistin und hat mich manchmal ziemlich sprachloszurück gelassen.

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