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Samstag, 8. September 2012

Hexengesicht


Titel: Hexengesicht                                                                                                               
Autor:
Heike Schulz
Erscheinungsdatum:
15. August 2012
ISBN:
978-3862651818
Seitenanzahl:
256
Verlag: Schwarzkopf und Schwarzkopf






So hat sich Josephine die Klassenfahrt nicht vorgestellt. Nicht nur, dass sie sich mit der Esoterikerin Tamara ein Zimmer teilen muss, auch das Kaff, in das sie die Reise geführt hat, ist total öde. Wer will es ihr da verübeln, dass sie sich während einer Besichtigungstour lieber verdrückt? Auch Tamara treibt etwas dazu, sich während des Rundganges abzusetzen. Seltsamerweise begegnen sich die beiden Mädchen vor einem Gemälde in einer kleinen Kirche. Fasziniert ­betrachten sie das geheimnisvolle Bild   bis ihnen die Porträtierte plötzlich den Blick zuwendet. Josephine tut das Ereignis als Sinnestäuschung ab. Doch Tamara lässt sich nicht so leicht beruhigen. Schon gar nicht, als sie erfährt, dass die unheimliche Frau vor Hunderten von Jahren als Hexe angeklagt und gefoltert wurde. Was will sie nur von den beiden Mädchen? Gemeinsam beschließen Tamara und Josephine, der Sache nachzu­gehen. Doch als sie die Kirche erneut aufsuchen, ist das magische Gemälde verschwunden. Dafür dringt nun ein Wimmern durch das Gemäuer ...


Hexengesicht von Heike Schulz erzählt die Geschichte von Jo und Tamara, welche sich mit dem Thema Hexenverfolgung intensiver befassen müssen, als ihnen zunächst lieb ist. Hierbei treffen zwei Mädchen aufeinander, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Doch durch eine Verkettung unglücklicher Umstände haben sie auf ihrer Klassenfahrt mehr miteinander zu tun, als ihnen zunächst lieb ist.

 

Die Geschichte um Jo und Tamara ist flüssig und leicht zu lesend geschrieben. Zu Beginn eröffnet ein Prolog die Geschichte, welcher einen ins Jahr der Hexenverfolgung zurückversetzt. Hierdurch eröffnet sich ein Szenario, welches für die Haupthandlung sehr wichtig ist und hierdurch den Grundstein für die Geschichte legt.

Nach dem Prolog folgt man durch die auktoriale Erzählperspektive der Handlung. Hierdurch folgt man sowohl den Handlungssträngen von Tamara als auch von Jo, welche die Hauptprotagonisten darstellen. Beide können sich zunächst nicht leiden, doch durch die gemeinsame Entdeckung des Bildes in der Kirche aber auch, weil sie sich ein Zimmer miteinander teilen müssen, entwickelt sich langsam aber sicher eine Freundschaft zwischen den beiden. Besonders gelungen ist der Autorin hier, die beiden Mädchen nicht von jetzt auf gleich in eine Freundschaft zu stürzen, sondern diese erst nach und nach aufleben zu lassen. Diese Entwicklung wirkt durch den stetigen Verlauf mit einigen Höhen und Tiefen sehr authentisch.

Die Charaktere von Tamara und Jo könnten unterschiedlicher nicht sein. Tamara hat einen Hang zur  Esoterik, zieht sich an, wie es ihr gefällt und gibt sehr wenig auf die Meinung von anderen. Hierdurch wirkt sie sehr sympathisch, weil sie sich trotz einiger Sticheleien nicht unterkriegen lässt, sondern selbstbewusst zu dem steht, wie sie ist. Jo hingegen ist das genaue Gegenteil. Sie legt sehr viel Wert auf ihr Äußeres und ist Tamara gegenüber nicht sonderlich aufgeschlossen, geschweige denn begeistert, sich mit ihr ein Zimmer teilen zu müssen und eine Woche lang in dem Kaff festzuhängen. Doch nicht nur dies liegt ihr  schwer im Magen. Auch der Streit mit ihrem Freund belastet sie während der Klassenfahrt sehr, was jedoch keine ihrer Freundinnen wirklich zu interessieren scheint...

Die Handlung folgt einem roten Faden, welcher sich konstant durch das Buch zieht. Zusammen mit Tamara, Jo sowie einem überraschend auftauchenden Charakter begibt man sich auf die Suche, was sich hinter dem Bild und dessen Verschwinden wohl verbergen mag. Gebannt habe ich den Handlungsverlauf verfolgt, mit den Mädchen gefiebert und gerätselt. Durch den bildlichen Schreibstil hatte ich immer das Gefühl die Protagonistine während ihrer Recherchen zu begleiten. Die Umgebung war für mich immer vorstellbar und der doch düstere Hintergrund der Geschichte passend in Szene gesetzt. Die Atmosphäre, welche Heike Schulz hiermit geschaffen hat, hat mich von der ersten Seite gepackt. Gemeinsam mit den beiden Protagonisten erlebt man die damalige Zeit der Hexenverfolgung mit und dies, obwohl die Geschichte in der heutigen Zeit spielt. Eine mysteriöse Geschichte gepaart mit Intrigen sowie den alltäglichen Problemen jungendlicher Mädchen lassen diese sehr authentisch erscheinen.


Hexengesicht ist eine sowohl spannende als auch fesselnde Geschichte um zwei Mädchen, die der Hexenverfolgung näher kommen, als ihnen lieb ist. Umgeben von mysteriösen und intriganten Umständen, versuchen sie dem Geheimnis der Frau auf dem Bild in der Kirche auf die Schliche zu kommen. Der bildliche und flüssig zu lesende Schreibstil sowie die Verknüpfung von der Gegenwart mit der Vergangenheit machen dieses Buch zu etwas besonderem. Denn es erzählt nicht nur eine spannende Geschichte, es vermittelt der angesprochenen Zielgruppe ebenso eine Botschaft über die Werte von Freundschaft, Liebe und Zusammenhalt.




Kommentare:

  1. Eine wirklich schöne Rezension! Das Buch steht ja auch auf meiner Wunschliste, weil ich das Thema Hexenverfolgung sehr spannend finde. Jetzt nach Deiner Rezension weiß ich, dass ich das Buch wirklich haben muss!! Danke!

    LG
    Monika
    www.suechtignachbuechern.blogspot.de

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    1. Hallo Monika,

      Vielen lieben Dank! Das freut mich sehr zu lesen ^.^
      Welche Bücher, die sich noch mit der Hexenverfolgung befassen kannst du denn empfehlen? :-)

      Liebe Grüße,
      Sonja

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  2. Das Buch klingt ganz interessant. Geht es denn gut in Richtung Hexenverfolgung, also ist da viel wirklich gut ausgearbeitet?

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    1. Der Prolog erzählt davon. in der Haupthandlung geht es mehr darum, den Hintergrund was es mit der Frau auf dem Bild auf sich hat zu klären.
      :-) vereinzelte Rückblenden beleuchten diesen Aspekt :)

      Lg, Sonja

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