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Donnerstag, 16. August 2012

Pretty - Erkenne dein Gesicht

                                                                                                                                          
Titel: Pretty - Erkenne dein  Gesicht

Autor: Scott Westerfeld
Originaltitel:
Pretties
Übersetzer:
Gabriele Haefs
Erscheinungsdatum:
September 2007
ISBN:
978-3551355829
Seitenanzahl:
400
Verlag:
Carlsen






Vorsicht Rezension spoilert das Ende von "Ugly"

Kurzbeschreibung:
Tally ist von einer Ugly zur Pretty geworden. Sie sieht umwerfend aus, hat einen tollen Freund und ist wahnsinnig beliebt. Aber bei allem Spaß, den Partys, dem Luxus, spürt Tally, dass irgendetwas nicht stimmt. Dann erhält sie eine Botschaft aus ihrer Vergangenheit - und plötzlich wird ihr klar, was in der Pretty-Welt fehlt. Tally beginnt, umzudenken und begibt sich damit in tödliche Gefahr. Denn wer zu viel weiß, gerät schnell ins Visier der Behörden ...

Meine Meinung:
Vom ersten Teil "Ugly" der Reihe "Ugly - Pretty - Special" war ich restlos begeistert. "Pretty" hingegen war für meinen Geschmack ziemlich gewöhnungsbedürftig. Die Handlung schließt eigentlich nahtlos an das Ende vom ersten Band an, aber dennoch hatte ich das Gefühl ein Buch zu einer komplett anderen Reihe in Händen zu halten. Den Anschluss an Ugly erhält man ca. einen Monat nach Tallys Operation. Sie ist nun eine Pretty und steht diesen nicht nur in ihrem Aussehen, sondern ebenso in ihrem Handeln in nichts nach. Nichtssagende Dialoge, merkwürdige Spitznamen und überzogene Trinkeskapaden und die wichtigste Frage: Was werde ich auf der nächsten Party tragen, dies macht Tallys neues Leben aus. Von der einst so toughen Protagonistin ist nichts mehr übrig.

Dieses Gefühl war sicherlich vom Autor so gewollt, immerhin ist Tally nun eine Pretty, deren Gehirn bei der Operation "zensiert" wurde. Aber die beschriebene Pretty Welt war einfach nichts für mich. Alles ist toll und wunderbar, die Pretty´s leben von einer Party zur nächsten und am wichtigsten ist es "prickelnd" zu bleiben.
Hier wäre auch schon der nächste Störfaktor, denn dieses Wort taucht ständig auf. Alles ist "prickelnd", die Krims (eine Gruppe von Prettys, welche so viele Streiche wie möglich spielen und sich noch an ihre Ugly-Zeit zu erinnern) nutzen dieses Wort in mindestens jedem zweiten Satz. Denn ihre "klaren" Momente nennen sie "prickelnd", weshalb diesem Wort eine große Bedeutung in der Handlung beiwohnt. Wem dieses Wort jetzt schon auf die Nerven geht, dem sage ich gleich: In dem Buch wird es noch wesentlich öfter erwähnt und dient als Fingerzeig, wie beschränkt der Wortschatz der Prettys nach der Operation wird.

Tally selbst wurde mir von Seite zu Seite immer unsympathischer. Was an sich nichts Schlechtes ist. Denn es zeugt davon, dass es dem Autor gelingt, einem Protagonisten einen vollkommen neuen Part in der Handlung auf den Leib zu schneidern. Meine Hochachtung hat Scott Westerfeld hierfür allemal, ebenso wie für die wunderschöne bildliche Schreibweise. Und dennoch plätschert die Handlung für meinen Geschmack viel zu sehr dahin. Tally, welche sich zunächst an ihre Zeit bei den Smokes nicht wirklich erinnern kann, außer wenn sie sich einen prickelnden Kick holt, lebt viel zu sehr in der Pretty Welt. In ihren klaren Momenten kommen diese vereinzelten Erinnerungen auf, welche ihr zunächst sehr unwirklich vorkommen. Was an Tally ebenso störend wirkt ist, dass sie es immer wieder schafft, den Menschen wehzutun, welche eigentlich ihre Freunde sind. Hierdurch und durch neu gesponnene Handlungsstränge lebt die Geschichte langsam auf und nimmt zum letzten Drittel an Fahrt zu. Denn durch ein Treffen mit alt bekannten Smokes, welche jetzt in Ugly-Town leben, beginnt sie zu verstehen und auch zu hinterfragen, was mit ihr geschehen ist. Tally plant eine erneute Flucht, welche ihr nicht gerade einfach gemacht wird.

Der Ausbau der Protagonisten ist dem Autor sehr gut gelungen. Neue Charaktere oder im ersten Band nur angeschnittene, wie zum Beispiel Tallys bester Freund, wurden weiter ausgebaut. Dennoch waren manche von Tallys Handlungen für mich einfach nicht nachvollziehbar. So findet sie unter den Pretty´s schnell Freunde, was vor allem daran liegt, dass es so etwas wie Hass oder Streit untereinander nicht gibt. Und nicht nur Freunde, nein, auch eine neue Liebe findet Tally dort. Das Gefühl, das beide die große Liebe füreinander empfinden, wollte sich bei mir nicht so recht einstellen. Ich hatte mehr das Empfinden, dass die Protagonisten hier eine Nutz/Zweck Beziehung miteinander führen. Lediglich zum Ende kam stellenweise das Empfinden, dass beide sich etwas bedeuten, zumindest kurzzeitig, auf.

Das Ende selbst lässt einen mit einem Cliffhanger zurück. Nach diesem, für mich doch enttäuschenden Teil, werde ich den dritten Band "Special" erst einmal etwas zurückstellen.

Mein Fazit:
Pretty - Erkenne dein Gesicht, spielt überwiegend in der Welt der Prettys. Hierbei hat der Autor auf Übertreibungen gesetzt, welche wohl die stupide Welt und Lebensart wiedergeben sollte. Für meinen Geschmack war es etwas zu viel des Guten. Denn die ständigen Wiederholungen gingen mir irgendwann etwas auf die Nerven. Tally´s Wandel zur Pretty hat ebenso einiges an Sympathiepunkte bei mir einbüßen müssen. Für meinen Geschmack, war es einfach etwas zuviel prickel und pretty.

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