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Samstag, 9. Juni 2012

Gotcha!


Titel: Gotcha!                                                                       
Autor:
Shelley Hrdlitschka
Originaltitel:
gotcha!
Übersetzer:
Christiane Steen
Erscheinungsdatum: 1. Oktober 2011
ISBN:
978-3499215933
Seitenanzahl:
272
Verlag:
rororo




Kurzbeschreibung:
Wenn ein Spiel zum Wahnsinn wird ... Katie steht kurz vor den Abschlussprüfungen an der Slippery Rock High. Und das bedeutet Gotcha-Zeit! Das Spiel war Tradition jedes Abiturjahrgangs – bis es aufgrund gewisser Zwischenfälle in diesem Jahr verboten wurde. Doch für Katies Klasse ist das kein Hinderungsgrund: Heimlich stürzen die Schüler sich in das Spiel, bei dem es nicht nur darum geht, seine Gegner auszuschalten, sondern dessen Gewinner auch noch sehr viel Geld winkt. Und Katie braucht Geld – dringend! Schon bald gerät Gotcha außer Kontrolle. Aus Spiel wird bitterer Ernst, Freunde werden zu Feinden, und Katie wird immer tiefer in einen skrupellosen Kampf gezogen. Sie muss gewinnen, egal mit welchen Mitteln …

Meine Meinung:
Katie, durch deren Ich-Perspektive man als Leser der Handlung folgt, ist ein ganz normales jugendliches Mädchen mit typischen Alltagsproblemen. Sie steht kurz vor dem Abitur, und da es bislang in jedem Abschlussjahr Tradition war, wollen sich die Abiturienten auch dieses Jahr das "Gotcha-Spiel" nicht nehmen lassen. Da es aufgrund, zu Beginn nicht genauer darauf eingegangener Vorfälle durch die Schulleitung verboten wurde, wird das Spiel durch den Schülersprecher und dessen "Anhang" heimlich fortgeführt. Zu Letzteren zählt auch Katie, welche sich bei der ganzen Sache nicht sonderlich wohl fühlt. Dennoch lässt sie sich dazu breitschlagen und zieht ebenfalls einen Namen und eine Perle, um die es in diesem Spiel geht. Denn jeder Teilnehmer muss versuchen den Spieler, dessen Namen er gezogen hat, zu "taggen" und sobald er dies geschafft hat, bekommt er dessen und auch alle bereits von dieser Person gesammelten Perlen sowie den Namen der als nächstes zu taggenden Person. Bis nur noch eine übrig bleibt, welche die gesammelten 2120 $ erhält.

Das ist die Ausgangssituation. Und aus dieser heraus entwickeln sich verzwickte persönliche Probleme in Katies Leben. Ihre Eltern haben sich erst vor Kurzem getrennt, weshalb zu ihrem Vater nur noch Kontakt über eMail besteht, ihrer Mutter gibt sie die ganze Schuld an der Trennung und ihren Freunden hat sie darüber bislang nichts erzählt - immerhin hegt sie noch die Hoffnung, dass ihr Vater bald wieder zurückkommt. Ihre beste Freundin Paige ist eine ziemlich Ich-bezogene Person, welche das Gotcha-Spiel sehr ernst nimmt, wodurch diese stellenweise immer mehr in Panik gerät, was schon fast einem Verfolgungswahn gleicht. Klar, es geht um eine Menge Geld, denn seitdem Gotcha offiziell verboten wurde, nehmen mehr Spieler als jemals zuvor teil, und jeder könnte dieses Geld gut gebrauchen. 

Nach und nach ergeben sich daraus Situationen, welche klar machen, dass viele das Spiel mehr als ernst nehmen und vor allem der Zusammenhalt untereinander bricht immer mehr auseinander. So werden aus Freunden plötzlich "Feinde" was ansich nicht schlimm wäre, würden sich diese nicht dermaßen in das Spiel hineinsteigern. Katie, der das Spiel zunächst egal ist, begeht jedoch einen folgeschweren Fehler, weshalb sie das Spiel unbedingt gewinnen muss - was wiederum verheerende Folgen nach sich zieht.
"gotcha!" ist ein Buch, welches für Jugendliche ab 14 Jahren angesetzt und für diese Zielgruppe meiner Meinung nach genau richtig geschrieben ist. Der Schreibstil ist sehr flüssig und locker geschrieben und die Sprache unter den Schülern ist sehr jugendlich gehalten was sich durch das zum Beispiel oft wiederholende "Oh my God" hin und wieder bemerkbar macht.

Einen Denkanstoß, welchen dieses Buch anbringt, ist der Gruppenzwang sowie dessen Folgen. Hier stellt man sich als Leser die Frage, wie würde ich selbst in so einer Situation reagieren? Würde ich einschreiten? Würde ich meinen Freunden gegenüber loyal handeln oder diese ebenfalls hintergehen, wenn sich dadurch für mich bessere Chancen geben würden? Würde man sich überhaupt in so eine, ansich, harmlose Ausgangssituation hineinsteigern?

Der Handlungsstrang um das Spiel selbst ist nach der Einführung in die Grundregeln zu gotcha zunächst im Hintergrund, da die Autorin erst einmal auf die persönlichen Verhältnisse von Katie eingeht. Hierzu zählen ihre familiären Umstände, ihre Hoffnung auf ein Diplom um ein Studium beginnen zu können und auch die erste Liebe kommt nicht zu kurz. Nach und nach wird das Spiel in diesen Handlungsstrang eingegliedert, was der Gesamthandlung einen gewissen Grad an Spannung gibt. Manche Dinge waren vorhersehbar und haben Katie (welche sich wohlgemerkt kurz vor dem Abitur befindet) leicht blauäugig wirken lassen, alles in allem wirkt die Geschichte rund und war für mich sehr interessant und spannden, weshalb ich das Buch an einem Abend durchgelesen habe.

Mein Fazit:
"gotcha!" ist ein spannendes Buch, welches einen noch während des Lesens zum Nachdenken anregt. Die Handlungsstränge werden nach und nach aneinander herangeführt, sodass am Ende der alles entscheidende, große Showdown folgt. Für die angesprochene Zielgruppe bietet "gotcha!" gewiss fesselnde Lesestunden und erhält daher für Jugendliche ab 14 Jahre eine uneingeschränkte Leseempfehlung von mir.

Von mir bekommt "gotcha!"



3,5 von 5 Bücherjunkies

Kommentare:

  1. Antworten
    1. Es liest sich wirklich gut und flüssig. Die Thematik hat mir besonders gefallen :)

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