Dieses Blog durchsuchen

Freitag, 3. Februar 2012

Die Tribute von Panem 1. Tödliche Spiele

Autor: Suzanne Collins
Übersetzer: Sylke Hachmeister und Peter Klöss 
Gebundene Ausgabe: 414 Seiten
Verlag: Oetinger Verlag

ISBN-Nr.: 3789132187

Kurzbeschreibung:
Nordamerika existiert nicht mehr. Kriege und Naturkatastrophen haben das Land zerstört. Aus den Trümmern ist Panem entstanden, geführt von einer unerbittlichen Regierung. Alljährlich finden grausame Spiele statt, bei denen nur ein Einziger überleben darf. Als die sechzehnjährige Katniss erfährt, dass ihre kleine Schwester ausgelost wurde, meldet sie sich an ihrer Stelle und nimmt Seite an Seite mit dem gleichaltrigen Peeta den Kampf auf. Wider alle Regeln rettet er ihr das Leben. Katniss beginnt zu zweifeln – was empfindet sie für Peeta? Und kann wirklich nur einer von ihnen überleben?

Meine Meinung:
"Die Tribute von Panem 1. Tödliche Spiele" ist der Auftakt der dystopischen "Hunger-Games" Trilogie der Autorin Suzanne Collins.

Nach der fast vollständigen Zerstörung Nordamerikas wurden die einzelnen Gebiete in 12 verschiedene Distrikte unterteilt. Diese wurden umzäunt und unterliegen der Aufsicht des Kapitols. Um die Bürger von Panem stets an die vorangegangenen Kriege und Naturkatastrophen zu erinnern, werden jedes Jahr die Hungerspiele veranstaltet.
Jeder der zwölf Distrikte muss einen männlichen und einen weiblichen Kandidaten zwischen 12 und 18 Jahren für dieses "Spektakel" auslosen, welche in einer Arena gegeneinander antreten müssen - zum Schluss, kann es von diesen 24 Kandidaten nur einen geben, der überlebt.

Katniss Everdeen ist die Hauptprotagonistin aus deren Erzählperspektive man als Leser die Geschichte um die 74. Hungerspiele miterlebt (Präsens).
Ihre Leidenschaft sind das Jagen von Wildtieren außerhalb der Zäune um Distrikt 12 mit ihrem besten Freund Gale. Denn hierbei fühlen sie sich frei. Frei von dem Zaun, welcher den Distrikt umzäunt, frei vom Kapitol und dessen Regeln sowie den Umständen, unter welchen sie leben müssen. Des Weiteren hilft es ihnen und ihren Familien beim Überleben. Hier können sie Fleisch jagen, dieses auf dem Hob verkaufen/tauschen und somit dem stets vorhandenen Hunger wenigstens ein bisschen entgehen.

Wie jedes Jahr vor der Auslosung sind  Katniss und Gale auf der Jagd im Wald, welcher Distrikt 12 umgibt. Alles ist wie in den vorhergehenden Jahren.
Bis auf eine Tatsache: Diesmal wird Katniss Schwester Primrose, ebenfalls an der Auslosung als Tribut teilnehmen müssen. Da es Prim´s erste Teilnahme und ihr Name somit nur einmal im Lostopf zu finden sein wird, geht Katniss davon aus, dass Prim´s Name nicht fallen wird. Umso geschockter ist sie deshalb, als genau deren Name von Effie aufgerufen wird. Selbstlos und zum Schutz von Prim stellt sich Katniss freiwillig als Tribut für Distrikt 12 und wird so gemeinsam mit Peeta Mellark
auf die Aufgabe vorbereitet so lange wie möglich zu überleben - denn nur einer kommt aus der Arena als Sieger heraus. Das Peeta ihr das Leben rettet und ihre Gefühle für ihn selbst Katniss nicht ganz schlüssig sind, muss sie sich nicht nur über ihr Überleben, sondern auch um ihre Gefühle für Peeta sowie dessen Absichten klar werden. Denn es bleibt immer noch das Problem: Es kann nur einen Sieger geben!

"Die Tribute von Panem" ist nicht nur fesselnd und mehr als spannend geschrieben, es hat mich so in seinen Bann gezogen, dass ich mich wirklich sehr, sehr schwer davon losreißen konnte. Jede freie Minute habe ich an den Zeilen gehangen, was vorrangig an dem sehr schönen und bildlichen Schreibstil von Suzanne Collins liegt. Geschickt hat sie mich in die Welt von Panem gezogen. Jedes Detail von Katniss Leben im Distrikt bis hin zu ihrem Überlebenskampf in der Arena konnte ich live an Katniss Seite mitverfolgen. So hatte ich sofort das Empfinden ein Teil der Geschichte zu sein und dieser nicht nur als Leser beizuwohnen.

Die Ausarbeitung der Charaktere ist Frau Collins sehr gut gelungen. Was alle vorkommenden Protagonisten authentisch wirken lässt, ist die Vielschichtigkeit.
Katniss, welche den Willen zum Überleben schon immer in sich getragen und dennoch ihre Fehler und Macken hat. Ihr starker Wille sowie Kampfgeist hat mir besonders gut gefallen. Sie ist nicht das verzweifelte Mädchen, welches stets Schutz sucht, sondern sie weiß sich durchzubeißen, egal wie.
Peeta war zu Beginn für mich leicht undurchschaubar. Als Leser wusste ich nicht so recht, ob er Katniss Freund oder Feind ist. Doch dies klärt sich im Verlauf der Handlung auf. Bei Gale hingegen war mir sofort klar, dass ihm Katniss sehr am Herzen liegt.

Der Spannungsbogen zieht sich konstant durch das Buch und erreicht mit den Hungerspielen seinen ersten Höhepunkt. Keine Stelle liest sich schleppend oder langatmig. Sobald man sich in Sicherheit wiegt, versteht es die Autorin geschickt, den Spannungsbogen erneut steigen zu lassen, sodass das Ende mich regelrecht umgehauen hat. Ein Cliffhanger bleibt nicht aus und so musste ich "Die Tribute von Panem 2. Gefährliche Liebe" direkt anschließend lesen.

Die 2-Klassengesellschaft hat mich oftmals heftig schlucken lassen. Auf der einen Seite sind die zwölf Distrikte, welche mit dem (über)leben müssen, was das Kapitol ihnen zur Verfügung stellt. Auf der anderen das Kapitol selbst. Diese Menschen leben im Überfluss. Feiern berauschende Feste und ergötzen sich daran, 24 Jugendliche vor laufenden Kameras um Leben und Tod kämpfen sowie sich gegenseitig abschlachten zu lassen. Eine Vorstellung, welche mir nach längerem Überlegen auf eine gewisse Art und Weise doch bekannter vorkam, als ich es mir gewünscht hätte.
In den Sinn kam mir sofort Reality TV. Vielleicht ist es dass, was dieses Buch so spannend und faszinierend macht? Die kleinen fünkchen Realität, welche sich darin finden lassen - die Gedankengänge, dass man sich nach Big Brother, dem Dschungelcamp und so weiter fast fragen muss, was mag wohl als Nächstes kommen um die Menschheit zu "unterhalten"?

Es geht zum Teil brutal zu, was sich bei dem Sinn beziehungsweise Ausgang des Spiels nicht vermeiden lässt. Immerhin müssen die Distrikte gegeneinander ums Überleben kämpfen. Und nicht nur diese setzen alles daran zu Überleben. Die Spielemacher möchten das Spiel für die Zuschauer selbstverständlich so aufregend und spannend wie möglich gestalten. Deshalb haben diese in der Arena die ein oder andere (bösartige) Überraschung in petto.
Die zarte Liebesgeschichte, welche sich ganz sacht anbahnt, ist nicht der Vordergrund der Handlung - und dennoch hat dieser Handlungsstrang etwas an sich, was für den Verlauf der Geschichte sehr wichtig ist und mich sehr berührt hat.

Mein Fazit:
"Die Tribute von Panem 1. Tödliche Spiele" ist ein grandioser Auftakt, welcher mich sehr fasziniert und berührt hat. Eine Dystopie, welche es in sich hat und ich deshalb nur weiterempfehlen kann.
Aber Vorsicht! Der Suchtfaktor ist mehr als hoch!
Ein Mitfühlen sowie Fiebern sowie Leiden mit den Protagonisten ist garantiert, es geht einfach nicht anders. Überzeugt euch selbst davon ... und in diesem Sinne bleibt mir abschließend nur zu sagen:

"Willkommen bei den 74. Hungerspielen... Möge das Glück stets mit euch sein".





5 von 5 Bücherjunkies

Kommentare:

  1. Hey Sunnyle!
    Da ist dir wirklich eine ganz tolle Rezension gelungen, die genau das Buch widerspiegelt!
    Ich habe die Trilogie auch gern gelesen und gefesselt verfolgt. Vor ein paar Tagen habe ich mir das Hörbuch zu Teil 2 angehört - auch ganz ganz toll, um nach dem Lesen mal wieder in Katniss Welt einzutauchen!
    Liebe Grüße an dich und viel Spaß mit den nächsten beiden Bänden!
    Anka

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu Anka,

      vielen lieben Dank! Das freut mich wirklich zu lesen. =)
      Ich muss gestehen, die anderen Bände habe ich gleich nach dem ersten gelesen (allerdings erst in der letzen Woche).
      Ich musste erst wissen, wie es weiter geht und dann habe ich mir die Zeit für die Rezension genommen. ;-) Die Folgerezensionen werden also auch bald folgen.
      Die Hörbücher dazu werde ich mir gewiss auch holen! Es ist einfach eine super Reihe!
      Viele liebe Grüße zurück,
      Sonja =)

      Löschen