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Sonntag, 15. Januar 2012

Interview mit Jörg Olbrich

Nach meiner Rezension zu dem Roman "Das Geheimnis der Ronneburg", freue ich mich sehr, dass sich Jörg Olbrich sich für ein Email - Interview zur Verfügung gestellt hat.
Sowohl Cat, von der Phantastikinsel, als auch ich möchten uns ganz herzlich bei Herrn Olbrich und seinem Verleger, Erik Schreiber von Saphir im Stahl für die gute Zusammenarbeit bedanken.



Bitte stellen Sie sich kurz vor.
Mein Name ist Jörg Olbrich und ich lebe mit meiner Familie in einem kleinen Ort in Mittelhessen. Ich bin 41 Jahre alt und habe vier Kinder. Beruflich habe ich als Leiter Rechnungswesen in einem Krankenhaus sehr viel mit Zahlen zu tun. Das Schreiben und vor allem auch das Lesen sind hierzu ein schöner Ausgleich. Ein weiteres Hobby ist die Freiwillige Feuerwehr.
Schon als Kind habe ich sehr gerne und sehr viel gelesen und tue das noch heute. Dass ich selbst irgendwann einmal einen eigenen Roman haben würde, hätte ich niemals für möglich gehalten. Dass es jetzt schon zwei sind, freut mich natürlich umso mehr.

Wann haben Sie mit dem Schreiben angefangen?
Zu Beginn des Jahres 2003 habe ich an einer Ausschreibung für einen Kinderkalender teilgenommen ohne damit zu rechnen, dass meine Story auch tatsächlich gedruckt würde. Die kam dann aber im Kinderschatzkalender 2004. Ich habe dann im Internet viele Kurzgeschichten gelesen, kommentiert und auch selbst eigene Storys eingestellt. Später habe ich an Ausschreibungen teilgenommen und erste Kurzgeschichten in Büchern veröffentlichen können. So richtig los ging es dann mit den „Geschichtenwebern“. Dieser Autorengruppe gehöre ich seit der Gründung vor sieben Jahren an. Wir haben mittlerweile in der „Edition Geschichtenweber“ über 15 Anthologien veröffentlicht. Bei sieben davon habe ich selbst auch mitgewirkt. Die Arbeit in diesem Forum hat mir die Grundlage für meine Autorentätigkeit gegeben. In den gemeinsamen Projekten habe ich sehr viel gelernt und bin stolz ein Mitglied dieser Autorengruppe zu sein. Ich denke nicht, dass ich ohne die Geschichtenweber bis hierhin gekommen wäre.


Wie sieht Ihr Alltag als Autor aus?
Naja. Alltag als Autor ist sicher übertrieben. Auch wenn das Schreiben einen immer größeren Stellenwert in meinem Leben einnimmt, fehlt mir oft die Zeit, mich mehr mit meinen Geschichten zu befassen. Es ist nicht so, dass ich mich jeden Tag zu einer bestimmten Zeit zum Schreiben zurückziehe. Gedanklich beschäftige ich mich aber eigentlich ständig mit den Projekten an denen ich arbeite. Oft auch unbewusst. Mir fallen dann plötzlich Sachen ein, die ich in die Storys aufnehmen kann. Wenn ich dann wieder Zeit zum Schreiben habe, ist es meistens so, dass ich ein paar Seiten im Kopf habe und einfach „drauflostippen“ kann.
Mittlerweile passiert es immer öfter, dass ich auf meine Geschichten angesprochen werde. Es macht mir natürlich immer großen Spaß über das Schreiben zu reden und ich freue mich vor allem dann, wenn ich Lesungen machen und direkt mit den Zuhörern reden kann.


Wer ist Ihr Lieblingsautor und was ist Ihr Lieblingswerk?
Es gibt mehrere Autoren, von denen ich so ziemlich alles lese, was auf den Markt kommt. Hierzu gehören in den letzten Jahren Markus Heinz, Simon Beckett und Dan Brown. Allen Voran wäre aber Stephen King zu nennen. Von ihm gefällt mir die Reihe um den dunkeln Turm am besten. Absolut lesenswert ist aber auch „Die Arena“. Zu meinen Lieblingswerken zählt neben „Der Herr der Ringe“ aber auch „Otherlands“ von Tad Williams.


„Das Geheimnis der Ronneburg“ bildet den Auftakt einer dreiteiligen Reihe, welche von verschiedenen Autoren weitergeführt wird. Wie kam es zu dieser Idee und was war der ausschlaggebende Punkt, sich diesem anzuschließen?
Die Reihe ist aus dem Forum der „Geschichtenweber“ entstanden. Ein Verleger einer Anthologie hat uns gefragt, ob wir eine historische Romanreihe mit drei Büchern machen wollen und die Autoren gezielt dafür ausgesucht. Später ist der Verlag dann ausgestiegen und Erik Schreiber hat sie mit seinem Verlag „Saphir im Stahl“ übernommen. Mit den teilnehmenden Autoren arbeite ich bei den Geschichtenwebern schon sehr lange zusammen. Gemeinsam haben wir schon an verschiedenen Projekten geschrieben und sind mittlerweile auch recht gut befreundet. Ich wusste vorher, wie die Leute arbeiten und dass ich mich auf sie verlassen kann. Es hat mir sehr großen Spaß gemacht, mit Hannah, Michael und Timo gemeinsam dieses Projekt zu gestalten.
Die drei Romane werden durch den belgischen Jäger Luuk de Winter verbunden. Über die Charakterisierung dieser Person konnten wir uns im Forum der Geschichtenweber sehr gut austauschen.


Was hat Sie dazu bewegt, für ihren Roman „Das Geheimnis der Ronneburg“ die Ronneburg und Hüttengesäß als Schauplatz zu wählen?
Ich habe passend zur Story eine Burg gesucht, die nicht direkt in einem Ort liegt und 1820 noch bewohnt war. Außerdem wollte ich hinfahren und mir alles anschauen können. Die Ronneburg liegt etwa 75 km von mir zu Hause entfernt und passte optimal zum Plot, den ich für den Roman vorgesehen hatte. Als ich das erste mal dort war, wusste ich sofort, dass die Geschichte an diesem Ort spielen MUSS. Für mich ist die Ronneburg definitiv eine der schönsten Burgen in Deutschland.


In Ihrem erster Roman „Das Erbe des Antipatros“ gehen Sie auf die sieben Weltwunder ein, was den Roman zu einer Art kleinen „Geschichtskurs“ für den Leser werden lässt. Was hat Sie dazu veranlasst diese Thematik aufzugreifen?
Meistens ist es bei mir so, dass die Ideen aus heiterem Himmel kommen, wenn ich gar nicht an eine Geschichte denke. Oft passiert dies im Auto, wenn ich auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause bin. So war es auch hier. Ich weiß nicht mehr warum, aber mir fiel auf, dass ich die Liste der sieben Weltwunder nicht aufsagen kann. Ich habe dann mit einigen darüber gesprochen aber keinen gefunden, der alle sieben Weltwunder zusammengebracht hat. Daraus ist dann die Grundidee des Romans entstanden.
Ich musste zwangsläufig sehr viel über die damalige Zeit und die einzelnen Weltwunder recherchieren und habe versucht mich an das zu halten, was darüber berichtet wird. Das war oft nicht ganz so einfach, weil sich die Gelehrten über einige Sachverhalte selbst nicht einig sind. Da habe ich mir dann das ausgesucht, was am besten in die Story passt. Es war von Anfang an mein Ziel so über die Weltwunder zu schreiben, dass der Leser hinterher auch etwas darüber sagen kann, ohne sich vorzukommen, als habe er ein Sachbuch gelesen.


Arbeiten Sie bereits an einem neuen Werk – und wenn ja, dürfen Sie uns Lesern dazu schon etwas verraten? In welche Richtung wird es gehen?
Ich habe einen weiteren Roman fertig, der in eine ähnliche Richtung geht wie „Das Erbe des Antipatros“. Außerdem schreibe ich an der neuen Leitserie des Geisterspiegels „Paraforce“ mit und habe meinen ersten Band dazu fertig.


Wie lange arbeiten Sie durchschnittlich an einem Buch?
Das ist sehr unterschiedlich. An meinem ersten Roman habe ich für die erste Version 2 Jahre gebraucht. Da habe ich aber zwischendurch immer mal wieder eine Kurzgeschichte geschrieben. Es hat dann noch einmal zwei Jahre gedauert, bis „Das Erbe des Antipatros“ erschienen ist. Für „Das Geheimnis der Ronneburg“ habe ich ein halbes Jahr gebraucht. Die Story ist aber wesentlich kürzer. Das Manuskript lag dann recht lange auf Eis und es hat wieder zwei Jahre gedauert, bis das Buch erschienen ist. An meinem neuesten Roman habe ich etwa ein Jahr geschrieben. Mit ca. 500 Seiten wird er aber auch mein bislang längstes Werk sein.


Was entsteht beim Schreiben zuerst? Die Charaktere oder der Plot?
In der Regel habe ich zuerst den Plot. Wenn ich einen roten Faden im Kopf habe, fange ich dann an, mir Gedanken über die Charaktere zu machen.


Vielen herzlichen Dank für das interessante Interview, Herr Olbrich.
Mehr Informationen findet ihr auf seiner Autorenhomepage.

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