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Dienstag, 20. Dezember 2011

Delirium von Lauren Oliver


Titel: Delirium                                                                                                                        
Autor:
Lauren Oliver
Originaltitel:
Delirium
Übersetzer:
Katharina Diestelmeier
Erscheinungsdatum:
November 2011
ISBN:
978-3551582324
Seitenanzahl:
416
Verlag:
Carlsen Verlag




Kurzbeschreibung:
Früher, in den dunklen Zeiten, wussten die Leute nicht, dass die Liebe tödlich ist. Sie strebten sogar danach, sich zu verlieben. Heute und in Lenas Welt ist Amor Deliria Nervosa als schlimme Krankheit identifiziert worden. Doch die Wissenschaftler haben ein Mittel dagegen gefunden. Auch Lena steht dieser kleine Eingriff bevor, kurz vor ihrem 18. Geburtstag. Danach wird sie geheilt sein. Sie wird sich nicht verlieben. Niemals. Aber dann lernt sie Alex kennen. Und kann einfach nicht mehr glauben, dass das, was sie in seiner Anwesenheit spürt, schlecht sein soll.

Meine Meinung:
"Delirium" ist der erste Teil der dystopischen Trilogie, von Lauren Oliver, welcher mich nicht nur in seinen Bann gezogen, sondern ebenso fasziniert und viel zum Nachdenken angeregt hat.

64 Jahre ist es her, dass die Liebe als Krankheit unter dem Namen "Amor Deliria Nervosa" anerkannt und 21 Jahren später das Gegenmittel hierfür gefunden wurde.
Zum 18. Geburtstag unterzieht sich jeider Einwohner Portlands einem Eingriff am Gehirn, welcher verhindern soll, sich zu verlieben - den damit verbundenen Schmerz, beispielsweise bei einer Trennung, gibt es somit nicht mehr und alle Menschen leben zufrieden miteinander. So wird es zumindest versprochen.

Hört sich zu Beginn eigentlich auch gar nicht sooo schlecht an, oder? Wer war nicht schon einmal unglücklich verliebt und würde sich - gerade in einem solchen Moment - genau diesen Eingriff wünschen?
Doch je weiter die Seiten fortschritten desto klarer wurde mir, was mit diesem Eingriff wirklich auf einen zukommt. Die kompletten Gefühle, egal ob Freude, Leid, Glückseligkeit oder Schmerz werden entfernt. Freundschaften, welche vor dem Eingriff bestanden haben, gibt es nicht mehr - man vergisst sich sowie die schönen (aber auch schrecklichen) Erinnerungen mit- und aneinander einfach. Eltern lieben ihre Kinder nicht wirklich, sie bekommen sie lediglich, weil sie es so vorgeschrieben wurde.
Eine für mich grausame Vorstellung, welche noch einiges mehr nach sich zieht und mich beim Lesen des Öfteren hat heftig schlucken lassen.

So abwegig dies für mich war, so sehnsüchtig wartet Lena darauf, endlich geheilt zu werden. Sie freut sich auf ihr zukünftiges Leben, welches ebenso geregelt verlaufen wird wie das bisherige, wenn nicht sogar besser. Immerhin ist sie dann endlich immun, sie läuft nicht Gefahr wie ihre Mutter zu enden, welche durch Liebeskummer verrückt geworden und sich deshalb von einer Klippe gestürzt hat.
17 Jahre lang wurde sie nicht infiziert. Sie steht kurz vor dem erlösenden Eingriff und es könnte nicht besser für sie laufen - bis sie Alex kennenlernt. Obwohl sie eigentlich immer glücklich war, bringt er sie zum Grübeln. Er zeigt ihr, dass Schmerz und Liebe zwar dicht beieinanderliegen aber das Leben erst lebenswert machen. Gibt ihr das Gefühl etwas Besonderes zu sein, lässt sie fühlen, lieben, tanzen. Und so stellt sich Lena die alles entscheidende Frage: Können diese Gefühle wirklich so falsch sein?

Da "Delirum" der erste Roman von Lauren Oliver ist, welchen ich gelesen habe, war ich sehr auf ihren Schreibstil gespannt. Dieser ist leicht und flüssig zu lesen, sodass sie mich bereits auf der ersten Seite in ihren Bann gezogen hat. Die Hintergründe für die Anerkennung der Liebe als Krankheit werden nach und nach erörtert und so konnte ich als Leser besser nachvollziehen, weshalb Lena oder ihre Familie so handeln, wie sie es tun. Die "Geheilten", welche den Eingriff bereits hinter sich haben, vermittelten mir von Seite zu Seite nämlich immer mehr den Eindruck Spielfiguren ohne eigene Meinung zu sein. Von einem herzlichen Lächeln bis über eine freundschaftliche Umarmung - nichts davon gibt es mehr. Man tut dies einfach nicht, man spürt auch das Bedürfnis nicht.

Die Welt, welche Frau Oliver erschaffen hat, ist detailiert und bildlich beschrieben, sodass es mir problemlos möglich war, Portland, die Protagonisten und Umgebungen in welcher sie sich befinden als Bild in meinem Kopf vorzustellen.
Vor jedem neuen Kapitel erhält man einen kurzen Einblick auf die Lektüren welche Lena von klein auf begleiten. Hierunter fallen unter anderem "Romeo & Julia" welches jedoch nicht als wunderschönes Liebesstück, sondern als abschreckendes Beispiel gilt. Eine weitere wichtige Lektüre: "Das Buch Pssst". Hierin wird u.a. erörtert, was für Anzeichen sich bei Infizierten abzeichnen sowie Klatschreime für Kinder, welche mir einen Schauer über den Rücken laufen haben lassen.

Der Roman wird aus Lenas Perspektive in der gegenwärtigen Form erzählt, somit erhält man durch sie nicht nur den Einblick auf die Ereignisse sondern erfährt auch viel über ihre Gefühlslage. Sie ist eine sympathische Protagonistin, die langsam beginnt hinter die Fassade zu blicken und Fragen zu stellen, weshalb sie mein Herz im Sturm erobert hat. Gerne hätte ich sie in den Arm genommen und während ihrer Zerrissenheit beigestanden.

Und auch Alex konnte mein Herz im Sturm erobern. Die Liebesgeschichte zwischen den Beiden entwickelt sich zaghaft ist aber wunderschön beschrieben, sodass ich mich leicht in ihre Lage versetzen konnte. Durch Alex blüht Lena regelrecht auf und aus dem zu Beginn noch schüchternen, nichts infrage stellenden Mädchen wird eine eigenständige Persönlichkeit die hinterfragt, liebt und ihre Einstellung zum Eingriff immer weiter überdenkt. Eine sehr schöne Wandlung, welche für mich absolut nachvollziehbar und auch nicht übertrieben dargestellt wurde.

Es gelingt Lauren Oliver kontinuierlich Spannung aufzubauen und diese bis zum Schluss aufrecht zu halten. War ich mir sicher, zum Ende das Schlimmste überstanden zu haben, hat Frau Oliver mich eines besseren belehrt.Obwohl ich mich eigentlich nicht unbedingt zu den Zartbesaiteten zähle, war ich mehr als froh, Taschentücher griffbereit liegen gehabt zu haben.

Das Ende von "Delirium" ist an sich abgeschlossen und dennoch brenne ich darauf, den zweiten Teil so schnell wie möglich in den Händen halten zu können. Es bleiben einige Handlungsstränge ungeklärt und somit hoffe ich, nein ich bete regelrecht, dass die Übersetzung nicht zu lange auf sich warten lässt! "Pandemonium" der zweite Teil der Reihe wird im englischen voraussichtlich am 01. März 2012 erscheinen.

Mein Fazit:
Ich bin eindeutig infiziert - "Delirium" hat es in sich und mich voll und ganz von sich überzeugt. Ausdrucksstarke Charaktere. Schöner Schreibstil - kurz und knapp: fantastisch, spannend, mitreißend und zu Tränen rührend. Bitte mehr davon, am Besten so schnell wie möglich!





 5 von 5 Bücherjunkies

Kommentare:

  1. Ich habe von der Autorin auch noch nichts gelesen, aber das Buch klingt ja echt suuuper! :)

    lg
    Niniji

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    1. Oh ja, ich fand es sooo toll! Ich kann es dir nur empfehlen!
      Im Herbst wird der zweite Teil erscheinen und ich warte wirklich sehnsüchtig darauf!! =D

      Lg
      Sonja

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