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Dienstag, 4. Oktober 2011

Die Stadt der verschwundenen Kinder

von Caragh O´Brien
ISBN-10: 345352800X

Kurzbeschreibung:
Sag mir, wo die Kinder sind

Die junge Gaia gehört mit ihrer Mutter zu den wichtigsten Menschen ihrer Gemeinschaft: Als Hebamme muss sie jeden Monat die ersten drei Neugeborenen an der Mauer der Stadt abgeben – so lautet das Gesetz. Noch nie hat jemand es gewagt, gegen dieses Gesetz und die Herrscher jenseits der Mauer aufzubegehren. Doch dann werden Gaias Eltern verhaftet, und das Mädchen begibt sich auf die Suche nach dem Geheimnis der Stadt jenseits der Mauer – und nach dem Schicksal der verschwundenen Kinder …

Es ist eine unbarmherzige Welt, in der die sechzehnjährige Gaia aufwächst. Alles ist streng rationiert und jeder träumt von einem besseren Leben. Das ist jedoch nur wenigen Auserwählten vorbehalten, die in einer geheimnisvollen Stadt leben, der Enklave, hinter einer unüberwindlichen Mauer. Alle anderen müssen sich mit dem zufriedengeben, was die Enklave ihnen zuteilt. Der Preis dafür ist hoch: Jeden Monat müssen die ersten drei Neugeborenen an der Mauer abgegeben werden. Wer sich weigert, wird mit dem Tod bestraft, besonders Hebammen wie Gaia und ihre Mutter. Doch dann werden eines Tages Gaias Eltern verhaftet. Für das junge Mädchen zerbricht eine Welt, und sie beginnt Fragen zu stellen: Was geschieht mit den verlorenen Kindern? Als Gaia auf der Suche nach Antworten heimlich die verbotene Stadt betritt, beginnt für sie ein Abenteuer voller Gefahren, und sie macht eine Entdeckung, die das Schicksal der Kinder und die Zukunft der Menschen für immer verändern wird …

Meine Meinung:
Um es gleich vorweg zu sagen, bei "Die Stadt der verschwundenen Kinder" handelt es sich um eine Dystopie, welche im Jahr 2409 spielt.
Anfangs war ich etwas verwirrt in welcher Zeit die Handlung nun spielt und erst einmal hatte ich aufs Mittelalter getippt, nach den Beschreibungen des Lebensstils der Bewohner lies sich zumindest darauf schließen, allerdings wurde ich während des Lesens eines besseren belehrt.
Die Menschen wurden in zwei verschiedene Lager geteilt, die Enklave, tritt für den Wohlstand ein und Wharfton die Stadt außerhalb der Mauer, spiegelt mehr die Unterschicht wieder. Denn die Bewohner von Wharfton müssen sich mit dem zufrieden geben, was die Enklave ihnen zuteilt.

In Warfthon lebt auch die 16jährige Gaia mit ihren Eltern. Ihre Mutter ist Hebamme und auch Gaia ist dabei diesen Beruf zu erlernen. Auf den Hebammen, welche sehr hoch angesehen sind, lastet jedoch ein hoher Druck, denn sie müssen jeden Monat, die ersten drei Babys zum Tor der Mauer bringen und der Enklave übergeben. Diese haben dann das Privileg, innerhalb der Mauern, bei wohlhabenden Eltern aufzuwachsen.

Als Gaia von ihrer ersten alleine durchgeführten Entbindung, nachhause zurückkehrt, muss diese feststellen, dass ihre Eltern von der Enklave gefangen genommen wurden. Sie hofft darauf, ihre Eltern bald wieder zu Hause begrüßen zu dürfen, aber wie sie bald feststellen muss, ist dies nicht der Fall. Und so beschließt Gaia ihre Eltern zu suchen und aus den Fängen der Enklave zu befreien und muss schon bald feststellen, dass das Leben in der Enklave nicht so berauschend und human ist, wie sie bisher immer vermittelt bekommen hatte..

Caragh O´Brien hat eine faszinierende Welt geschaffen
Die Menschen außerhalb der Enklave beteuern zwar immer wieder, gerne dieser und dem Protektor zu dienen, doch es wird ebenso klar, dass sie Folge leisten müssen, denn würden sie es nicht tun, würden sie eventuell nicht nur ihren sowieso schon geringen Lebensstandard verlieren sondern im schlimmsten Fall, wie Gaias Eltern, gefangen genommen und gehängt werden.

Gaia ist eine Protagonistin, welche einem während des Lesens immer mehr ans Herz wächst. Sie ist nicht dumm und sobald sie in der Enklave angekommen ist, wird ihr klar, dass alles was sie bisher darüber gesehen, gehört und gedacht hatte nicht den Tatsachen entspricht. Die hochgelobte Enklave, welche sich im Wohlstand und im technischen Fortschritt quasi suhlt, während die Bewohner von Warfthon mit den Resten leben müssen, will alles ausschließen und vernichten, was nicht in ihre heile Welt passt bzw. sich dieser nicht anpasst.

Der Schreibstil ist flüssig und fesselnd und so fällt es mit Fortschreiten der Handlung immer schwerer, das Buch beiseite zu legen. Das Hauptthema fand ich sehr traurig und es ist gewiss kein Buch, welches einen kalt lässt und manche Stellen fand ich etwas grausam.
Da ich selbst Mutter bin, fand ich es schon überraschend, wenn nicht sogar grotesk, dass sich die Mütter nicht wirklich gegen das Handeln der Enklave gesträubt haben. Natürlich, man würde alles an "Wohlstand" verlieren, aber die Begründung: "man würde noch weitere Kinder bekommen können" .. nein, ich weiß nicht. Ich glaube nicht, dass ich mir einfach mein gerade geborenes Baby wegnehmen lassen würde.

Das Ende war durchaus auflösend, hat jedoch auch Handlungsstränge offen gelassen. Den zweiten Teil, welcher unter dem Titel "Das Land der verlorenen Träume" im Februar 2012 erscheint, werde ich mir gewiss auch holen.

Mein Fazit:
Die Stadt der verschwundenen Kinder ist eine zum nachdenken anregende Dystopie, welche zwischen den Taten der Enklave und den übergehorsamen Bewohnern auch eine leichte Romanze einfliesen lässt.




4 von 5 Bücherjunkies

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